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Berichte

21.April 2006

2.ter Bericht von Denise Lange

Samstag/Sonntag, 25./26.03.06
Heute ging es auf Marcahuasi.
Marcahuasi liegt auf 4.200m Höhe. Um 9:00Uhr ging es mit meinem Führer los. Der Aufstieg dauerte 1 1/5 Stunden nur Berg auf... das war schon anstrengend. Aber nach dieser Zeit kamen wir am Eingang von Marcahuasi an. Von dort aus ging es dann 3 1/5Stunden Berg auf und Berg ab. Ich war schon froh den Führer dabeigehabt zu haben, da man manchmal keinen Weg sieht, und durch den Nebel zum Teil die Sicht sehr eingeschränkt wird. Auf dem Rückweg waren es nur noch 3m in alle Richtungen. In Marcahuasi gibt es sehr viele Felsen die wie Tiere oder Menschen aussehen. Es gab zum Beispiel eine Schildkröte, Seehund, oder einen Priester ... leider hätte ich diese Steinskulpturen alleine nicht erkannt. Also, ich denke, es gehört auch schon ein bisschen Fantasie dazu.
Die Geschichte dazu war, das hier anscheinend mal Marsmenschen gelandet sind, da die Landschaft genauso aussieht wie auf dem Mars ... später lebten in dieser Gegend dann die Inkas, wie die heutigen sehr zerfallenen Ruinen zeigen.
Was sehr schön zu besichtigen ist, sind die ”Lagunas” (kleine Seen). Dort ist es wirklich komplett still, man hört absolut nichts... was zu dem lauten Lima wirklich eine sehr angenehme Abwechslung ist. Eine Laguna nennt sich die ”Laguna negra”, sie hat ihren Namen durch den schwarzen Sand, der das Wasser dadurch schwarz erscheinen lässt.
Leider fing es auf dem Rückweg schwer an zu Regnen, so das wir ca. 40min in einem kleinen Häuschen saßen, bis es weiterging. Das war dann der Abstieg, der war sehr abenteuerlich, da die Wege ja nicht gepflastert sind, und somit die Strassen ein einziges Schlammloch sind. Mich war einige male kurz vorm ausrutschen..
Um 3Uhr bin ich dann wieder im Hotel gewesen. Da die Busse nur um 7 und um 2Uhr fuhren, musste ich noch eine Nacht in San Pedro übernachten. Am nächsten Tag ging es dann um 7Uhr zurück nach Santa Clara, wo ich auch glücklich und durchgefroren um halb 11 ankam. Meine Füße brauchten ca. 1 Stunde um warm zu werden.

Montag, 27.03.06
Heute ging die Therapie mit Schuhe anprobieren los!!! Und für die Lehrer mit Kleider anschauen, um zu sehen, was für welche Eltern / Kinder / Babys zu gebrauchen ist.
Alle Schuhe unter 24 sind wir losgeworden. Teilweise musste geschaut werden, das sich die Eltern nicht gleich 2 Paar mitnehmen wollten (für Geschwister, Freunde). Da noch sehr viele Schuhe übrig waren, wurde mitgeteilt, das die Geschwister persönlich in die Schule kommen sollten um die Schuhe anzuprobieren, um ein ständiges kommen und gehen mit “Umgetausche” zu verhindern.
Diesmal hatte es meinen Kollegen mit einem flauen Magen erwischt, dadurch hat er den Tag nach der Therapie mit schlafen zugebracht.

Während der Woche probierten wir manche Therapien auch draußen im Garten aus, was sich zu bestimmten Zeiten sehr schwierig gestaltete, da wenn die anderen Kinder gerade in der Pause waren, sie unbedingt mitmachen wollten...
Einige Therapien fallen einem sehr leicht, andere wiederum sind anfangs sehr schwer, da wir nicht mit allen Krankheitsbildern vertraut sind, und es manchmal doch schwer zu erkennen ist, was mit bestimmten Kindern möglich ist. Ob es zum Beispiel ein Kind ist, was einfach nicht machen will was wir wollen, und nur im Raum herumläuft, oder einfach anfängt die ganzen Kuscheltiere aus dem Regal zu räumen... Bei mir sind es die Autisten, manchmal ist es sehr schwer sie aus ihrer Trance, oder besser gesagt ihrem Eigenleben heraus zu holen.
Für mich sind die Erfahrungen, die ich hier mache super interessant und wichtig, da sie mir für meinen ganzen weiteren Therapieweg weiterhelfen.

