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Rundbriefe

10jähriges Bestehen von Vida Nueva

Düsseldorf, 15.April 2003

Lippstadt, den 7.04.03

Liebe Freunde/innen und Unterstützer/innen von Vida-Nueva,

der April steht ganz im Zeichen des 10jährigen Bestehens von Vida-Nueva. Schon seit der Rückkehr von Frau Pérez aus Deutschland im Januar laufen die Vorbereitungen für das Fest, das am 24.4.03 gefeiert wird. Der April soll ein ganzer Festmonat mit verschiedenen Aktivitäten werden.
Am 3.4. fand unter den Kindern ein Malwettbewerb statt unter dem Thema: „Unsere Schule besteht seit 10 Jahren“. Am 10. April machen die Kinder und Jugendlichen einen Ausflug zum Strand im Süden Limas. Für den 16. April ist ein Festzug durch die Straßen in Ate-Vitarte in traditionellen Kostümen und mit Plakaten über das Zentrum geplant. Der 24.April ist der eigentliche Festtag. An diesem Tag sind alle Schüler/innen und ehemaligen Schüler/innen zu einem gemeinsamen Essen und Festakt mit ihren Familien willkommen. Zu dieser Veranstaltung sind auch der Bürgermeister des Stadtteils Ate-Vitarte sowie Vertreter verschiedener Behörden eingeladen. Beendet wird der Festmonat mit sportlichen Wettkämpfen zwischen den Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern. Bei einem Fußballturnier erhalten die Spieler/innen neue Trikots, die Frau Pérez aus Deutschland gespendet bekam.
An den Festlichkeiten werden auch einige unserer deutschen Volontärinnen teilnehmen und den deutschen Freundeskreis repräsentieren. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie/euch noch einmal ermuntern, doch auch persönliche Glückwünsche und Grüße an das Zentrum zu übermitteln. Die Menschen in Vida Nueva sind sehr verbunden mit dem deutschen Freundeskreis und werden stolz und glücklich sein, von diesem Freundeskreis zum Jubiläum eine Anerkennung zu erhalten. Sie/ihr können/könnt in Englisch, Deutsch oder Spanisch schreiben. Die Adresse lautet:
Centro Vida-Nueva
Av. Simón Bolívar
Ate-Vitarte
Lima-Peru
Fax: 0051-1-566-1405
Email: newlife@terra.com.pe
Frau Ohlwein, die im letzten Rundbrief über ihre Erfahrungen in Vida Nueva berichtet hat, hat einige der Volontärinnen angeschrieben und um einen Bericht gebeten. Wir wollen den Menschen in Vida Nueva eine kleine Festschrift zusammenstellen und als Geschenk übermitteln.
Das 10jährige Bestehen möchte ich zum Anlass nehmen, noch einmal Rückschau über die vergangenen Jahre zu halten.
Ich kann mich noch gut erinnern, als Frau Pérez mir vor 10 Jahren in einem Brief schrieb, dass sie mit einer kleinen Privatschule in einem der zahlreichen Elendsviertel angefangen hatte. 3 Kolleginnen und ein Kollege begannen mit Frau Pérez und 15 Kindern und Jugendlichen in 3 kleinen gemieteten Räumen und einem kleinen Innenhof ihre Arbeit. Frau Pérez erwähnte, dass die Finanzierung noch gar nicht gesichert sei. Aus ihren Worten wurde deutlich, dass die Menschen Hilfe aus Deutschland erhofften. Einige deutsche Frauen hatten Frau Pérez in einer anderen Einrichtung, in der sie ihr Anerkennungsjahr machte, kennengelernt. Sie taten sich zusammen und gründeten den deutschen Freundeskreis.
Es war zunächst ein kleiner Kreis und die Finanzierung der Schule sehr schwierig. In den ersten 2 Jahren erhielten die Lehrkräfte nur unregelmäßige Gehälter, es gab Monate, in denen sie ohne Lohn arbeiteten.
