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Rundbrief Februar 2005

Düsseldorf, 24.Februar 2005

Liebe Freundinnen / Freunde und UnterstützerInnen von Vida Nueva!

Wie im letzten Rundbrief schon angekündigt, möchte ich ihnen diesmal einen Artikel zusenden, der von Ingeborg Neubauer und Heiko Jahn verfasst wurde. Ich denke, dass es für alle sehr Interessant ist auch mal zu lesen, was unsere Volontäre, die direkt vor Ort waren, erleben und erlebt haben.
In diesem Sinne möchte ich allen Volontären die uns geholfen haben wie auch denen, die uns zukünftig unterstützen werden, recht herzlich danken! Nur durch diese wie auch der finanziellen Hilfen und Unterstützungen sind wir in der Lage unsere Arbeit fortzusetzen, und den Kindern im Centro jede nur mögliche Unterstützung zu Teil werden zu lassen.

... nun der Artikel / Bericht von unseren beiden Volontären:
“Endlich! Nach wochenlanger Vorfreude und vielen Verabschiedungen sind wir im April diesen Jahres in Lima angekommen. Wir hatten viel vorbereitet um nach Peru zu kommen, aber all das war vergessen, als wir eingeflogen sind. Maxi, die zu dieser Zeit auch bei Vida Nueva als Volontärin arbeitete und Senor Maximo holten uns am Flughafen ab. Vom Flughafen aus fuhren wir dann nachts ins Centro Vida Nueva, wo wir unser zu Hause für die kommenden sechs Monate finden sollten. Schon auf dieser Fahrt durch das nächtliche Lima fielen uns einige Unterschiede zum geregelten Deutschland auf. Vieles schien trist und schmutzig zu sein. Es war augenfällig, dass sich hier die Menschen um andere Dinge Sorgen machen müssen, als um Umweltschutz, Landschaftspflege und adäquate Müllentsorgung. Umso schöner war es dann von Senora Carmen, der Frau des Hausmeisters, so herzlich empfangen zu werden.
In den nächsten Tagen und Wochen hatten wir das Glück, dass uns Maxi sehr gut im Zentrum eingearbeitet hat. Sie erklärte uns Stück für Stück die Probleme und Krankheitsbilder der Kinder und stellte uns den Lehrkräften vor. Ebenso wichtig war diese Einarbeitungszeit, um sich in Lima zurechtzufinden, insbesondere mit dem Bussystem. Bald fanden wir auch eine Spanischlehrerin, die uns half, unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Dadurch konnten wir schneller mit den Kindern, ihren Eltern, aber auch den Lehrern von Vida Nueva in Kontakt treten, denn Englisch spricht dort so gut wie keiner.
Wir fanden uns recht schnell im Arbeitsalltag von Vida Nueva zurecht und schlossen unsere kleine Patienten ins Herz. Es war schön zu sehen, wie viel Spaß sie an Bewegung, an Spielen und vor allem an Musik und Tanz hatten. Wir hatten das Gefühl, dass sie sehr gerne zu uns in die Therapie kamen. Auch, wenn sie Pause hatten und im Garten spielen konnten, klopften sie an unsere Tür oder stürmten ganz einfach herein. Manchmal wurde es sogar schwer, ihnen begreiflich zu machen, dass gerade ein anderes Kind Therapie hatte und sie später oder an einem anderen Tag an der Reihe seien.
Im Juli war dann das neue Zimmer für die Volontäre fertig. Vor dem Umzug strichen wir die Wände und installierten in “unserem eigenem” Badezimmer Regale. Das neue Zimmer ist viel größer und heller als das alte. Durch die Therme im Badezimmer konnten wir heiß duschen, was im doch recht kalten und feuchten peruanischen Winter eine Wohltat war. Aus dem alten Volontärszimmer wurde dann der Raum für die Physiotherapie, was ebenfalls zu einer Verbesserung führte. Hier war jetzt sehr viel mehr Platz zum Therapieren, Spielen und Toben. Wir konnten weitere notwendige Dinge anschaffen, wie einen großen Spiegel und einen bunten, leicht zu säubernden Schaumstoffboden, um so die Therapiemöglichkeiten für die Kinder und die Arbeitsbedingungen für die kommenden Volontäre noch zu verbessern. Überhaupt hatte es uns zu Beginn sehr überrascht, dass der Physiotherapieraum so gut ausgerüstet war und es so viele Materialien gab.
In den Schulferien im Juli hatten wir dann die Gelegenheit, in Peru herumzureisen und mehr über die verschiedenartige Landschaft (Küste, Anden und Urwald in einem Land!), über die peruanische Kultur und über die Leute kennenzulernen.
Da das Bussystem in Peru sehr gut ausgebaut ist, ist es einfach und aus unserer Sicht vor allem günstig, durch das Land zu reisen. Dabei lernten wir auch viele Leute aus den verschiedensten Ländern kennen, was wir sehr spannend fanden.
Immer wieder, bei unseren Reisen, aber auch in Lima, hat uns die Armut der Leute berührt. Es war erschreckend zu sehen, in was für Verhältnissen sie lebten und mit wie wenig sie zu Recht kommen müssen. Insbesondere die Tatsache, dass viele Kinder mithelfen müssen, den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern, ist für uns als Deutsche kaum nachvollziehbar. Anstatt in die Schule zugehen, verkaufen sie Kleinigkeiten oder betteln. Oft standen wir vor dem Problem: Geben wir den Kindern etwas oder unterstützen wir damit eher die Kinderarbeit.
Im Oktober kamen dann die neuen Volontärinnen nach Vida Nueva und damit rückte unser Abschied näher. Es hieß dann bald: ein letztes Mal zum Chifa (Peruanisch-Chinesisches Essen), ein letztes Mal nach Miraflores fahren, ein letztes Mal Brötchen kaufen, ein letztes Mal schlafen in Vida Nueva…..und dann die letzte Fahrt durch Lima zum Flughafen.
Wir hatten eine sehr erlebnisreiche Zeit, mit vielen Überraschungen, die ein fremdes Land und eine fremde Kul-tur mit sich bringen. Die Arbeit in Vida Nueva und mit den Kindern hat uns nicht nur sehr gut gefallen, wir fanden es vor allem wichtig und sinnvoll, in einem solchen Projekt mitarbeiten zu können.”

