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Berichte

05.April 2006

1.ter Bericht von Denise Lange

8. – 11. Februar
Alles begann mit der Reise von Quito (Ecuador) aus nach Lima. Eigentlich sollte mein Bus in der Nacht vom 8. auf den 9. um 3Uhr abfahren. Am 8. sollte noch einmal ein Bestätigungsanruf zw. 20:00 und 21:00 erfolgen. Der Anruf kam, aber leider um uns mit zu teilen, das an der Columbianischen Grenze Streiks sind, und deshalb der Bus ”Ormeño” nicht rechtzeitig in Quito eintrifft. Einen Tag später sollten die Reisenden noch mal ins Büro kommen um zu erfahren, wie es jetzt weitergeht.
Dies bedeutete einen weiteren Tag in Quito. Einerseits freute ich mich einen Tag mehr mit meinem Freund zu haben, andererseits war ich schon gedanklich auf die Reise eingestellt!
Am 9. bin ich dann noch mal ins Büro von ”Ormeño” gegangen um zu erfahren wann ich jetzt abreisen kann. Mir wurde gesagt, das ich die Nacht vom 9. auf 10. um 12:20 mit ”transporte Ecuador” nach Guayaquil aufbrechen solle, und dann von Guazaquil aus weiter mit ”Ormeño” nach Lima. Aber sie werden sich noch mal zw. 5:00 und 6:00Uhr melden, um mir bescheid zu sagen, ob der Bus jetzt wirklich fährt oder nicht...
Als sich die Busgesellschaft bis um 7:00 immer noch nicht gemeldet hatte, bin ich persönlich im Büro vorbeigegangen. Wo mir gesagt worden ist, das sie angerufen hätte, aber nur der AB angegangen wäre. Leider weiß ich, das es bei dieser Nummer keinen Anrufbeantworter gibt!
Aber mir wurde die Fahrt mit Guayaquil bestätigt. Was mich daraufhin sehr erschreckte, war, das der Mann am Schalter mir sagte, das er die Fahrkarten für diese Fahrt so in einer Stunde kaufen würde. Meine Angst war nun, diese Nacht immer noch nicht abzufahren.
Mein Freund und ein Freund von ihm brachten mich dann Abends zu der Busbahnhof, wo wir endlich mit Sicherheit erfuhren, das ich die Reise nach Lima starten konnte.
Ich saß die erste Fahrt neben einem älteren Menschen, der schon bei dem Einstieg in Quito etwas nach Schweiß roch, dies verstärkte sich im laufe der 7 Stunden nach Guayaquil leider noch. Sonst verlief diese Fahr ohne Schwierigkeiten. So um ca. halb 8 Uhr Morgens kamen wir dann in Guyaquil an. Die 9 Leute die dann weiter nach Lima reisten, mussten erst mal eine halbe Stunde Laufweg auf sich nehmen um zum Terminal der Busgesellschaft ”Ormeño” zu kommen. Dort war leider noch alles abgeschlossen. Das hieß warten!

Ca. 1 Stunde später (9:00Uhr) wurde der Schalter endlich geöffnet. Erst wurden die Koffer abgewogen... ich erzählte zwar das ich einen Koffer mit 13kg bei mir hätte der für eine Soziale Einrichtung wäre und das kein persönliches Gepäck von mir wäre, aber leider zählte das nicht, für jeden kg über 20kg sollte man 1Dollar draufzahlen.
Nachdem ich mich aber vorher mit einem Chilenischen Mädchen angefreundet hatte, half sie mir und wir teilten die Gepäckstücke (sie hatte nur einen sehr kleinen Rucksack).
So kam ich dann doch drum herum noch etwas zuzahlen zu müssen.
Dann erfuhren wir, das wir erst um 12:20 die Reise fortsetzen würden.
Das chilenische Mädchen saß während der vorherigen Fahrt neben einem Mädchen aus Haiti, so beschlossen wir drei in der Zeit die uns noch verblieb (2 ½ h), ein bisschen das Zentrum von Guayaquil kennen zu lernen. Wir fuhren mit einem Taxi ins Zentrum, nicht ohne vorher eine Passantin zu fragen was normalerweise ein Taxi ins Zentrum kostet, da es leider in Ecuador und auch leider in Lima so ist, das wenn die Einheimischen merken, das man Ausländer ist, immer mit den Preisen ansteigen. (und das nicht wenig...) nach 5min handeln mit dem Taxifahrer machte er uns dann einen passablen Preis!
Da ich mich in Guayaquil nicht auskannte übernahm das Chilenische Mädchen die Führung (sie war das 2x in Guayaquil). Wir durften 500 Stufen Bergaufsteigen um auf eine Aussichtsplatte zu gelangen, von der aus wir ganz Guayaquil überschauen konnten.