Freitag, 31.03.06
Erst waren wir noch mal auf dem Jahrmarkt «Serez», da sich Michel ein neues T-Shirt zulegen wollte (dieses Mal sprachen mich die Mütter nicht an, ob ich ihre Söhne heiraten, oder sie mit nach Deutschland mitnehmen wolle). Danach haben wir dann einen Freund in der UNI besucht. Mit ihm und einem weiteren Freund sind wir dann an den Strand gefahren. Das heißt nur, den Strand von oben (der Strasse) gesehen. Der Sand ist hier komplett schwarz. Das Meer ist genauso schön wie überall.
Abends waren wir dann im Kangoo, eine Disko die 3min vom Zentrum entfernt ist. Was sehr schön ist, ist, das sie halb überdeckt ist, das heißt die Tanzfläche ist überdeckt, der Bereich mit den Stühlen und den Bars ist außerhalb. Somit wird die Musik auch nicht so laut, da sie nicht von Wänden zurückhallt, sondern der Schall nach draußen verloren geht. Was ich für meine Ohren (Tinitus li) sehr angenehm finde.
Die meiste Zeit wird Salsa, Merengue, Regeton gespielt, einige male wurde auch peruanische Volksmusik oder Englisch sprachige Songs eingelegt, aber eher selten.
Die Gruppe die aufgespielt hat, war klasse.

Montag, 03.04.06
Heute hatten wir einen Fototag in der Therapie, wir haben mal alle Kinder fotografiert die wir heute hatten, und dies durch die ganze Woche durchgezogen, um einen Überblick über die ganzen Kinder zu bekommen, und auch für Marlene die neuen Kinder vorzustellen.

Ab heute findet die Logopädie parallel zu unserer Physiotherapie (nach einem entsprechenden Stundenplan) statt.
Wenn ein Kind krank ist, oder aus irgendwelchen Gründen nicht in der Schule erschienen ist, oder die Kinder von außerhalb nach 10min nicht da sind, holen wir (um die Zeit nicht nutzlos verstreichen zu lassen) ein anderes Kind aus den Klasse raus.
Durch die Sprachtherapie mussten wir jetzt mehr aufpassen, welches Kind wir holten, da wir ja unserer Kollegin nicht die Kinder wegschnappen wollten... J

Das Wetter diese Woche war so schön, das wir, wenn wir konnten, mit den Kindern rausgegangen sind.
Am Donnerstag sah ich bei Rosa (Hausmeisterfamilie) wie sie große Palmenblätter teilte, und aus den kleinen Strängen Muster flechtete / formte (wie zum Beispiel: Körbchen, Kreuz, Zick-Zack Muster oder eine Blume)
Sie erzählte mir, das es hier in Peru Tradition ist, am Palmsonntag Palmen mit in die Kirche und nach Hause zu nehmen. Und das sie dies schon seit mehreren Jahren so machte. Dadurch das ihre Mutter durch die Wahlen am Samstag in die Sierra fahren musste, und ihr nicht so wie die letzten Jahre helfen konnte, verbrachte ich jede freie Minute bis Samstagnachmittag zu, ihr beim Palmen flechten zu helfen.
Am Anfang brauchte ich für einen Strang über 1 Stunde, später ging es je nach Muster zw. 20-30min.
Am Sonntagmorgen ist sie dann mit ihren Kindern schon um 4Uhr morgens zur Kirche gegangen, um sich gute Plätze zum Verkaufen zu sichern. (da sie nicht die Einzigste ist, die Palmen verkaufen wollte) um 6Uhr fing die Messe an!
Ich bin so gegen 7Uhr dazugekommen. Da waren schon fast alle Palmen verkauft, bis halb 10 saßen wir dann noch dort, dann waren auch die Letzten verkauft.
Die Strassen waren wegen den Wahlen an dem Tag überfüllt. Der Unterschied zu Deutschland ist, das alle wählen müssen, wer nicht wählt, muss eine Strafe von 160 Soles zahlen ( 40Euro -> hört sich für uns relativ wenig an, für die Menschen hier ist da aber ganz schon viel Geld...).
Später schaute ich mir mit ihren Kindern noch 3DVD´s an. (um mein Gehör fürs spanische noch zu verbessern)
Hier kostet eine gebrannte DVD 2,50 Soles (-> 65 Cent)

Wochenende 07. - 09.04.06
Besonderes diese Woche war, das am Freitag ein Elternsprechtag (1x im Monat) stattfand. Die Lehrer und wir Physiotherapeuten trafen uns schon um 10Uhr morgens, um mit Marlene am Telefon einige Punkte zu besprechen, und dann den Tagesablauf zu planen (Verkauf von Essen und Trinken). Danach sind wir super lecker im Restaurante: ”Walters” essen gewesen. hmmmmmm.
Um halb 3 sollten die Eltern dann kommen, die Eltern die nicht kommen konnten durch die Wahlen hatten sich abgemeldet, die Eltern die nach 3 Uhr kamen, zählen wie Eltern, die nicht da waren, und müssen eine Strafe zahlen.
Diesmal traf es Jim, die Eröffnungsrede zu halten (die Lehrer wechseln sich untereinander ab), dadurch das neue Mütter dort waren, wurden auch Michel und ich vorgestellt.
Danach wurde noch Kuchen und Getränke verkauft.
Eigentlich wollten Michel und ich an diesem Abend noch mal ins Kenko (Disko) gehen, durch die Wahlen am Sonntag durfte aber das ganze Wochenende kein Alkohol ausgeschenkt werden, und die Diskos nicht öffnen!!!