1996 konnte Frau Pérez ein Grundstück mit 2 Gebäuden „günstig“ erwerben. Es musste schnell gehandelt werden, und so wurde der Kaufvertrag zusammen mit einer deutschen Freundin unterschrieben, ohne dass die Finanzierung gesichert war. 45000 Dollar mussten in 9 Raten über 18 Monate abbezahlt werden. Damit begann eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um den Freundeskreis zu vergrößern. Zudem mussten die Gebäude, die in einem sehr desolaten Zustand waren, renoviert werden. Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde halfen dabei und sorgten dafür, dass neben den Materialkosten keine weiteren großen Kosten hinzu kamen. Die letzte Rate konnte nur aufgebracht werden, indem der Kleinbus, der dem Projekt gehörte, verkauft wurde.
In den letzten Jahren wurde das Zentrum stets weiter renoviert. Inzwischen sind ein Spielgarten und ein Gemüsegarten angelegt worden. Volontärinnen, Eltern u.a. Verwandte der Kinder und Jugendliche, sowie diese selber, haben dies angelegt und pflegen das Grundstück. Die Gebäude wurden im letzten Jahr neu gestrichen und erstrahlen nun im leuchtenden Blau. Für die Volontärinnen, die nun seit 6 Jahren ins Zentrum kommen und in den verschiedenen Bereichen mit arbeiten, wurde ein Zimmer eingerichtet. Vor zwei Jahren konnten neue sanitäre Anlagen mit Behinderten gerechten Toiletten und Duschen gebaut werden. Im letzten Jahr kam ein kleines Häuschen für das neue Hausmeisterehepaar hinzu.
Auch die Aktivitäten und Projekte der Schule wurde zunehmend zahlreicher. Die Arbeit im Gemüsegarten und die Kompostierung von organischen Abfällen aus dem gesamten Distrikt gehören dazu. Der Kompost, wie auch Handarbeiten der Schüler/innen werden auf Märkten verkauft. Seit einigen Jahren nimmt Vida Nueva jedes Jahr an sportlichen Wettkämpfen für Behinderte teil. Die Schüler/innen partizipieren an Folkloreveranstaltungen und treten mit traditionellen Tanzgruppen am Unabhängigkeitstag und zu anderen Gelegenheiten auf. Eine monatliche Elternschule ist gegründet worden, in der Eltern und oder andere Verwandte der Kinder und Jugendliche Fachvorträge hören oder sich austauschen können. Überhaupt wurde die Öffentlichkeitsarbeit der Schule sehr verstärkt. Man möchte damit die Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien aus der Isolation holen und sie stärker in das alltägliche Leben integrieren.
Jedes Halbjahr macht die Schule einen Ausflug mit den Schüler/innen und ihren Familien. Sie ermöglicht 1-2mal im Jahr kostenlose medizinische und zahnmedizinische Untersuchungen für die Kinder und Jugendlichen einschließlich ihrer Familien. Vor zwei Jahren konnten viele der Schüler/innen sowie einige Angehörige mit Brillen versorgt werden. Sie wurden von Volontärinnen aus Deutschland mitgebracht und von einem einheimischen Augenarzt angepasst.
Durch zunehmende Medikamentenspenden aus Deutschland können die Kinder und Jugendlichen bei akuten Erkrankungen unterstützt werden, denn die Familien haben meist keine Krankenversicherung und kein Geld für Medikamente.
Vida-Nueva bietet Krankengymnastik und Sprachtherapie als zusätzliche Einzelförderung an. Frau Pérez hat in den letzten Jahren in ihren Ferien eine Zusatzausbildung als Sprachtherapeutin gemacht.
Ich kann an dieser Stelle gar nicht alle Projekte und Aktivitäten von Vida Nueva aufzählen. Diejenigen unter Ihnen/euch, die schon länger zum Freundeskreis gehören, kennen sie aus den Rundbriefen.
Mit der Erweiterung der Arbeit in Vida Nueva ist aber auch die Größe des Personals gestiegen. Neben den Lehrkräften arbeiten eine Sekretärin und ein Hausmeister im Zentrum. Damit sind aber auch die Kosten für die Unterhaltung der Schule gestiegen. Inzwischen gehen rund 70 Kinder und Jugendliche in diese Einrichtung. Dank der vielen Volontärinnen, die sich in den letzten 3 Jahren die Klinke in die Hand geben und stets im Zentrum mitarbeiten, sowie einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit durch die deutschen Freunde/innen hat sich der Freundeskreis erweitert.