Das Klima in Guayaquil ist eine feuchte Hitze um die 30Grad. Eigentlich wollten wir auf dem Weg nach oben, noch gemütlich in einem Café frühstücken, aber leider gab es entweder gleich Mittagessen oder nur Eis!!! Aber das typische ecuadorianische Frühstück von Rührei, Brot, gemixten Obstsaft und Kaffee gab es nicht. Das heißt, dies wäre das Frühstück von der Sierra (Hochebene), das typische Frühstück der ”Costa” (Küste) ist Reis mit Fleisch, Ei und einem gemixten Obstsaft und Kaffee.

Am Ende aßen wir nur ein paar Früchte. Wir kamen pünktlich wieder am Busbahnhof an. Auf der Fahrt nach Lima saß ich dann neben dem chilenischen Mädchen. Sie hatte mehr oder weniger bestimmt, neben mir zu sitzen, da das Mädchen aus Haiti ununterbrochen redetet, und nicht mal in der Nacht ihren Mund halten konnte (man wusste danach ihre ganze Lebensgeschichte...) Unsere Plätze waren eigentlich in den hinteren Rängen, was sehr eng bedeutet, da die Sitze vorne dran zum schlafen nach hinten geklappt wurden, und somit nur wenig Platz in diese blieb. Aber wir hatten Glück, bis zur peruanischen Grenze, stieg keiner mehr zu, und wir konnten die Plätze wechseln auf die erste Reihe rechts vorne. Das bedeutet viel Platz für die Beine und keine Lehne vorne dran. Mit dem Bus reisten Peruaner, Ecuadorianer, Argentinier, Chilenen und Kolumbianer.
Eine Sache die in diesem Bus zu bemängeln war, das die Klimaanlage nur alle paar Stunden mal für 10min angestellt wurde. Was in der Nacht (wo wir leider auf die hinteren Plätze mussten) sehr, sehr unangenehm feucht heiß wurde!!! Man muss Bedenken, das es keine Duschen gab und die Kleidung auch nicht gewechselt werden konnte... (war ja alles in den Reisetaschen).

