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Rundbriefe

Rundbrief September 2010

Düsseldorf, 25.September 2010

Liebe Freunde/Freundinnen und Unterstützer/innen von VIDA NUEVA

In diesem Rundbrief wollen wir euch / Ihnen einige wichtige Neuigkeiten mitteilen:

Wie wir im letzten Rundbrief berichtet haben, sind wir inzwischen ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit einem eigenen Spendenkonto. Bisher haben nur wenige von euch/Ihnen aber die Spenden auf das neue Konto überwiesen. Ende des Jahres möchten wir einen endgültigen Schnitt machen und alle Spenden nur noch über unser Vereinskonto laufen lassen, um das Kreiskirchenamt zu entlasten. Bis dahin werden die Spenden an die reformierte Gemeinde automatisch an uns weitergeleitet. Wir bitten Sie / euch aber hiermit, Ihre / eure Spenden bald auf das folgende Konto zu überweisen.

Hilfe für VIDA NUEVA e.V.
Stadtsparkasse Düsseldorf
BLZ : 300 50 110
Konto-Nr.: 1005422249

Sie / Ihr können / könnt gerne bei regelmäßiger Überweisung unser Lastschriftverfahren in Anspruch nehmen. Das entsprechende Formular senden wir Ihnen / euch mit und bedanken uns hiermit schon einmal für Ihre/ eure Treue und Ihr / euer Vertrauen.

Heute können wir Ihnen / euch eine besondere Neuigkeit mitteilen. Die Schmitz-Hille-Stiftung < www.schmitz-stiftungen.org > hat uns ein neues Projekt ermöglicht. Frau Ursula Bonin besuchte im letzten Jahr in Peru einige Projekte, die von ihrer Stiftung unterstützt werden und stattete auch VIDA NUEVA einen Besuch ab. Daraufhin nahm sie Kontakt mit Marlene Pérez Brockert auf und schlug ihr die Finanzierung einer Holzwerkstätte vor. Inzwischen sind die Pläne konkretisiert worden und die Gelder in Höhe von insgesamt 23.000 Euro Zweck gebunden für dieses Projekt genehmigt worden. Im kommenden Jahr sollen nun die Maschinen und Werkzeuge angeschafft und ein Schreiner eingestellt werden, der vor Ort mit den Kindern und Jugendlichen von VIDA NUEVA sowie Jugendlichen aus dem Distrikt Möbel u.a. anfertigen wird. Die Finanzierung des Schreiners erfolgt zunächst für zwei Jahre über die Stiftung. Mit der Einrichtung der Werkstatt soll den Jugendlichen von VIDA NUEVA zum einen ermöglicht werden, eine eigene Arbeitsstelle zu erhalten, weiterhin aber sollen auch andere arbeitslose Jugendliche aus der Wohngegend des Zentrums die Möglichkeit erhalten, zusammen mit den Schülern von VIDA NUEVA eine Arbeitsstelle zu finden.
Um das Projekt vor Ort in Stiel zu stoßen und zu organisieren wird Frau Pérez Brockert im Oktober nach Peru reisen und für 5 bis 6 Wochen im Zentrum bleiben. Bei dieser Gelegenheit wird sie den neu eingestellte Krankengymnasten und Ergotherapeutin kennen lernen. Nachdem im letzten Jahr eine feste Stelle für Ergotherapie eingerichtet wurde (wir berichteten im letzten Rundbrief), können die Kinder und Jugendlichen nun auch kontinuierlich von einem einheimischen Krankengymnasten betreut werden. Bisher wurde die Krankengymnastik weitgehend durch Volontärinnen abgedeckt, was einen häufigen Wechsel in der Therapie bedeutete. Wir freuen uns, dass nun eine Kontinuität in den verschiedenen Therapieangeboten in VIDA NUEVA möglich ist.