Osterwoche im April 2006
Diese Woche war sehr, sehr kurz. Der Unterricht fand wegen Ostern nur von Montag bis Mittwoch statt, der Donnerstag war frei.
Was in der Therapie schön ist, das wir mittlerweile die Kinder kennen, und jetzt auch ein besseres Bild über ihre physiotherapeutischen Probleme haben. Auch wissen wir, na ja, noch nicht bei jedem Kind, aber bei vielen wie wir sie Handhaben können, das sie das machen was wir wollen!
Eigentlich wollte ich verreisen, war aber mit Erkältung zu Hause geblieben. Auch als ich hörte das über Ostern die Preise für die Busse enorm angestiegen sind. Eine Reise nach Ica kostet normalerweise 20Soles... über Ostern wäre es dann 100Soles gewesen! Unmöglich.
Ich machte mir ein paar gemütliche Tage in der Sonne, und abends DVD-Abende mit Rosa + Familie.
Am Donnerstag erklärte ich Rosa wie eine Weinspeise (Vanillepudding + Wein) geht, und wie ein normaler Vanillepudding gemacht wird.
Sie erklärte mir dann am Freitag wie die ”Chupetes” (Wassereis in schmalen Plastikbeuteln) gemacht wird.
Eigentlich wirklich simpel... man mixt die Früchte zusammen mit Wasser oder Milch (je nach Frucht)(harte Früchte müssen vorher gekocht werden, wie z.B. Birnen, Äpfel...), und schon hat man die Masse, die man in die Plastikbeutel reinfüllt. Das erinnert mich an meine Jugend, wo wir einfach nur Apelsaft oder Orangensaft und die Plastikformen reingefüllt und ins Gefrierfach gestellt haben.
Was ich hier und auch in Ecuador feststelle, ist, das fast jede Familie einen Mixer hat, und es regelmäßig Säfte gemischt werden (bekommen wir jeden Tag zum Mittagessen J ).
In Ecuador bekam ich immer zum Frühstück einen selbstgemachten Saft.
Am Samstag lag ich ein wenig zu lange in der Sonne. Ich lag genau unter einer Stelle, wo mich der Rasensprenger alle paar Sekunden mal nassspritzte. So nahm ich die Hitze gar nicht so war. Der Sonnenbrand lies nicht lange auf sich warten... L
Am Sonntag zeigte ich Rosa wie ein Pizzateig (Hefeteig) zubereitet, und am Ende die Pizza belegt wird!
Bis Dienstag hatten wir dann noch Pizza zu essen... J