An der Grenze hatte ich dann meinen ersten Ärger mit dem Geldwechseln.
Erst mal darfst du bei der Ausreise von Ecuador Papiere mit deinen Daten ausfüllen, und das gleiche dann auch auf der peruanischen Seite. Auf der ecuadorianischen Seite ging dies ohne Probleme, auf der peruanischen Seite wurde dir das auszufüllende Blatt erst einmal aus der Hand gerissen, und sie wollten es für dich ausfüllen. Nachdem ich dem Kerl erklärt hatte das ich spanisch beherrsche und seine Hilfe nicht benötige fing er trotzdem an den Wisch auszufüllen, ich musste ihm den Zettel mit einer gewissen Kraft aus den Fingern ziehen, und ihm sagen, das ich es nicht einsehe für etwas Geld zu bezahlen, was ich selber machen kann!!! Er sagte dann doch wirklich so unverschämt: ”Ihr habt doch das Geld!!!”
Ich weiß nicht woher, aber irgendwo hatte ich aufgeschnappt, das diese Leute dir den Zettel ausfüllen und dann Geld verlangen, ohne vorher etwas davon gesagt zu haben!!! Touristen fallen sehr gerne darauf rein.
Leider bin ich auch eine Touristen und es hat mich danach erwischt, danach wollte ich meine Dollars in Soles umtauschen, da mir gesagt worden ist, das an der Grenze der beste ”Wechselkurs” herrscht. Ich wurde dann gleich von 5 Männern umringt die Soles in der Hand hielten und mein Geld wechseln wollten. Sie redeten alle auf mich ein... und hielten mir ihre Taschenrechner hin.
Einer von ihnen fragte mich wie viel ich tauschen wolle, ich sagte 40Doller und schon gab er den Betrag mal 3 was den Sollbetrag ausmacht: 100,62... dort lag mein Fehler, ich dachte nicht nach, so vollgeschwätzt wie ich war und tauschte die 40 Doller... ein anderer Mann sagte mir, dass das Geld nicht ausreichen würde, und das ich noch mal 40Dollar bei ihm tauschen solle, aber da schaltete sich mein Kopf wieder ein, und ich sagte: ”Nein”, und ging. Als ich auf meine Gruppe zustieß bemerkte ich den Schwindel... noch im Gehen überlegte ich das 40x3 doch 120Soles sein müssten und ich schaute noch einmal auf mein Geld... Ein Peruaner der mit uns reiste wollte sofort mit mir zurück, aber leider hatte sich der Geldwechsler schon aus dem Staub gemacht!!!
So setzten wir unsere Reise weiter fort.
Die Küstenregionen (Wüste) an denen wir vorbeikamen, waren meist unbewohnt, oder nur sehr wenige Menschen, die Häuser bestanden nur aus Blättern von Bäumen, viele Häuser hatten gar keine Dächer (wie auch in Lima), da es dort fast nie regnet.
Die Strassen waren nicht immer gepflastert.
Mir wurde von Marlene gesagt, 9 bis spätestens 3 Stunde vor Ankunft in Lima in Santa Clara anrufen sollte, um Alberto oder Rosa zu informieren, wann meine genaue Ankunftszeit sei.
Morgens nach der Grenze wollte ich dann anrufen, aber leider untersagte uns die Stewardess bei den Stopps den Bus zu verlassen. Bis ich ihr erklärte wie wichtig es für mich sei, erlaubte sie es.
So ging die Fahrt weiter nach Lima. Der Bus hatte an den Seiten keine Fenster, nur zwei Deckenfenster. Die wir auf der Fahrt aufhatten, um der Hitze wegen der kaputten Klimaanlage zu entgehen!
Am Beginn von Lima kam die Stewardess des Busses hoch, und meinte wir müssten die Deckenfenster schließen, da die Unterführungen in Lima zu tief wären... Es gab aber nur eine Unterführung, uns wurde zwar aufgetragen die Fenster nicht mehr zu öffnen, aber nach 15min hatte sich schon wieder so eine schwüle stinkende Luft eingestellt, das wir sie wieder öffneten.
Was zwar zur Folge hatten, das mehrere Blätter in den Bus segelten, aber frische Luft.
Am Busbahnhof holten mich dann Marlenes Schwester und ihr Mann ab. Und so ging die Reise weiter nach Santa Clara.
Am Ende kam ich so gegen halb5 am 11. März in Santa Clara an.
Von Rosa erfuhr ich, das Michel (der andere Physiotherapeut) so gegen 12Uhr in Lima landete und das Marie (deutsches Mädchen, was die letzten 6Monate hier verbrachte) ihn abholen würde.

So war auch meine Nacht nicht sehr ruhig, da so gegen 1Uhr Marie/Alex und Michel reinkamen und dann eine halbe Stunde später wieder das Zimmer verließen um noch in eine Disko zu gehen. So gegen halb 6Uhr kamen sie dann wieder.