Da mit der Einrichtung der neuen Werkstatt und den nun fest besetzten Stellen der Ergotherapie und Krankengymnastik ein großer Wechsel und viele Veränderungen im Zentrum stattfinden, hat sich Frau Marlene Pérez Brockert entschlossen, im kommenden Jahr keine Volontäre/Volontärinnen aufzunehmen, damit die Arbeitsabläufe, Bau und Einrichtung der Holzwerkstatt und weitere organisatorische Aufgaben erst einmal in Ruhe neu geregelt werden können.

Frau Pérez Brockert und das Zentrum danken aber an dieser Stelle allen bisherigen Volontären/Volontärinnen für ihren Einsatz und ihr Engagement, ohne die das Zentrum nicht das erreicht hätte, was es bis heute erreicht hat. Wir werden bei Gelegenheit über einen neuen und sinnvollen Einsatz weiterer Volontäre/Volontärinnen nachdenken und Sie darüber informieren.
Ein jüngstes Beispiel für das große Engagement der Volontäre möchten wir an folgendem Beispiel deutlich machen. Sandro Castellana, der als Ergotherapeut in unserem Zentrum arbeitete, hat über seine Heimatgemeinde Mössingen eine Spende von über 3.000,- Euro organisiert. Mit dieser Spende konnte er vor Ort wichtige Maschinen und Materialien für die Ergotherapie anschaffen. Zudem wurde ein industrieller Backofen und Zubehör für die Bäckerei gekauft. Es ist nun möglich, dass Kuchen und Brote auf Bestellung für Feste u.a. im Zentrum hergestellt werden können. Mit diesem kleinen Service kann das Zentrum einen kleinen Verdienst erwirtschaften. Eine ausgebildete Bäckermeisterin kommt und hilft bei Bedarf und bereitet zusammen mit den Kindern und Jugendlichen von VIDA NUEVA die bestellten Backwaren zu.
Zudem hat Sandro im Garten des Zentrums eine Kräuterspirale errichtet. Wir möchten uns an dieser Stelle für dieses Engagement bei Sandro und seiner Gemeinde ganz herzlich bedanken.

Unser Dank gilt ebenso Christine Golz und Johanna Wagner, die in der Zeit ihres Volontariats Portraits unserer Schüler/innen gemacht haben mit der Idee, einen Kalender zu erstellen. Wir haben einen Probedruck erstellen lassen und werden einen Kalender für das kommende Jahr gestalten. Wir würden diesen Kalender für einen Preis von 10 Euro verkaufen (DIN-A 4), wobei mehr als die Hälfte als Gewinn in das Projekt fließen würde. Voraussetzung wäre, dass wir 500 Kalender drucken lassen und verkaufen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich daran beteiligten und die Kalender über e-Mail bestellen würden (newlife@VIDA-NUEVA.de oder ute.scherberich-rodriguez@freenet.de). Ein Muster können Sie / könnt ihr demnächst auf unserer Homepage ansehen.

Zum Schluss möchten wir Ihnen / euch mit einem Ausschnitt eines Berichts von Diego Cuadra, der in diesem Jahr das Zentrum mit der Option besuchte, für eine deutsche Organisation einen Bericht über ein peruanisches Projekt zu schreiben, einen Eindruck von dem Leben in unserem Zentrum geben:

Im “Zentrum neues Leben” – beginnt für viele Kinder in Peru das Leben neu

Heute, am 6. Mai, ist ein besonderer Tag: es ist Muttertag, und das “Zentrum neues Leben” hat zu einer besonderen Ehrung der Mütter eingeladen – die Menschen haben sich auf der Sportwiese eingefunden und hören sich von den Kindern selbst verfasste Gedichte und Lieder und schauen sich von ihnen einstudierte Tänze an. Wie die Sonne, strahlen an diesem Tag auch die Kindergesichter um die Wette. Vielleicht aber am meisten die Mütter, sind sie es doch, die oft nach vielen Jahren der Suche die geeignete Schule für ihre Kinder gefunden haben.
Liseth, ein elfjähriges Mädchen, ist eines dieser Kinder, die im “Zentrum neues Leben” im Distrikt Ate Vitarte neuen Mut und neue Hoffnung geschöpft haben. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie in einer Hütte aus Pappe, Backstein, Holz und Mörtel in Santa Clara, einem armen Vorort Limas, der Hauptstadt von Peru. Morgens, wenn der Hahn kräht, rüttelt Liseth ihre ein Jahr ältere Schwester wach und eilt mit ihr auf dem kalten Fußboden über den Hof in die klapprige Küche. Den warmen Tee zum Frühstück trinken Liseth und ihre Schwester Ortensia Jesús genüsslich und nehmen dabei die großen Stücke Brot zu sich, die sie geschickt aus dem warmen, in Zeitungspapier eingewickelten, noch frischen Laib brechen. Nachdem sie sich mit einer Handvoll Wasser den Schlaf aus den Augen gewaschen haben, gehen sie auf den Schotterweg, wo sich ihrer Wege trennen: Ortensia läuft zu ihrer Schule und Liseth steigt in ein wackliges, dreirädriges Motortaxi.
Liseth ähnelt den anderen Mädchen in Santa Clara: sie hat langes, tiefschwarzes Haar, ihre Haut ist braungebrannt und sie hat strahlend leuchtende, dunkle Augen. Doch sie teilt mit diesen Mädchen auch ihre Geschichte: Wie so viele migrierten auch ihre Eltern in den 1960er Jahren aus den entfernten Provinzen in die Großstadt Lima. Liseth war mit nur 10 Jahren aus Tarapoto, einer Stadt im Amazonasbecken, nach Santa Clara gekommen.
Die Familie lebt von 350 Soles im Monat, das sind etwa 90 Euro, die der Vater als Taxifahrer verdient – ein Einkommen, das deutlich unter dem Durchschnittslohn liegt. Dies erklärt auch die auf das Nötigste beschränkte Inneneinrichtung der Hütte: Der Fußboden ist aus kaltem Beton, das Sofa ausgesessen; die Decke wurde aus Schilfrohr geflochten und so belassen, von der Decke baumelt eine Glühbirne, fließendes Wasser gibt es keines, und statt einer richtigen Kanalisation nur ein Plumpsklo.

Eigentlich müsste Liseth in ihrem Alter die sechste Schulklasse besuchen, aber weil sie als “nicht normal” gilt, kann sie sich glücklich schätzen, mit dem “Zentrum neues Leben” – eine geeignete Einrichtung gleich in ihrer Nachbarschaft zu haben. Tatsächlich stellt das “Centro VIDA NUEVA” für viele Kinder und Jugendliche mit einem besonderem Förderbedarf die letzte Chance dar, doch noch einen adäquaten Unterricht zu erhalten, einen Unterricht, der angepasst ist an die besonderen Bedingungen chronisch kranker, körperlich oder sinnesbehinderter, lernbehinderter oder hyperaktiv gestörter Kinder und Jugendlichen.
Erst hier, im “Zentrum neues Leben”, im Rahmen einer Evaluation, konstatierten Therapeuten Liseth die Reife und die Mentalität eines vierjährigen Mädchen. Damals ging sie bereits seit zwei Jahren auf eine Regelschule, und hatte dort so ihre Probleme: Doch die Lehrer fragten nicht, warum Liseth mit dem Lernstoff überfordert war und auch die Mutter wunderte sich nicht über die Schweigsamkeit ihrer Tochter. So wie Liseth geht es nicht nur in Santa Clara vielen Kindern, die vielfach seit Jahren in ihrer Entwicklung stagnieren, ohne dass dies als Problem erkannt wird, schlicht, weil es an dem Fachpersonal fehlt, das die Symptome erkennen und die entsprechenden Diagnosen aufstellen könnte.
Heute, nach vier Jahren sagt Liseth selbstbewusst: “Wenn ich groß bin, möchte ich studieren und Tierärztin werden!” Die Eltern haben Hoffnung bekommen, dass ihre Tochter zumindest ein selbständiges Leben führen wird. Sie haben gelernt, die Probleme ihrer Tochter realistisch einzuschätzen und sie entsprechend in den Alltag zu integrieren. Dies ist das Ergebnis des Engagements und der nachhaltigen Arbeit der Pädagogen und Therapeuten.
Die Einrichtung wurde 1993 von der Psychologin Marlene Pérez Brockert gegründet und seitdem von einem deutschen Freundeskreis alleine finanziell unterstützt. Ein Großteil der Hilfe kam damals schon und kommt bis heute aus Deutschland in Form von privaten Geld- und Sachspenden, aber auch von der deutschen Entwicklungsorganisation Inwent gGmbH – einer "Organisation für Internationale Weiterbildung und Entwicklung" – durch die freiwillige Mitarbeiter ihren Weg nach Santa Clara und in das “Zentrum neues Leben” finden.
Die freiwilligen Mitarbeiter leben in Baracken, in unmittelbarer Nähe der Schule. Über so viel Selbstlosigkeit kann man nur staunen, genauso wie über die Intelligenz und Fantasie, mit der auf der Grundlage eines wöchentlichen Lernprogramms mit wechselnden Themen unterrichtet wird: Diese Woche dreht sich alles um die Sinne: um sehen, schmecken und hören – dies zu unterscheiden sollen die Kinder lernen.


