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10 Jahre Vida Nueva - Rundbrief November 2003

Düsseldorf, 03.März 2004

November 2003


Liebe Freunde/Freundinnen und Unterstützer/innen von Vida Nueva

Das große Ereignis dieses Jahres war auf jeden Fall der 10.Geburtstag von Vida Nueva im April. Nicht ohne Stolz wurde dieses Jubiläum zum Anlass genommen, nach peruanischer Sitte gleich einen ganzen Monat mit den Kindern, ihren Eltern, Geschwistern und Freun-den zu feiern. Auch hier waren der deutsche Freundeskreis, ehemalige Volontärinnen und Unterstützer des Projektes "Neues Leben" in St. Clara mit guten Wünschen und Spenden in Worten und Werken fast wie geladene Gäste bei dieser Feier dabei. Stolz und überaus dankbar wurden alle Glückwünsche von den Lehrern und Lehrerinnen, den Kindern, ihren Ange-hörigen und nicht zuletzt von Frau Marlene Pérez entgegen genommen.
Wie Frau Pérez berichtet, war der Ausflug an den Pazifik für viele Kinder eine wunderschöne neue Erfahrung . Santa Clara ist nur ca. eine Stunde vom Meer entfernt, jedoch ist so eine Fahrt tatsächlich ein großer Luxus, den nur wenige sich leisten können. Der Malwettbewerb beinhaltete für die Kinder eine Möglichkeit, trotz ihrer körperlichen und geistigen Behinderungen, ihre Gefühle, Phantasien und Dankbarkeit auszudrücken. Ebenso war der Umzug durch St. Clara mit selbst angefertigten Transparenten zum 10jährigen Bestehen der Einrichtung zum einen ein "Aufmerksam Machen" auf die besondere Leistung aller am Projekt Beteiligten und zum anderen eine Bestätigung für alle, wenn vom Straßenrand aus gelacht, applaudiert und Glückwünsche zugerufen wurden. Der Tag des Sports für Mütter und Väter mit ihren behinderten Kindern war ebenfalls ein besonders schöner Tag, der überschrieben gewesen sein könnte mit: "Jeder der teilnimmt, ist ein Gewinner! So war es auch. Abgerundet wurde alles durch die Übergabe der aus Deutschland gespendeten T-Shirts. Nicht zuletzt soll das Festessen für alle Schüler und Ehemaligen des Zentrums erwähnt werden. Es gab ein typisch peruanisches Gericht mit 3(!) Torten zum Abschluss, die natürlich mit einem Geburtstagslied serviert wurden. Leider konnten nicht alle ehemaligen Schüler zugegen sein, da kaum jemand telefonisch erreicht werden kann und häufig ihre Unterkünfte schon nicht mehr existieren, da das Terrain, wo die Ärmsten der Armen leben, auch immer wieder durch die Polizei geräumt wird und die Kinder mit ihren Familien unauffindbar sind.