Sonntag, 12.03.06
Am Morgen lernte ich die 2 dann erst richtig kennen. Wir erfuhren, das Marie uns einen Tag später schon verlassen wird, da sie wieder nach Deutschland zurück geht.
Am Sonntag hat uns Marie dann den Markt ”Serez” gezeigt. Ein Markt der dem Markt in ”Otavalo” nicht ganz unähnlich ist. Otavalo liegt ca. 2 Stunden Busfahrt von Quito entfernt. Dort gibt es einen Tiermarkt, wo Schweine, Kühe, Kaninchen, Meerschweinchen, usw. Getauscht werden. Und eine Jahrmarkt, wo es Gemüse und Obst gibt, aber auch Kleidung, bevorzugt Wollkleidung, selbst gestrickt. Tücher, ”Ponchos” (große Umhängetücher für Abends) in allen möglichen Farben, und sehr sehr viel Schmuck. Wenn es Platin-Schmuck gab, wurde immer erzählt es wäre Silber, und der Preis dementsprechend angehoben. Vom preislichen her, musste man immer 2 Dollar runtergehen, die Preise werden bei Einheimischen hochgesetzt und bei Ausländern noch höher.
Auf dem Markt ”Serez” im Gegensatz gibt es 2 Teile durch die ”Carrertera central” (große befahrene Strasse) abgegrenzt. Auf der einen Seite gibt es Kleider, Schuhe und Haushaltskram. Auf der anderen Seite Obst und Gemüse. Hier aßen wir zum Mittagessen einen leckeren Obstsalat.
Abends sind Michel und ich dann erst einmal ins Internet. Es war zwar schon halb 7 (halb1Uhr Morgens in Deutschland, aber meine Mutter war noch online, und ich konnte ihr noch zum Geburtstag gratulieren.

Montag, 13.03.06
Am Montag Morgen hatten wir erst mal ein Gespräch mit Jim, er erklärte uns den Gebrauch von Telefon und Internet, und wie die Schule so funktioniert. Er klärte uns auch über unsere erste Woche auf. Da in dieser Woche ein paar Schüler noch fehlten sollten wir die, die da sind in den verschiedenen Klassen kennen lernen.
So wurden wir an diesem Tag in den Klassenräumen rumgeführt und den Schülern vorgestellt.
Später sind wir dann ein bisschen in Santa Clara herum gelaufen, und haben die Stadt kennen gelernt. Abends sind wir dann mit Marie und Alex etwas in den Ständen auf der Strasse essen gegangen (was, wie sich später rausstellte, nicht so gut war).

Dienstag, 14.03.06
Am Vormittag war ich bei Karin in der Klasse, dort waren an dem Tag, Marlon, Kendy, Carlos und Lisia (?) vertreten. Erst half ich Kendy beim ausmalen von zwei Figuren, dann Marlon.
Später hatten die Lehrer dann eine Versammlung, wo sie mit Marlene sprachen. Ich war in der Zeit mit den Kindern draußen, dann drinnen Essen und wartete dann das Karin wiederkam.
Draußen war alles in bester Ordnung, die Kinder hörten sehr gut, bis es wieder reingehen sollte zum Essen. Maron und Kendy saßen auf der Schaukel und wollten
nicht reinkommen. Kendy ging dann nach 2x auffordern rein. Marlon wollte aber erst mit mir Fangen spielen, um das kleine Schwimmbecken herum. Nachdem nichts half, wollte ich Karin dazuholen, als er das merkte kam er.
Dann durften die Kinder essen und trinken. Nach dem Essen fragte mich Marlon, ob er sich die Hände waschen dürfe, ich war so mit den anderen beschäftigt das ich nicht merkte wie die Zeit verging. So war er plötzlich 15min weg. Nachdem ich rausging um ihn zu suchen, bemerkte ich das er auf der Treppe saß die zu dem Zimmer von Michel und mir führte. Er wollte nicht runterkommen, weder auf mich noch auf Rosa hörte er.
Irgendwann bekam er dann die Einsicht und kam runter.
Ich war schon sehr froh als Karin endlich wieder kam.
Nachmittags faulenzten Michel und ich.

