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Rundbrief Dezember 2006

Düsseldorf, 23.Dezember 2006

Liebe Freunde/Freundinnen und Unterstützer/innen von
VIDA NUEVA

"Adieu", sagte der Fuchs. ”Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: "man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig".
"Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe ..." sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen" sagte der Fuchs.
"Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich ..."
"Ich bin für meine Rose verantwortlich...", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Tagtäglich spielt sich ein Dialog wie zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs in unseren Herzen und Köpfen ab.
Was die Rose für den kleinen Prinzen ist, ist für uns das Centro VIDA NUEVA. Es gibt womöglich unzählige vergleichbare Projekte, aber für uns ist VIDA NUEVA einzigartig. Seit seiner Gründung vor 13 Jahren geben manche nicht nur ihre Zeit (indem sie ein unentgeltliches Praktikum für drei oder mehr Monate in Lima gemacht haben), sondern es gibt einen Kern, der kontinuierlich dabei war und es noch immer ist: Enthusiasten, Unermüdliche, Großzügige und Selbstlose.
Aufgrund ihrer aktuellen Arbeit, ihrer Gesundheit, ihres hohen Alters, ihrer kleinen Kinder usw. hatten einige dieser Personen bislang keine Möglichkeit nach Perú zu reisen und werden sie auch nicht in absehbarer Zukunft haben. Einige dieser Personen haben beruflich nichts mit Erziehung oder Rehabilitation zu tun (unter unseren Schirmherren und Spendern gibt es einen Flugbegleiter, einige Architekten, einen Mathematiker, einen Elektriker, einen Musiker, einige Ingenieure usw.). Einige von ihnen sind Kinder, andere Jugendliche, wieder andere ältere Menschen. Einige von ihnen haben keinen Zugang zu einem Computer, so dass sie leider weder die Fotos sehen können, noch über die Neuigkeiten im Centro VIDA NUEVA lesen können, über die die Freiwilligen dreiwöchentlich berichten.
Es gibt also Personen, von denen man sagen könnte, dass sie keine Möglichkeit haben, aus erster Hand Informationen vom Centro VIDA NUEVA zu erhalten und dennoch sind es Personen, denen auf irgendeine Weise ein Gefühl von VERANTWORTUNG, eines Ideals, eines Ziels oder Zwecks vermittelt wurde. Es gibt also etwas, das VIDA NUEVA für uns alle wichtig macht, das uns VERBINDET, und ich bin sehr glücklich darüber, dass dieses BAND im Laufe der Jahre nie gerissen ist.
Wir alle, das Team von VIDA NUEVA, die Eltern unserer Schüler und alle anderen, staunen immer wieder über die Güte und Solidarität einiger Menschen. Und zu dieser Jahreszeit, wenn wir bald wieder ein Jahr abschließen, sind wir mehr als dankbar, weil ein echtes Wunder vollbracht wurde: mit Ihren Spenden konnte ein großer Teil der Kosten von VIDA NUEVA gedeckt werden. Und dies dank Ihrer Güte und Beständigkeit. Wer Sie sind, wird sich vielleicht der ein oder andere fragen, der zum ersten Mal diesen Brief erhält oder ihn auf der Homepage liest. Ich werde einige Beispiele nennen, aber ich bitte schon jetzt um Entschuldigung, dass ich nicht alle nennen kann, die an dieser Stelle stehen müssten, es würde den Rahmen dieses Briefes übersteigen.
Also werde ich mir die Freiheit nehmen, an dieser Stelle nun etwas ungerecht, unbarmherzig und sehr streng zu sein.
Vor drei Monaten rief mich Cordula Miehlich an (die ich seit 16 Jahren kenne und die VIDA NUEVA von Anbeginn an unterstützt hat), um mir mitzuteilen, dass ihr Vater, Martin Rehm, bald seinen 80. Geburtstag feiern würde und es sein Wunsch wäre, dass seine Gäste anstelle von Geschenken für ihn, Spenden an VIDA NUEVA machten. Dasselbe tat Frau Hildegard Leckschat, Evas Mutter, als sie 80 wurde. Vor einigen Jahren feierten die Eltern von Ute Scherberich, Katherine und Willy Scherberich, und die Eltern von Burghard Schunkert, Elisabeth und Karl Schunkert, ihre Goldene Hochzeit. Beide Paare sammelten so viel Geld, dass das Centro VIDA NUEVA einige Monate unterhalten werden konnte und sogar ein Teil für den bevorstehenden Kauf eines Autos beiseite gelegt werden konnte.
Vor einigen Jahren starb ein Angehöriger von Birte Wilmking. Anstelle von Blumenschmuck wünschte sich seine Familie Spenden für VIDA NUEVA. Utes Vater, Willy Scherberich, wünschte sich zu seiner Beerdigung dasselbe und die Spenden genügten, um für zwei Monate die Fixkosten von VIDA NUEVA zu decken.
Es ist unglaublich, dass einige Menschen, selbst wenn sie nicht mehr physisch unter uns sind, noch immer Gutes tun.