400 Schüler haben das Zentrum Vida Nueva in den letzten 10 Jahren besucht und hier eine Förderung erhalten. Durchschnittlich wenigstens 3-4 Monate bis maximal 3-4 Jahre erhielten die Kinder und jungen Erwachsenen Unterricht im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Schreiben, Rechnen und Werken, außerdem, je nach Bedarf, krankengymnastische Behandlung sowie Sprachtherapie. Jeweils nur kurze Zeit konnte Beschäftigungs- bzw. Ergotherapie ange-boten werden. In Peru selbst gibt es nur wenige Therapeuten und aus Deutschland war bisher leider nur eine Ergotherapeutin neben zahlreichen Physiotherapeuten im Zentrum.
Frau Pérez sagt zur Jubiläumsfeier:
Der 10. Geburtstag hat den Glauben und die Dankbarkeit der Menschen in Lima und auch bei uns wachsen lassen. Glaube ist nicht mehr und nicht weniger als die feste Zuversicht auf das, was wir erhoffen, die Überzeugung von dem, was wir nicht sehen (Heb. Kap.11,1).
Vor 10 Jahren war Vida Nueva nicht mehr als eine kleine Gruppe von 10-15 behinderten Kindern, deren Hoffnung es war, ein wenig Aufmerksamkeit bzw. Förderung zu bekommen, was in den Familien in ärmsten Verhältnissen in Peru so gut wie unmöglich ist. Diese kleine Kindergruppe wurde " an die Hand genommen" von einer noch kleineren Gruppe von Lehrern/Lehreinnen, die in jedem behinderten Kind mehr sehen konnten als ihre ungeschulte Umgebung. Um mit Behinderten arbeiten zu können, muss man auch mit den Augen des Glaubens sehen und respektieren. Man muß geduldig sein und gleichzeitig konsequent, man darf nicht die Überzeugung verlieren über die Richtigkeit des Tuns, auch wenn die Ergebnisse der Arbeit, die Veränderungen oft sehr sehr lange auf sich warten lassen, aber sie kommen!!
Die Eltern der Geburtsstunde von Vida Nueva legten ihr Vertrauen (das bisschen Vertrauen, das ihnen noch geblieben war) in die Hände der Helfer in Vida Nueva und in die, die jetzt den Rundbrief lesen, die, die spendeten, die glaubten und vertrauten und halfen in vielerlei Hinsicht. Viel hat sich getan in der kurzen Zeit mit soviel treuer Unterstützung.
Jetzt nach 10 Jahren hat sich die Zahl der Schüler mehr als verdoppelt! Beinahe muß schon überlegt werden, ein 2. Stockwerk zu bauen; wir stehen kurz davor einen Bus für Vida Nueva zu kaufen, um die Schüler abholen zu können, die aufgrund ihrer Behinderungen oder aus ökonomischen Gründen nicht zum Unterricht bzw. zur Behandlung kommen können. Eine ausreichende Zahl von deutschen Volontärinnen hat sich bis 2005 zur Mitarbeit in St. Clara zur Verfügung gestellt. Die Volontärinnen und ihre Arbeit gehören schon seit einiger Zeit ganz selbstverständlich zu unserer Einrichtung und sind aus dieser nicht mehr wegzudenken.

Zum 10jährigen Bestehen sollte das Zentrum einen Kleinbus für den Transport der Schüler/innen erhalten. Dafür haben wir um Spenden gebeten. Wir haben den Menschen von Vida Nueva im April dann einen Gutschein über dieses Geschenk überreicht, da der Kauf eines solchen Busses noch nicht finanzierbar und so schnell organisierbar war. Inzwischen sind soviel Spenden eingegangen, dass wir einen Bus kaufen können. Die Recherchen in Deutschland und in Peru haben ergeben, dass es nicht teurer ist, ein entsprechendes Fahrzeug in Deutschland zu kaufen und mit einem Container zu verschiffen, da Vida Nueva keinen Zoll zahlen muss. Da die AOK in Freiburg uns zudem mehrere Rollstühle u.a. orthopädisches Material spenden kann, können wir diese Spenden zusammen mit dem Auto in einen Container packen.
Wir hoffen, dass wir zu Beginn des kommenden Jahres diese Aktion über die Bühne bringen können. Frau Pérez wird in Peru die nötigen Behördengänge erledigen. Sie kehrt Ende November für 3 Monate nach Peru zurück, nachdem sie im Sommer in Deutschland geheiratet hat. Sie lebt nun weitestgehend mit ihrem Mann in Düsseldorf und koordiniert von dort aus die nötigen Schritte mit dem Zentrum. Vor Ort leitete in diesem Jahr Frau Vicky Inga die Schule in Vertretung. Frau Pérez Brockert wird aber vorerst stets für längere Zeit im Jahr nach Peru zurückkehren, um vor Ort ansprechbar zu sein und die Leitung fortzuführen. In Deutschland hat sie in den letzten Monaten zudem die Kontakte zu den angehenden Volontärinnen aufgenommen und sie über die Arbeit und den Aufenthalt in Lima informiert. Diese Arbeit wird sie auch nach ihrer Rückkehr aus Peru Ende Februar weiterführen sowie sich vermehrt um die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland kümmern.
Zum Schluss bedanke ich mich noch einmal bei allen, die Vida Nueva in irgendeiner Form unterstützen und dazu beitragen, dass dieses Projekt auch weiterhin seine Arbeit fortführen kann.
Ihnen/euch allen wünsche ich eine gesegnete und frohe Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr eure/Ihre

Ute Scherberisch-Rodriguez


Spendenkonto: Ev. Ref. Gemeinde Soest, Sparkasse Soest, BLZ: 41450075, Konto-Nr.: 15446
Kennwort: Vida Nueva (unbedingt angeben)
Internet: www.vida-nueva.de
eMail: newlife@terra.com.pe

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