Mittwoch, 15.03.06
Heute war ich im Raum von Vicky. Dort sind die Kinder die am weitesten vom intellektuellen Stand sind, und danach in eine öffentliche Schule oder Arbeiten gehen.
Im Klasseraum sind die Kinder sehr, sehr friedlich, anders wenn es rausgeht in die Pause. Beim Fußball geht es nicht ruhig zu, nach 2min lag schon einer in der Wiese heulend. So wurde das Fußbalspielen abgebrochen.
Meine Aufgaben waren Santiago einen Test abzunehmen, den Gleichen danach Alejandro. Der Test bestand daraus, das ich Wörter vorlas, die die Kinder richtig schreiben sollten (einzelne Wörter, nicht wie in einem Diktat Sätze). So kamen bestimmte Wörter für die Bestimmten Buchstaben im ABC.
Nach der Schulstunde konnte ich nicht mehr reden... J
Nachmittags bis um 3Uhr war eine Aufgabe von uns, Medikamente aus Deutschland ins spanische zu übersetzen. Danach gab es dann Essen bei Rosa. Sie kocht sehr, sehr gut.
Nachmittags sind wir dann ins Zentrum gefahren, um mal ein bisschen die Gegend kennen zu lernen. Die Fahrt ist schon aufregend, in engen kleinen, nah an die anderen Personen gequetschten Bussen. Die Fahren als müssten sie eine Wette gewinnen... (was sehr überraschend war, das die Busfahrer die ich bis jetzt gesehen hatte, alle angeschnallt waren, das hat man in Ecuador nicht gesehen. Man muss aber auch sagen, das die Busse in Ecuador unseren Bussen um einiges ähnlicher sind.)
Der Staub der hier immer allgegenwärtig ist, ist auch im Zentrum nicht wegzudenken.
Wir besichtigten nur den ”Plaza de Armas”, besorgten uns ein Mückennetz fürs Bett (das habe ich mir ja schon immer mal gewünscht ;o) Dann ging die Fahrt in den Bussen auch schon wieder zurück ins Zentrum ”Vida Nueva”.
Auf der Fahrt sprach ich mit einem Peruaner, der mir sagte, das Peru das beste, schönste Land von ganz Südamerika ist. Als ich dann sagte, das ich vorher in Ecuador war, und dieses Land auch sehr schön ist, und eine sehr reiche Vielfalt an Natur und Nahrung hat, musste ich 15min mit ihm darüber diskutieren. Ecuador und Peru sind nicht so gut auf einander zu sprechen, da Peru den Ecuadorianern vor ca. 10 Jahren im Krieg ein großen Stück Land abgeknöpft hatte.
Auch sind die Peruaner nicht so gut auf die Chilenen zu sprechen, da die Chilenen den Peruanern Land abgenommen hat.
Jetzt kommt der Reisbrei wieder ins Spiel, den ich mit Marie Abends gegessen hatte. Das Wasser scheint nicht gut gewesen zu sein. Der Durchfall ließ mich in der Nacht kaum schlafen.

Donnerstag, 16.03.06
So war ich am nächsten Tag nach 1 ½ h bei Olga so müde, das ich mich noch einmal hingelegt hatte.
Eigentlich hätte ich später mit Vicky und den Kindern auf den Sportplatz gehen sollen, das übernahm Michel (was er danach sehr bereute, die Sonne war sehr, sehr intensiv, und seine Schultern / Hals und Waden waren danach Krebsrot), danach sollten wir dann mit Karin in die Familien gehen, was ich durch meine Toiletten-Aufenthalte absagte, und Michel durch seinen sich ankündigenden Sonnenstich! So aßen wir bei Rosa nur Suppe und einen Obstsalat (der bei mir nicht lange hielt), und schliefen, lassen und faulenzten...

Freitag, 17.03.06
Leider hat sich mein Zustand noch nicht verbessert, dadurch blieb ich heute den ganzen Tag zu Hause, und hatte dafür Zeit, diesen Bericht bis zu diesem Tag zu schreiben.
Michel ist nach ”Miraflores” (ein Stadtteil von Lima) gefahren, und trifft sich später mit Alex... das heißt ich werde einen sehr ruhigen Abend haben. Und Zeit haben später noch ins Internetcafe zu gehen und meinen Freunden zu schreiben, und mit meinem Freund über Webcam zu sprechen.
Und hoffentlich den Durchfall Morgen hinter mir lassen zu können.