An dieser Stelle möchte ich gerne etwas sehr Persönliches schreiben, als Andenken oder Hommage an meinen Vater, der Anfang diesen Jahres verstarb, aber in mir und denen, die ihn lieben und schätzen, weiterlebt. Auch lebt er weiter in den Dingen, die er tat (die er reparierte, die er baute und säte im Centro VIDA NUEVA). Wer das Glück hatte, ihn zu kennen, erinnert sich mit Liebe nicht nur an die unzähligen Male, die er uns sein Auto lieh, damit wir einen Volontär des Centro VIDA NUEVA vom Flughafen abholen konnten, sondern dass er anbot, selbst zu fahren, die Koffer einlud und die schwere Arbeit übernahm. Unabhängig der Umstände, er war immer da, wenn man ihn brauchte. Als Elektriker, Maler, Klempner. Gärtner, Vater und das wichtigste: als Freund aller im Centro VIDA NUEVA und insbesondere unsere Hausmeister, die Herren Victor Raúl Guevara und Alberto Vásquez.
VIDA NUEVA hat sich, wie der kleine Prinz den Fuchs, meinen Vater vertraut gemacht. Er war stets hilfsbereit und liebenswert, sein großes Hobby war Automechanik, er reparierte ständig seine Autos selbst und nahm Veränderungen vor, dass die Autohersteller, würden sie davon erfahren, über seine Kreativität erstaunt wären.
Da in Lima der Verkehr absolut chaotisch ist und niemand auch nur eine Verkehrsregel beachtet, kann sich nur das Auto mit der lautesten Hupe oder dem lautesten Horn einen Weg bahnen. Aus diesem Grund installierte mein Vater in unseren alten VW-Kombi eine zweite Hupe auf die Beifahrerseite. So konnten mein Beifahrer und ich, wenn ich es eilig hatte, um ein Kind von VIDA NUEVA rechtzeitig abzuholen, gleichzeitig hupen, was sich anhörte, als würden wir einen LKW fahren. So verschafften wir uns den nötigen Respekt, die anderen Autofahrer machten schnell den Weg frei und wir kamen beinah pünktlich an unserem Ziel an.
Einer der glücklichsten Tage meines Vaters war der Tag, als er zum ersten Mal das Auto von VIDA NUEVA fuhr und in die überraschten und glücklichen Gesichter der Kinder des Centro blickte, als diesen bewusst wurde, dass dieses Auto nun ihnen gehörte und sie ab diesem Tag ohne Probleme ins Centro VIDA NUEVA gelangen konnten, was ihnen zuvor versagt geblieben war.
Es ist schön zu sehen, wie jede Person im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas für einen anderen Menschen tut, insbesondere, wenn dieser Mensch behindert ist und nicht mit der Möglichkeit rechnet, eine seinen besonderen Bedürfnissen angepasste Erziehung zu erhalten. Oder wenn seine Krankenversicherung nicht die Rehabilitationsmaßnahme deckt, die er bräuchte.
Vor einigen Jahren lernte ich hier in Deutschland einen Vater kennen, dessen Sohn zu früh geboren wurde und der, wenn ich mich nicht irre, in seinen ersten Lebensmonaten fünfmal operiert worden ist. Er schrieb mir in einer Mail: ”Ich weiß, wie schwierig es ist, die Entwicklung eines behinderten Kindes zu fördern, wie bei meinem Sohn, aber es ist wesentlich schwieriger, wenn zur Behinderung noch Armut hinzukommt und es nicht möglich ist, qualifizierte und professionelle Hilfe zu erhalten. Ich glaube, den Kindern diese Möglichkeit zu eröffnen, kann deren Leben vollständig ändern.” Das Centro VIDA NUEVA könnte ohne Ihre Hilfe diese soziale Arbeit nicht leisten. VIDA NUEVA würde schlichtweg nicht existieren.
Vor wenigen Tagen feierte unsere Freundin Ute Scherberich ihren 50. Geburtstag und hatte circa 100 Gäste geladen, die statt eines Geschenkes VIDA NUEVA Geld spendeten. Sie können sich vorstellen, welche Summe zusammengekommen ist und wie diese noble Tat dazu beitrug, dieses Jahr nicht rote Zahlen zu schreiben. Ute Scherberich wollte, dass ich eine kleine Präsentation vorbereitete, um ihren Gästen die Arbeit des VIDA NUEVA nahe zu bringen. Um die Wahrheit zu sagen, keiner der Geladenen musste noch etwas über VIDA NUEVA erfahren, denn in diesen 13 Jahren hat Ute nichts anderes getan, als unermüdlich Hilfe für unser Projekt zu suchen, sei es auf ihrer Arbeit, bei ihrer Familie, bei Freunden, in der Soester Kirche usw. Dennoch erstellten mein Mann und ich diese Präsentation und betitelten sie mit ”Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört, aber gebt Gott, was Gott gehört ”. Diese Präsentation war nichts anderes als der Ausdruck unseres Dankes an und unserer Bewunderung für sie. Niemand kann sich vorstellen, wie viele Stunden Arbeit unsere Freundin Ute in unser Projekt gesteckt hat, indem sie Spendenaktionen mit ihren Kindern in Geseke durchführte, Broschüren entwarf, die uns noch heute dienen, potenzielle Spender zu werben, ein Informationshandout verfasste, das alle nötige Informationen für künftige Volontäre enthält, mit ihrem Bruder den ersten Internetauftritt erstellte, am Ende des Jahres die Spendenbescheinigung mit den absetzbaren Steuern den Spendern zukommen lässt. Müsste ich hier sämtliche Bereiche aufführen, in denen Ute in diesen ganzen Jahren aktiv war, so würde der Rahmen dieses Briefes gesprengt werden.