Mit herzlichen Grüßen

Marlene Pérez Brockert
Ute Scherberich-Rodríguez

Spendenkonto:

Hilfe für VIDA NUEVA e.V.
Stadtsparkasse Düsseldorf
Bankleitzahl : 300 501 10
Konto-Nr. : 100 542 22 49

Kennwort: VIDA NUEVA

!! AB 01.01.2011 UNGÜLTIG!!
Ev. Ref. Gemeinde Soest
Kreiskirchenkasse Soest
KD-Bank eG.
Bankleitzahl : 350 601 90
Konto-Nr. : 200 556 50 25


Spenden- und/oder Patenschaftsanträge
Der von uns eingerichtete Service zur Vereinfachung von Spendeneinzahlungen bleibt natürlich erhalten. Sie können auch zukünftig die Spenden- und/oder Patenschaftsanträge von unserer Homepage herunter laden (oder bei Frau Pérez Brockert per Email oder Post anfordern), ausfüllen, unterschreiben und an unsere Kontaktadresse per Post senden.
Somit wird ihre Spende ganz unbürokratisch von ihrem Konto abgebucht, und ihnen der Gang zur Bank erspart.
Des Weiteren erhalten Paten nicht nur unsere Rundbriefe, sondern darüber hinaus regelmäßige Berichte und Informationen nebst Fotos von Ihrem Patenkind und können so immer mehr von ihm erfahren, von dessen Lebensumständen, Fortschritte und Entwicklungen und vieles mehr.

Sollten sie jedoch weiterhin den herkömmlichen Weg bevorzugen, bitte bei der Spendenausstellung / Überweisung Ihre Adresse angeben bzw. uns zusenden oder mailen, damit die Spendenbescheinigung an Ihre aktuelle Adresse gesendet werden kann.

Hinweis für die Zuwendungsbescheinigungen 2010:
Die Zustellungen der Zuwendungsbescheinigungen (für Spenden in 2010) werden voraussichtlich im Februar 2011 erfolgen.

Wenn sie (auch) zukünftig aktuelle “Neuigkeiten” per Email erhalten möchten, senden sie uns einfach eine Mail mit dem Stichwort “Newsletter”.

NEUE Kontaktadresse (gültig ab 01.10.2010):
Marlene Pérez Brockert
Benderstr. 65
40625 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 98 55 905

Rundbrief zum Download: << Rundbrief September 2010 >>

Homepage : < www.VIDA-NUEVA.de >
Email-Adresse : < newlife@VIDA-NUEVA.de >

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