Samstag, 18.03.06 und Sonntag 19.03.06
Bis zum Samstag Nachmittag hatte sich der Durchfall endlich eingestellt. Aber, da ich Angst hatte, das er wieder beginnt, ging ich früh schlafen. Und auch am Sonntag blieb ich zu Hause. Schlief aus, legte mich in die Sonne.
Abends kochte ich dann mit Michel zusammen. Wir machten einen leckeren Salat, und Spagetti mit Gemüsesoße.

Montag, 20.03.06
Die Aufgabe von heute war, durch die Klassen zu gehen, und die verschiedenen Lehrer zu fragen, welche Kinder im letzten Jahr Physiotherapie hatten und welche neuen Schüler es gibt, die Physiotherapie brauchen.
Dies sollten wir dann in einen Plan zusammenstellen. Fest in dem Stundenplan hatte Jim schon die Kinder von außerhalb eingetragen.
Wie sich in der restlichen Woche rausstellte, mussten wir noch einige Kinder wieder umstellen, die erst um 9Uhr kommen, oder schon um 12Uhr weg sind...
Eigentlich sollten wir ja letzten Donnerstag mit Karin in die Familien ihre Kinder gegangen sein, da wir aber beide krank waren, hieß es, das wir dann in den nächsten Wochen mal mitgehen.
Da es aber schwer ist, wenn die Physiotherapie richtig anfängt, einfach um 12Uhr zu gehen, sind wir heute mit Olga zu den Familien von Eddy und Edith gegangen.
Eddy und Edith sind in der letzten Woche nicht zum Unterricht erschienen, und so musste Olga bei ihnen vorbeischauen, um zu fragen, warum sie nicht gekommen sind, und ob sie wieder in die Schule kommen.

Man kann sich nicht vorstellen, unter welchen Voraussetzungen die Menschen hier leben, oder mit wie wenig sie zurechtkommen.
Der vordere Teil des Hauses von Eddy, hatte ein halbes Dach aus bestimmten Pflanzen und Holzplatten. Die Eisenstangen schauten noch Richtung Himmel aus der Steinwand heraus. Auf diesen Eisenstangen sind Plastikflaschen draufgesetzt. Bei der Frage, warum die Plastikflaschen dort wären, wurde uns erklärt, das sich so die Eisenstange von der Sonne nicht verbiegen.
Olga erklärte das wir die neuen Physiotherapeuten wären und ob die Familie Fragen an uns hätte. Der Vater von Eddy fragte uns dann gleich, was Bruder auf Englisch heißt, da er Vater, Mutter uns Schwester schön wüsste und das es sehr wichtig wäre, diese Wörter zu wissen.

Zu Edith sind wir dann mit dem ”Moto-Taxi”. Das ruckelt und vibriert ganz schön, wenn man dort drinnen sitzt.
Die Strassen wo Edith wohnt werden gerade erneuert, das hatte zum Nachteil, das wir eine andere Strecke mit dem “Moto-Taxi” gefahren sind, und Olga im ersten Moment nicht genau wusste wo sich das Haus von Edith befindet. Nach 30min und einigem Herumfragen und Herumlaufen in der prallen Sonne, fanden wir dann endlich das Haus. Leider war Edith nicht zu Hause, sondern bei ihrer Tante. Ihr Vater und ihr Bruder versicherten uns aber, das sie am folgenden Tag in die Schule kommen würde.
Als wir um 3 Uhr wieder in der Schule waren, haben wir das leckere Essen von Rosa genossen, und sind dann erst mal auf Zimmer um eine ”Siesta” einzulegen. Die Sonne war schon sehr intensiv.
(Diesmal hatte sich Michel genügend Sonnencreme aufgetragen, um nicht erneut einen Sonnenbrand zu bekommen. J )

