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Rundbriefe

Soest, 01.Februar 2002

Liebe Freunde/innen und Unterstützer/innen von VIDA NUEVA,

die Sommerferien in Vida Nueva neigen sich dem Ende zu, und im März beginnt nun zum zehnten Mal das neue Schuljahr.
Dieses möchte ich zum Anlass nehmen, allen, die das Zentrum VIDA NUEVA in den vergangenen Jahren unterstützt haben, herzlich zu danken, auch im Namen der Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern von VIDA NUEVA.
Wir können in vieler Hinsicht auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2001 zurückblicken: Fast das ganze Jahr über waren verschiedene Volontärinnen im Zentrum und haben die Arbeit der einheimischen Lehrkräfte auf ganz unterschiedliche Weise unterstützt. Mehrere junge Physiotherapeutinnen haben die Kinder und Jugendlichen krankengymnastisch unterstützt . Silke, eine schon erfahrenere Krankengymnastin hat dabei mit viel Improvisationstalent und Fantasie so manches Hilfsmittel (Schienen, “orthopädische Schuhe”) selbst angefertigt. Christine, eine Abiturientin war ganze 8 Monate in der Schule und hat einerseits die Förderung in den Klassen unterstützt, aber auch den Garten wieder auf Vordermann gebracht und sich um die neue Kaninchenzucht gekümmert. Dorothee Goldmann (ein Bericht von ihr stand im letzten Rundbrief), eine KG-Lehrerin hat das Zentrum in ihren Herbstferien für zwei Wochen besucht. Aus ihrer Schule sind schon mehrfach Praktikantinnen in VIDA NUEVA gewesen. Dorothee Goldmann wird nun an ihrer Schule für unser Projekt weiter werben und Interessierte vermitteln. Sabine und Maureen, zwei junge Physiotherapeutinnen haben gerade ihren Aufenthalt beendet, und im März starten wieder zwei neue Krankengymnastinnen. Zunehmend nutzen die Volontärinnen die Möglichkeit, einen Flug über die USA zu buchen. Dabei können sie dann 64 kg Gepäck mitnehmen, sodass immer etwas Platz für “Mitbringsel” bleibt. So hat Dorothee Goldmann ein Trampolin, eine Spende ihrer Schule, mitnehmen können, und so manche andere Hilfsmittel, Spiele, Materialien und Kleidung konnten VIDA NUEVA im letzten Jahr mitgebracht werden. Ein Freund einer angehenden Volontärin wird im März eine zusammenklappbare Behandlungsliege mitnehmen. Inzwischen sind auch die von Sabine und Maureen mitgenommenen Brillen angepasst und verteilt worden. In einer großen Aktion hat Frau Pérez, die Schulleiterin, Kinder und Eltern zusammengeholt und mit Hilfe eines Augenarztes kostenlos mit Sehhilfen versorgt.
Bei allen Helferinnen, und ich kann sie gar nicht alle namentlich erwähnen, erhielt ich jedesmal eine positive Rückmeldung über den Aufenthalt in Peru. Alle versicherten immer wieder, wie gastfreundlich sie von den Menschen in VIDA NUEVA aufgenommen und mit welcher Herzlichkeit sie dort behandelt wurden. Manche von ihnen hat ihren Aufenthalt verlängert. Dabei müssen wir aber auch insbesondere den Angestellten in VIDA NUEVA danken, dass sie sich immer wieder um neue deutsche Praktikantinnen kümmern und sie einarbeiten, wobei diese oft erst noch kaum Spanisch sprechen.
Aber auch hier in Deutschland hat es viel Unterstützung gegeben. Einige der Freundeskreismitglieder haben wieder zu Geburtstagen oder anderen Anlässen Spenden gesammelt, es wurde sogar ein Konzert zugunsten von VIDA NUEVA organisiert. Schulen und Gemeinden haben durch verschiedene Aktivitäten (Weihnachtsmärkte, Kuchenverkäufe u.a.) Gelder eingenommen und auch eine deutsche und eine holländische Firma, haben erstmalig einen größeren Betrag gestiftet. So konnten wir dann auch den Neubau der sanitären Anlagen finanzieren, über den ich im letzten Rundbrief bereits