Als Abschluss dieses Rundbriefes möchte ich zwei weitere Beispiele für die oft sehr persönliche und selbstlose Hilfe aufzeigen und u.a. auch einer sehr netten “älteren” Dame von Herzen danken, die noch nie in unserem Centro gewesen ist und sehr wahrscheinlich auch nie sein wird, sondern “nur” vom Centro gehört und gelesen hat. Sie hat, obwohl sie um ihren kürzlich verstorbenen Ehemann tief trauerte, uns nicht vergessen, sondern für unsere Kinder, bei der Beerdigung ihres Ehemannes, eine Geld gesammelt und gespendet. Bis heute haben wir den persönlichen Kontakt nicht verloren, sondern im Gegenteil, eher intensiviert.

In einem anderen Fall haben Kinder als “Sternensinger” Geld für uns er Centro gesammelt und gespendet.

All diese verschiedenen Arten der Hilfen und Unterstützungen geben uns Mut und Hoffnung!
Vielen lieben und herzlichen Dank an alle! Sie sind und werden immer in unseren Herzen sein.!!

Ihre Marlene Pérez Brockert


Spendenkonto:
Ev. Ref. Gemeinde Soest
Sparkasse Soest
BLZ: 41450075
Konto-Nr.: 15446
Kennwort: VIDA NUEVA (UNBEDINGT ANGEBEN !!)

Bitte bei der Spendenausstellung / Überweisung, wenn möglich, Adresse angeben bzw. zusenden oder mailen, damit auch die Spendenquittung/en an die aktuelle Adresse gesendet werden kann/können.

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