Dienstag, 21.03.06
Leider kamen heute die fest eingetragenen Kinder außer Rebecca nicht. Da wir Morgens den Stundenplan vollständig fertig hatten. Dachten wir, räumen wir ein bisschen den Physiotherapieraum um. Im Schrank waren sehr viele Schuhe, die zum Teil Michel mitgebracht hatte, die in dieser Woche an die Kinder verteilt werden sollten. Wir räumten die Schuhe, und auch Kleidung in die Abstellkammer, so hatten wir mehr Platz um ein bisschen Ordnung unter den Therapiesachen zu schaffen, und zu sehen, was es überhaupt alles gibt. Wir stellten fest, das die Schule an Physiotherapiegeräten unheimlich gut ausgestattet ist!!!!
Sie hat alles was man braucht, um eine gute Therapie zu ermöglichen.

Mittwoch, 22.03.06
Das erste Kind was wir heute hatten, war Marlon, ein sehr lebendiges und motiviertes Kind. Aber man muss aufpassen, das man die Sachen in der Therapie macht, die man machen will, sonst übernimmt er die Führung.
Marlons Lieblingstätigkeit in der Pause ist die Treppe zu unserem Zimmer hochzuklettern und sich dort hinzusetzen, bis jemand in herunterholt. (was er eigentlich täglich tut)
Danach hatten wir Yuel... ein sehr anstrengender Junge, da er nicht gerne hört, und auch nicht das machen will, was wir sagen. Aber auch nicht von alleine etwas sinnvolles anstellt, sondern z.B. alle Kuscheltiere die wir im Regal aufgestellt hatten rausräumt... aber zum Glück danach wieder einräumt, mehr oder weniger wie es davor aussah...
Sonst verliefen die Therapien normal.
Um nicht jeden Tag nach der Schule nur zu faulenzen oder herumzuhängen, hat sich Michel in einem Fitnessstudio angemeldet, und ich gehe zum Stepp/Aerobic 3min von der Schule.
Geraldin hatte mir davon in der letzten Woche erzählt, aber da ich mich zu dem Zeitpunkt nicht komplett gesund fuehlte, bin ich erst heute mit ihr dorthin. Von 4 bis 5Uhr Nachmittags,... Es wurde sehr sehr heiß... und ich hatte einen Muskelkater am darauffolgenden Tag, ... ich dachte nicht das ich Muskelkater bekommen würde, da ich in Quito ja jeden Tag die Berge rauf und runter gelaufen bin... aber man kann ich täuschen.

Donnerstag, 23.03.06
Heute hatten wir Omeyra, ein 3-jaehriges Mädchen, mit einem Stimmvolumen einer 9-jaehrigen... nach der Stunde sind wir meistens taub. Sie kann noch nicht reden, und äußert ihren Frust so durch kräftiges schreien.
Sonst verliefen die Therapien normal.

Freitag, 24.03.06
Michel hatte sich mit einem Freund verabredet, und da ich nicht das Wochenende wieder nur faulenzen wollte, packte ich meinen Rucksack und fuhr spontan nach San Pedro, eine Stadt, die 80km von Lima entfernt liegt.
Ich bin natürlich erst in die falsche Richtung losgefahren (40min), und durfte die ganze Strecke dann wieder zurückfahren... und wieder von St. Clara 40min weiter nach Chosica. Ein gemütliches kleines Dorf, in dem man sehr gut wandern kann. Von diesem Dorf geht es dann mit einem anderen Bus aus nach San Pedro, oder nach San Bartolome. Die Strecke dauert normalerweise 4h. Je nachdem wie viel Nebel die Sicht verdeckt. Um 4 sind wir von Chosica losgefahren, und um ca. 8Uhr sind wir dann in San Pedro angekommen. Dieses kleine Dorf liegt auf 3.100m Höhe, und es super kalt!!! Ich habe mir erst mal ein Hostal gesucht, trotz der 4 Decken habe ich gefroren. Auch war es sehr sinnvoll ein Handtuch und Klopapier mitzunehmen, das hat auf den Zimmern nämlich nicht existiert.

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