berichtet habe. Frau Pérez hat mir zu Weihnachten ein Bild mit allen Kindern und Lehrkräften vor dem neuen Anbau und einem großen Plakat, auf dem “Danke” zu lesen ist, zugeschickt. In ihrem letzten Brief schreibt sie: “ Die neuen Bäder bauen zu lassen, war mehr als ein Abenteuer.” (In Peru muss man bei der Konstruktion eines Gebäudes stets auf der Hut vor Betrug und Diebstahl sein. An solide Arbeitskräfte zu kommen, ist sehr schwierig.) “ Aber die Mühe hat sich gelohnt. Es reicht schon zu sehen, mit welcher Freude die Kinder und auch ihre Mütter die neuen Bäder, insbesondere die Dusche benutzen. Für sie bedeutet es, kein Wasser zum Waschen heranschleppen zu müssen und das Wasser über den Körper rieseln lassen zu können. Es gibt einen Jungen mit Namen Alexander, der jeden Nachmittag ins Zentrum kommt um uns eine kurze Zeit im Garten hilft. Anschließend geht er unter die Dusche. Es ist allein die anschließende Dusche, die ihn dazu motiviert, uns im Garten behilflich zu sein, auch wenn er gar nicht an der Reihe ist.”
Der Stadtteil, in dem die Schule liegt, ist noch weitgehend nicht an die Kanalisation angeschlossen, sodass die meisten Familien kein fließendes Wasser kennen. Somit sind die neuen Bäder ein ganz wichtiger Bestandteil einer angemessenen Hygiene für die Schüler und Schülerinnen sowie ihre Familien.
Die Stadt Soest hat uns finanziell auch in diesem Jahr wieder kräftig unterstützt. So hat sie 2700,- DM für Öffentlichkeitsarbeit bewilligt. Von dem Geld wurde eine Broschüre für angehende Praktikantinnen gedruckt, das Informationsfaltblatt muss ebenfalls neu gedruckt werden. Die Homepage soll im März überarbeitet werden, und ich hoffe sehr, dass ihr/Sie bald dann die neuen Bilder und Informationen sehen und lesen könnt/können. Ich würde mich freuen, wenn die zurückkehrenden Volontärinnen jeweils etwas Aktuelles berichten und ins Internet stellen würden.
Zudem freue ich mich über die Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit, die mir Gynna und Christina angeboten haben. Tatsächlich hat diese Arbeit durch die vielen Praktikantinnen, die Informationen benötigen und vermittelt werden wollen, so zugenommen, dass ich nicht mehr alles schaffe. Aufgrund eines Artikels in einer KG-Fachzeitschrift haben sich in den letzten Wochen allein 15 Interessierte gemeldet, die gerne einmal in VIDA NUEVA arbeiten möchten. Das Zentrum wird wahrscheinlich nicht allen eine Möglichkeit dazu bieten können.
Ich bitte alle um Geduld und Nachsicht, wenn ich ihren Wünschen nach Informationen und Zusendung der Spendenbescheinigungen nicht immer sofort entsprechen kann.
Auch in diesem Jahr sind wieder neue Spender dabei, deren Adressen ich nicht ausfindig machen konnte. Wenn jemand von Spendern weiß, die in der nächsten Zeit keine Spendenbescheinigung erhalten, so bitte ich um Rückruf und Angabe der entsprechenden Adresse.
Wie oben bereits erwähnt beginnt das Zentrum im März zum zehnten Mal mit einem neuen Schuljahr. Am Ende des Jahres bzw. im März nächsten Jahres wird dann der zehnte Jahrestag gefeiert. In diesem Zusammenhang würde ich mich freuen, wenn wir dem Zentrum wieder einen eigenen Kleinbus kaufen könnten. Zwei Freunde, Ute Schunkert und Dieter Brockert kamen auf diese Idee und wollen die Spenden dazu organisieren. Die Schule benötigt dringend für den Transport einiger Kinder und Jugendliche sowie für größere Einkäufe und Anschaffungen einen eigenen Wagen.

Ich wünsche euch/Ihnen allen ein erfolgreiches und gutes Jahr 2002 und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Eure/Ihre Ute Scherberich-Rodriguez.

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