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Rundbriefe

Soest, 01.Juni 2001

Liebe Freunde/innen und Unterstützer/innen von VIDA NUEVA,

die Sommerferienzeit naht mit großen Schritten und ich möchte das “Sommerloch” mit einigen neuen Nachrichten aus Peru füllen.
Vor wenigen Wochen wurde die Stichwahl zwischen F. Toledo und A. García zugunsten von Toledo entschieden. Nun warten wir gespannt auf seine offizielle Amtseinführung und sein politisches Programm. Für die peruanische Bevölkerung bedeutet das zunächst noch eine Zeit der Ungewissheit (die offizielle Amtseinführung ist im Juli), der Hoffnungen und der Ängste. Der Dollar ist für die Peruaner erst einmal teurer geworden, und das bedeutet wieder eine starke Inflation. Davon sind besonders auch die Familien von VIDA NUEVA betroffen.
Politische Unruhen gab es im Vorfeld und es bleibt zu hoffen, dass die terroristischen Aktivitäten, die in den 80er und 90er Jahren an der Tagesordnung waren, nicht wieder aufflammen.
Im Zentrum hat es einige positive Veränderungen gegeben. In diesem Monat konnten wir der Schule einen größeren Betrag überweisen, damit die neu geplanten Bäder endlich einmal fertig gestellt werden können. Schon Anfang des Jahres hatte das Zentrum Dank einer Spende zweier deutscher Volontärinnen neue Wasch- und Toilettenbecken kaufen können. Ein Umbau zur Installation aber war nötig, wozu das Geld wiederum fehlte. Nun haben wir aufgrund einiger Sammlungen bei Geburtstagen, Beerdigungen u.a. Gelegenheiten die nötigen Unkosten aufbringen können, und ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die, wie auch immer, unsere Arbeit unterstützen.
Das Zentrum hat einige ausrangierte Rollstühle erhalten, sodass nun einige Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule getragen werden müssen und auch an Ausflügen teilnehmen können. Insbesondere für die Familien ist das eine große Erleichterung.
Der Staat schenkte VIDA NUEVA eine ältere, aber noch funktionstüchtige industrielle Nudelmaschine. Von der technischen Universität erhielten die Lehrer/innen einen Einführungskurs über die Herstellung von Nudeln in größeren Mengen. Die Maschine soll eingesetzt werden, damit ein Teil der älteren Schüler/innen eine Beschäftigung erhält. Natürlich soll damit auch Geld verdient werden. Dazu muss aber zunächst ein Absatzmarkt gefunden werden. Auch wenn mit dem Verkauf von Teigwaren sich die Schule nicht selber tragen können wird, so wird VIDA NUEVA mit jedem Projekt dieser Art ein Stück unabhängiger von den Spenden und hat einen etwas freieren finanziellen Spielraum.
In diesem Zusammenhang erinnere ich an das Kompostprojekt und den Verkauf von Handarbeiten. Diese Projekte werden weiterhin von den Schülern/innen betrieben. Marlene hat mir gerade wieder schöne Karten zugeschickt, die die Kinder mit Hilfe von Schablonen malen und die auf der Rückseite auch einen Stempel von VIDA NUEVA tragen. Sie haben nun ein Motiv mit zwei Kindern, die in der Mitte ein Herz halten und sehen sehr ansprechend aus.
In diesem Monat hat Marlene Pérez einen Gesundheitstag für die Familien organisiert. Für 1 Sol (das ist weniger als eine DM) konnten sich die Kinder und Jugendlichen von VIDA NUEVA sowie ihre Familien ärztlich und zahnärztlich untersuchen lassen. Da sie alle keine Krankenversicherung besitzen, wurde dieses Angebot gerne angenommen. Die Familien erhielten die nötigen Medikamente kostenlos. Zur Zeit wird eine augenärztliche Untersuchung geplant. In Zusammenarbeit mit einem anderen Projekt besteht evtl. die Möglichkeit einer kostenlosen augenärztlichen Untersuchung. In diesem Zusammenhang sollen alte Brillen gesammelt und evtl. im Herbst mit den neuen Volontärinnen nach Peru geschickt werden.
Im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge habe ich Kontakt mit der Organisation action medeor aufgenommen. Sie verschicken Medikamente an Projekte für einen sehr günstigen Preis. Allerdings müssen wir erst abwarten, wie die Möglichkeiten unter der neuen Regierung sein werden, ein Medikamentepaket per Post zu senden.
In VIDA NUEVA sind in diesem Jahr fast ununterbrochen Volontärinnen zu Besuch. Zunehmend nutzen die Helferinnen die Möglichkeit, zu zweit im Zentrum zu arbeiten. Wenn sie einen Flug über die Vereinigten Staaten buchen, können sie oft bis zu 64 kg Gepäck mitnehmen. ln diesem Fall nutze ich die Gelegenheit, den Betreffenden etwas für Marlene und das Zentrum mitzugeben. Noch immer lagern hier Kleidung u.a. Sachen, die Marlene bei ihrem Deutschlandbesuch geschenkt bekam, die sie aber nicht alle mitnehmen konnte. Ich bitte also auch die nächsten Anwärterinnen, sich noch einmal rechtzeitig bei mir zu melden , um Sachen mitnehmen zu können.
Mein Bruder war vor wenigen Wochen auf einer Reise durch Peru und hat dabei auch VIDA NUEVA besucht. Er war sehr angetan von der schönen Einrichtung und professionellen Arbeit und hat einige seiner Fotos auf unserer Homepage veröffentlicht. Vielleicht schaut ihr/schauen Sie einmal nach. Leider bleibt mir nicht die Zeit, die Homepage stets zu aktualisieren, aber ich werde es hin und wieder versuchen.
In diesem Zusammenhang möchte ich darum bitten, dass alle diejenigen, die den Rundbrief per Email erhalten können und möchten, mir Ihre Emailadresse zusenden. Für mich bedeutet das Zeit- und Kostenersparnis. Die anderen erhalten den Rundbrief natürlich nach wie vor mit der Post.
Im April nächsten Jahres feiert VIDA NUEVA sein 10jähriges Bestehen. In diesem Zusammenhang möchte ich etwas Besonderes für das Zentrum machen. Wer eine Idee hat, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Alle diejenigen unter euch, die einmal im Zentrum gearbeitet oder dieses besucht haben, wissen sicher, wie wichtig den Menschen in VIDA NUEVA ihr Jahrestag ist. Es ist zwar noch etwas Zeit bis dahin, aber die Zeit vergeht auch schnell und vielleicht muss ja noch das eine oder andere geplant und organisiert werden.

Nun wünsche ich allen von euch/Ihnen eine schöne Sommerzeit und bedanke mich noch einmal auch im Namen aller Familien und Lehrer/innen von VIDA NUEVA

Eure/Ihre Ute Scherberich-Rodriguez.

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