17. - 20.04.06
Diese Woche war wirklich der Wurm drinnen.
Gleich am Montag hatten wir ein Kind was sich in die Hose machte... was sich noch oft diese Woche wiederholen sollte...
Am Dienstagmorgen waren Michel und ich super müde, so dass wir erst sehr spät aufgestanden sind, und uns schon auf ein sehr schnelles Frühstück eingestellt hatten. Aber wir hatten Glück im Unglück... Vicky erzählte uns, das Karin krank wäre, und die Kinder von ihr nicht kämen, genau ihre Kinder haben wir in der ersten Stunde von 8:15-9:00Uhr. Da die Kinder von Lydia und Olga erst um 9:00 kommen, und wir Morgens keine Kinder von Vicky haben, konnten wir doch noch gemütlich Frühstücken. Hatten uns aber auch schon darauf eingestellt, an einem Freitag, wenn Karin ihre Stunden mit den Kindern nachholt, anwesend zu sein.
Am gleichen Tag waren Michel und ich etwas sauer mit einer Mutter, die jedes mal zu spät kommt, da ihr Kind nicht gerade wenig wiegt, dauert es ein bisschen länger bis sie auf der Matte liegt, so hatten wir die letzte Woche meistens nur 15min Zeit.
Diesmal warteten wir wieder 15min, als sie immer noch nicht da war, holten wir ein anderes Kind aus der Klasse! (nach Absprache mit Jim)
Sie kamen dann 20min zu spät, Jim sagte ihr aber dann Bescheid, das wir schon ein anderes Kind therapierten.
Wir wollten der Mutter damit einfach mal zeigen, das sie dem Kind 45min Therapie gibt, und nicht nur 10min. (das ist einfach zu wenig Zeit, um einen gescheiten Therapieverlauf zu erlangen).
Mal sehen ob sie diesen Donnerstag pünktlich ist!!!
Später hatten wir dann noch Shirly (war letztes Jahr 1-2mal da), ein 1Jahr altes Kind mit Down-Syndrom. Was in der Therapie etwas nervig ist, das dass Kind sofort weint und nichts macht, wenn die Mutter nicht dabei ist,... wenn die Mutter dabei ist, “übermuttert” sie das Baby aber so, das sie dem Kind ein Lied vorsingt (conejitos... über die Kaninchen J ), oder versucht, sie mit allen möglichen Kuscheltieren zu beruhigen.
Die “Übermutterung” zeigt sich aber auch noch in anderen Sachen, z.B. als wir Shirly zum ersten mal hatten, erzählte uns die Mutter das sie ihrem Baby kein Getreide und keine Kuhmilch gibt, da sie mal in einer Internetseite über Down-Kinder gelesen hätte, das in diesen Produkten ein Enzym ist, was durch das fehlende Gen im Magen nicht verarbeitet werden könnte und ein Schadstoff ins Gehirn gelänge, und dort eine Entwicklungsverzögerung auslösen würde. Sie hatte auch zwei Ärzte gefragt, der eine meinte: Nein, der andere: es könnte sein... Sie fragte uns auch nach unserer Meinung!
Wir wussten nichts darüber, aber sagten ihr, das wir uns darüber mal informieren wollten.
Wir fragten die Eltern an der Schule, die Down-Kinder haben, und Michel traf aus Zufall im Bus einem Arzt, der sich auf diese Kinder Spezialisiert hatte, aber keiner hatte etwas davon gehört.
Das gaben wir dann an die Mutter weiter. In den nächsten Therapien fragten wir dann, ob das Kind jetzt alles Essen würde. Sie meinte, das sie dem Kind jetzt alles gäbe, und es jetzt Durchfall hätte... woher das kommen würde?
Wir mussten ihr dann erklären, das dass eine ganz normale Reaktion auf die Nahrung wäre, die das Baby noch nie in seinem Leben bekommen hätte! Sie war danach um einiges Beruhigter.
Shirly hatte noch eine Schwester, Elisabeth, sie um die 3Jahre Alt, und ziemlich eifersüchtig auf ihre Schwester... die Mutter erzählte uns, das einmal, als die Müllabfuhr vorbeigefahren ist, sie gerufen hätte: ”Nehmt meine Schwester mit.”
Elisabeth ist meistens in der Therapie dabei und spielt mit Michel (Puzzle, Memory), heute saß sie ganz ruhig da, als wir feststellten, das sich eine nasse Stelle unter ihr zeigte. Wir mussten die Mutter 2x daran erinnern, das ihr Kind im eigenen Urin sitzt, bis sie reagierte. Sie ist wirklich sehr fixiert auf Shirly. Sie sagte uns, das dass Elisabeth noch nie passiert ist. Aber sie erinnerte sich in diesem Moment, das ihre Tochter, als sie das Haus verlassen hatten um zur Therapie zu kommen, etwas von Toilette gesagt hatte!
Eine weitere Geschichte war, das sie Michel erzielte, das Elisabeth immer sehr viel rumgetobt wäre, und das sie gelesen hätte, das sich davon der Magen verschieben könnte, sie fragte ihn dann, ob er mal schauen könnte, ob der Magen an der richten Stelle sitzt.

Am Mittwoch war Karin wieder da, in der ersten Stunde holten wir die Kinder vom Vortag raus, nachdem Yoel aus Olgas Klasse nicht da war, holten wir Marlon aus der Klasse (der eigentlich am Freitag dran gewesen wäre, wenn Karin ihre Stunden nachholen würde). Leider machte er sich nach 10min in die Hose, während Michel in wieder in die Klasse brachte, desinfizierte ich die nassen Stellen.
Danach hatten wir Luis-Fernando, leider ging es ihm heute nicht gut, so dass er uns auf die Matte erbrach.
Die nächsten zwei Kinder waren dann Carla + Tamara, die eigentlich immer sehr aufgedreht waren, aber heute unheimlich ruhig waren. Der Tag hatte es wirklich in sich.

Michel hatte Kuscheltiere aus Deutschland mitgebracht, die ich heute an Karin und Lydia weitergab.
Karin macht morgens immer die Morgenversammlung von 8-9:00Uhr mit den ganzen Kinder der Schule (spricht über Themen, singt, tanzt, macht Spiele...). Die Kuscheltiere sollen dann jeweils am Ende des Monats an die Kinder verteilt werden, die am häufigsten morgens da gewesen sind. Als sogenanntes Prämium/ Belohnung!

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