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Abschieds-Rundbrief März 2019

Düsseldorf, 15.März 2019

Liebe Freunde/Freundinnen und Unterstützer/innen von VIDA NUEVA

Mit diesem Brief nehmen wir wehmütig Abschied von unserem Spender- und Unterstützerkreis.
Aber wir können nicht einfach sagen “das war’s – vielen Dank” sondern möchten noch einmal einen Rückblick halten über 25 Jahre Begleitung und Unterstützung der Menschen in VIDA NUEVA, mit denen wir uns sehr auch weiterhin verbunden fühlen.
1993 startete Marlene Pérez zunächst in kleinen Räumlichkeiten und unter Mithilfe zweier Kolleginnen mit ihrer großartigen Idee: Sie wollte Kindern und Jugendlichen, die keinerlei Förderung erhielten, Unterstützung bieten. Dazu bat sie mich damals um finanzielle Unterstützung. Die Gründung eines Spenderkreises gelang besser als gedacht, er hat sich im Laufe der Jahre unerwartet erweitert und eine enorme Entwicklung möglich gemacht:
Im Jahre 1996 konnte schon ein eigenes Grundstück mit Gebäuden für das Projekt VIDA NUEVA in einem Viertel in Lima erworben werden. Dank vieler Spenden wurden die Gebäude renoviert und Materialien und Ausstattungen finanziert. Mit viel Engagement und Kreativität wurden Projekte im Zentrum angestoßen, ein Gemüsegarten wurde angelegt, Kompost hergestellt und verkauft. Das Spektrum an Therapien wurde erweitert, so zum Beispiel kamen zur Physiotherapie auch die Logopädie und die Ergotherapie hinzu. Manches wurde durch die Volontäre/innen angestoßen, die über Jahre im Zentrum arbeiteten und sich engagierten. Viele von ihnen sind uns treu geblieben und haben mit weiteren Spendern in ihrem Bekanntenkreis für eine gesicherte Existenz des Projektes gesorgt. Neue Bäder wurden eingerichtet, eine neue Küche konstruiert, in der Brot und Kuchen zum Verkauf erstellt werden. Eine Schreinerei konnte gebaut werden. Bei der Küche war die Karl Bröcker Stiftung in Lippstadt maßgeblich beteiligt, die Schreinerei war eine Spende der Schmidt-Hille-Stiftung in Düsseldorf. Es war eine große Anerkennung für die Arbeit vor Ort, die damit durch die Stiftungen erfolgte.
Neben den pädagogischen und therapeutischen Angeboten wurde auch die Elternarbeit erweitert, einzelne Kinder und ihre Familien, die unter besonders bedürftigen Bedingungen lebten, erhielten finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Medikamenten und Hilfsmitteln. Viele Rollstühle u.a. Materialien wurden mit den Volontärinnen per Flugzeug mit ins Zentrum gebracht, neue Anregungen und Ideen aufgenommen und umgesetzt. Bei allem aber blieb das Zentrum in seiner Führung und in seinem pädagogischen Konzept unabhängig von unserem Freundeskreis oder anderen Sponsoren. Darauf haben wir immer großen Wert gelegt, denn das Vertrauen in Marlene Pérez Alvarez und ihrer Schwester Marcela, die als einheimische die Verhältnisse vor Ort am besten kennen, war immer gegeben. Viele von uns kennen Marlene persönlich, einige auch ihre Schwester, die vor Ort die Leitung übernahm, als Marlene nach Deutschland kam und blieb.
Mit den Jahren haben sich auch viele Dinge grundlegend verändert: die Organisation und Begleitung der Arbeit der Volontärinnen gestaltete sich als zunehmend schwierig, wir haben dann ganz darauf verzichten müssen. Arte Vitarte, das Viertel, in dem sich das Zentrum befindet, hat sich kommerziell weiter entwickelt. Es gibt inzwischen staatliche Schulen, die auch Kinder mit besonderem Förderbedarf aufnehmen.
Und in unserem Freundeskreis sind uns zwar viele treu geblieben, aber die Spenden dennoch auch zurückgegangen. VIDA NUEVA hat sich zu einer Größe entwickelt, die von uns aus Deutschland mit einer rein ehrenamtlichen Tätigkeit nicht mehr allein zu finanzieren ist.
Wir haben deshalb vor 1 ½ Jahren überlegten, die Verantwortung in die Hände von Marcela zu geben. Sie hat die Zeit genutzt, das Zentrum auf eigene Füße zu stellen. Die Finanzierung erfolgt nun auch durch Beiträge von Eltern, die die Therapien bezahlen können. Die Bedürftigen erhalten die Förderung nach wie vor kostenlos. VIDA NUEVA wird in Zukunft in erster Linie als begleitendes Therapiezentrum weitergeführt und nicht mehr als Schule.
An dieser Stelle gilt es auch einmal Dieter Brockert besonders zu danken, der seit Jahren die finanzielle Verwaltung der Spenden übernommen hat, sich um die Steuererklärungen und Überweisungen, Jahresabrechnungen etc. kümmerte. Das war ein großer Aufwand, für den wir uns hiermit ganz herzlich bedanken.
Unser Dank gilt auch Marcela, die seit Jahren vor Ort die Leitung des Zentrums hat, sich um alles, was mit dem Personal, den Kindern und Jugendlichen, ihren Familien aber auch mit den Gebäuden zu tun hat, kümmert. Sie erstattete uns regelmäßig Bericht über die Vorkommnisse im Zentrum und stand stets in engem Kontakt mit ihrer Schwester Marlene. Wir erinnern uns gerne an die Bilder der Kinder, die uns einen Gruß und ein Dankeschön per Foto übermittelten sowie an die Bilder der vielen Feste, die in VIDA NUEVA gefeiert wurden. Marcela hat uns an allem teilhaben lassen. Ebenso danken wir Marlene herzlich für ihr Engagement, das auch von Deutschland aus immer groß war. Ohne die Zusammenarbeit der beiden Schwestern hätten wir das Projekt mit unserem Freundeskreis nicht unterstützen können.
Wir sind zuversichtlich, dass VIDA NUEVA auch weiterhin eine Heimat und ein “neues Leben” für viele Kinder und Jugendliche bietet. Mit Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie bietet das Zentrum nach wie vor viele Möglichkeiten der Förderung und unterstützt die betroffenen Familien.
Ihnen allen, die unser Projekt unterstützt haben, danken wir in ganz besonderer Weise für Ihre Hilfe, Treue und Anteilnahme an unserem Projekt und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit den besten Grüßen und guten Wünschen für unsere Freunde und Unterstützer/innen

Ute Scherberich-Rodríguez


WICHTIGER HINWEIS
Wir möchten euch/sie daher bitten keine Spenden mehr auf unser Vereinskonto zu überweisen, da wir diese abweisen und zurücksenden müssen.


Rundbrief zum Download: << Abschieds-Rundbrief März 2019 >>


Homepage : < www.VIDA-NUEVA.de >
Email-Adresse : < newlife@VIDA-NUEVA.de >

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