Vor zweieinhalb Jahren war Frau Pérez das erste Mal in Deutschland, im vergangenen Jahr ein weiteres Mal. Sie konnte in vielen Einrichtungen (Schulen, Volkshochschulen, Krankenhäusern, Kirchengemeinden etc.) ihr Projekt vorstellen, sodass Vida Nueva zunehmend bekannter wurde. Gerade die persönliche Bekanntschaft mit Frau Pérez oder auch der Schule haben dazu beigetragen, dass viele von Ihnen/euch in den letzten Jahren Aktionen zur Unterstützung von Vida-Nueva durchgeführt haben. Diese Aktionen reichen von Kollekten in der Gemeinde über Ausstellungen zum Tag der offenen Tür in irgendwelchen Einrichtungen, Spenden statt Geschenken auf Geburtstagen und anderen Anlässen bis hin zu einem kleinen privaten Benefizkonzert und vielem mehr. Ich kann auch diese Aktionen nicht alle aufzählen, aber ich bedanke mich an dieser Stelle auch im Namen der Menschen in Vida Nueva für diese Unterstützung. All dies hat es uns in den letzten Jahren ermöglicht, das Zentrum mit einer festen Summe regelmäßig zu unterstützen. Auch nach 10 Jahren sind wir die einzigen, die dieses Projekt finanzieren. Obwohl die Schule eine staatliche Anerkennung als Sonderschule hat, erhält sie keinerlei staatliche Hilfe.
Und so ist es ein Kreis von 100 bis 150 Personen und Gruppen (die Zahl der Spender schwankt jährlich sehr), der die Einrichtung mit 20 bis 30.000 Dollar im Jahr unterstützt. Zu den Spendern und Spenderinnen gehören neben vielen privaten Personen Gemeinden, Schulen u.a. Einrichtungen, Eine-Welt-Gruppen.
Da der deutsche Freundeskreis sich den Menschen von Vida-Nueva in ganz besonderer Weise verbunden fühlt, möchte er ihnen zum Jubiläum auch eine besondere Freude machen.
Frau Pérez hat immer wieder davon berichtet, dass viele Kinder und Jugendliche einen weiten und beschwerlichen Schulweg haben. Manche Eltern haben nicht die Zeit, ihre Kind jeden Tag zu begleiten. Manche Kinder/Jugendliche können nicht laufen und müssen, da sie (noch) keinen Rollstuhl haben( in den letzen beiden Jahren konnte der deutsche Freundeskreis einzelne Rollstühle spenden), ins Zentrum getragen werden. Selbst mit Rollstuhl ist die Fahrt in den öffentlichen vollen Bussen oft nicht möglich. Zudem fehlt eine eigene Transportmöglichkeit des Zentrums, um Schüler/innen zum Arzt oder ins Krankenhaus begleiten, gemeinsame Ausflüge und notwendige Einkäufe machen zu können. Aus diesem Grund möchten wir dem Zentrum das Geld für einen gebrauchten, aber gut erhaltenen Kleinbus spenden. Inzwischen haben wir rund 5000 Dollar an Sonderspenden für einen solchen Bus erhalten. Wir rechnen mit 10.000 Dollar für ein entsprechendes Transportmittel. Ich bin sicher, dass wir die restlichen Spenden erhalten werden und somit dem Zentrum zum Jubiläum eine entsprechende Zusage machen können. Bis zum Ende des Jahres können wir den Restbetrag zunächst auch vorstrecken.
Ich würde mich also freuen, wenn auch ihr/ Sie sich an diesem Geschenk beteiligen würdet/würden. Die Menschen in Vida-Nueva werden sich freuen und dankbar sein, und sie haben es verdient.
In diesem Sinne bedanke ich mich noch einmal für all eure/Ihre Bemühungen und Unterstützung und grüße euch/Sie ganz herzlich.

Ute Scherberich-Rodriguez

Spendenkonto: Ev. Ref. Gemeinde Soest, Sparkasse Soest, BLZ 41450075, Kto.Nr.: 15446
Kennwort: Vida-Nueva (unbedingt angeben, für eine Spendenbescheinigung die
vollständige Adresse angeben)

Internet: www.vida-nueva.de

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