Aber nun ist es mir wichtig, Ihnen allen und jedem einzelnen zu danken. Wie der Apostel Paulus sagte: "Gebt also jedem, was ihr ihm schuldig seid! ... Wem Respekt zusteht, dem erweist Respekt, und wem Ehre zusteht, dem erweist Ehre" (Römerbrief 13, 7).
In diesem Sinne möchte ich gerne ergänzen: "Wem Dankbarkeit zusteht, dem erweist Dankbarkeit".
Es gibt viele Menschen, denen wir zu Dank verpflichtet sind und die ich hier kurz erwähnen werde, immer mit dem unguten Gefühl, dass mir jemand böse ist, weil ich ihn jetzt nicht einzeln aufführen kann (erlaubt mir bitte, dies zu einem späteren Zeitpunkt zu tun).
Mit der Hilfe und Vertrauen der Soester Kirche, ihrem Pastor Friedhard Fischer, seiner Gemeinde und der Kirchenverwaltung hätte VIDA NUEVA kein offizielles Spendenkonto (in Deutschland), welches entscheidend dazu beiträgt, die Glaubwürdigkeit und Seriosität des Centros zu unterstreichen und auch um darzustellen, das es sich dabei um eine offizielle Behinderteneinrichtung handelt. Zu dem wird es hierdurch ermöglicht, dass die Spender für ihre finanzielle Unterstützung auch Spendenbescheinigungen erhalten können.
Dafür ist VIDA NUEVA mehr als Dankbar und wird es nie vergessen.
Andrea Wagner, die in der Klinik, in der sie arbeitet, und unter ihren Freunden so viel Geld gesammelt hat, dass die Summe genügte, die Kosten des ersten Jahres, in dem VIDA NUEVA gegründet wurde, zu decken. Ute Schunkert (die öfter in Perú war als jede andere Volontärin und mehr als alle anderen von uns arbeitete (als Physiotherapeutin, als Chauffeur, als Musiklehrerin und Dirigentin unseres kleinen Chores und als Verhandlungsführerin beim Kauf des Grundstücks und des Hauses für VIDA NUEVA). Dorothee Goldmann, die nicht nur Volontäre in ihrer Schule für Physiotherapie wirbt, sondern jedes Jahr mehr als 300 oder 400 Fingerfiguren verkauft, deren Erlös VIDA NUEVA zugute kommt. Ana Sophia, deren Geburtstag seit ihrer Geburt mit ihren Freunden gefeiert wird, die geladenen Kinder aber statt Geschenken eine Spende für VIDA NUEVA mitbringen. Eine Freundin unser befreundetes Pärchen Ingeborg Neubauer und Heiko Jahn hat geheiratet und anstelle von Hochzeitsgeschenken können Sie sich schon vorstellen, was sie und ihr Mann sich gewünscht haben. Eine Schule in Düsseldorf (in der Frau Siebke arbeitet) sammelt Geld für Renzo, einen Schüler von VIDA NUEVA, indem sie an einem Tag im Jahr Autos waschen. Die Lehrerin Frau Mayer fertigt mit ihren Schülern der Waldorfschule Nürtingen Handarbeiten an, deren Erlös nach dem Verkauf an VIDA NUEVA fließt. Ebenso gibt es Geschäfte, die Produkte der Dritten Welt verkaufen und uns regelmäßig unterstützen (indem sie unsere Kerzen und Kunsthandwerke verkaufen). Viele Namen und Institutionen möchte ich noch nennen, und ich werde dies tun, aber in dem nächsten Brief. Ich verspreche es Ihnen.
Nun möchte ich nur noch erzählen, dass die Volontäre, die bald ihre Zeit im Centro VIDA NUEVA beenden und nach Deutschland zurückkehren, in ihrem Gepäck circa 20 kg Kerzen, im Centro VIDA NUEVA hergestellt, mitführen. Diese Freiwilligen werden diese Kerzen in ihrem Bekannten- und Freundeskreis verkaufen, so dass auch sie helfen, Geld für VIDA NUEVA zu sammeln. Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht, und auch in Zukunft die Freiwilligen über ihre Zeit in Perú hinaus uns unterstützen können. Denn VIDA NUEVA braucht nicht nur die Hilfe von Freunden, die uns in der Vergangenheit geholfen haben (von denen ich einige genannt habe) und die es bis heute tun, sondern wir brauchen neue Spender, die z. B. mit nur 50 Cent jeden Tag, VIDA NUEVA sehr helfen, das knappe monatliche oder jährliche Budget aufzubessern. Für das nächste Jahr haben wir uns vorgenommen, den neuen Raum für Ergotherapie auszustatten, da Ende dieses Quartals uns neben den Physiotherapeuten auch Ergotherapeuten unterstützen werden. Leider verfügen wir derzeit für die Ergotherapie nur über eine kleine Holzschneidemaschine (Dekupiersäge), einen Tisch und ein paar Stühle. Wenn also jemand von Ihnen uns unterstützen möchte, dann denken Sie an die Ergotherapie und an all das, was zu tun bleibt.

Ich schließe nun diesen Brief und wünsche Ihnen

FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GLÜCKLICHES, GUTES NEUES JAHR.

Marlene Pérez Brockert
(Gründerin und Leiterin des Centro VIDA NUEVA)


Spendenkonto:
Ev. Ref. Gemeinde Soest
Sparkasse Soest
BLZ: 41450075
Konto-Nr.: 15446
Kennwort: VIDA NUEVA (UNBEDINGT ANGEBEN !!)

Bitte bei der Spendenausstellung / Überweisung, wenn möglich, Ihre Adresse angeben bzw. zusenden oder mailen, damit auch die Spendenquittung an die aktuelle Adresse gesendet werden kann.

Hinweis für die Spendenbescheinigungen 2006:
Da unsere Spendeneingänge über das Konto des Kreiskirchenamtes Soest / Arnsberg laufen, und von diesem auch die Spendenbescheinigungen erstellt werden. wird die Zustellung voraussichtlich erst im Februar 2007 erfolgen.

Wenn sie (auch) zukünftig aktuelle “Neuigkeiten” per Email erhalten möchten, senden sie uns einfach eine Mail mit dem Stichwort “Newsletter”.

Kontaktadresse:
Marlene Pérez Brockert
Frankensteiner Str. 28
40231 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 98 55 905

Internet : < www.VIDA-NUEVA.de >

Email-Adresse : < newlife@VIDA-NUEVA.de >

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