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21.Juni 2006

1.ter Bericht von Lea Vogler

Der Flug nach Lima verlief eigentlich ohne Probleme, ich habe viel geschlafen. Leider musste ich in New York doch noch mal das Gepäck vom Band holen und neu einchecken.
Mein Flieger kam am 29.05.2006 sogar zu früh in Lima an, zum Glück waren Denise und Michel aber schon da. Wir mussten dann nur kurz auf Señor Maximo, der Fahrer des Centros, warten und dann ging es im rasanten lateinamerikanischen Fahrstil quer durch die Stadt nach Santa Clara. An den Fahrstil muss ich mich immer noch gewöhnen, auch wenn ich es schon von Guatemala und Mexiko kenne das es normal ist aus einer 2-spurigen eine 3-4-spurige Strasse zu machen und das man auch schnell mal ausscheren darf, ohne andere Autos mit dem Blinker oder ähnlichem zu warnen! Man könnte pro Fahrt auf jeden Fall mindestens in 3 Unfälle verwickelt sein, aber irgendwie geht’s doch immer gut und man gewöhnt sich vielleicht irgendwann daran!?
Wir waren dann in Santa Clara noch eine Kleinigkeit essen und dann bin ich ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag war ich schon früh wach und munter und natürlich auch neugierig, dabei hatte man mich an dem Tag wohl noch gar nicht eingeplant. Jim zeigte mir erstmal das Centro und stellte mich in den Klassen vor. Ich fand es toll wie herzlich ich hier begrüßt und aufgenommen wurde, sowohl von den Kindern als auch von allen Mitarbeitern des Centros.
Den restlichen Tag schaute ich dann bei Denise und Michel in der Physiotherapie zu.
So verlief ich eigentlich meine komplette erste Woche. Entweder war ich bei der Therapie dabei, um mir ein Bild von meiner zukünftigen Arbeit zu machen und einen Tag verbrachte ich in den Klassen von Karin und Lydia.
Die Kinder hier sind toll, sie sind so fröhlich und man kann viel mit ihnen lachen. Aber bei einigen kostet es auch eine Menge Geduld und Nerven. Die Kinder von Lidia zum Beispiel sollten mit Fingerfarbe ein Bild ausmalen ... danach waren sie alle grün im Gesicht!
Mittagessen gibt es immer bei Rosa, sie ist die Frau des Hausmeisters und kocht sehr lecker und viel!!!
Ansonsten habe ich es in der ersten Woche noch ausgenutzt, dass die zwei anderen Volontäre noch da sind. Sie haben mir alles in Santa Clara gezeigt was man wissen sollte und wir waren auch im Zentrum von Lima um uns z. B. den Plaza de Armas, Plaza San Martin usw. anzuschauen. Abends sind wir noch spontan ins Kino gegangen: Der Da Vinci Code. Ich war beruhigt das die anderen zwei auch nicht alles verstanden haben, was nicht nur am Spanisch lag sondern auch zum Teil an den Nebengeräusche aus der Strasse ...
Außerdem war ich noch mit Denise, Rosa und ihrer Tochter Geraldine auf dem Markt in Santa Clara wo ich seit dem schon ein paar Mal war! Ich finde es so toll was man hier für Früchte kaufen kann: Mango, Papaya, Lucuma, kleine Bananen ...

An meinem ersten Wochenende habe ich auch noch die Wahlen in Peru miterlebt. Es war der zweite Wahlgang und an dem Sonntag war viel los auf den Strassen. Die Leute müssen wohl zum Teil sehr weit reisen, weil sie dort wählen müssen wo sie herkommen. Deswegen waren montags auch einige Kinder nicht in der Schule.
Interessant fand ich auch die Art der Peruaner Wahlwerbung zu machen: Es gibt zwar auch normale Plakate, aber es werden auch Wände bemalt und sogar auf Berge wurden die Namen der Kandidaten mit Kreide geschrieben. Und kaum waren die Ergebnisse der Wahl abends da, wurden die Wände zum teil schon wieder mit weißer Farbe übermalt!!

In der zweiten Woche verbrachte ich einen Tag in den Klassen von Vicky und Olga, damit ich auch die älteren Kinder kennen lerne. In der Therapie mit Michel und Denise fing ich langsam an auch mal einen Teil zu übernehmen, da ich die Kinder nun zum größten Teil schon einmal gesehen hatte.
Am Dienstag war dann die Verabschiedung von Denise und Michel und ich wurde gleichzeitig noch mal allen vorgestellt und ”Herzlich Willkommen!”
Am Abend vorher hatten wir Tiramisu für alle gemacht und die Schule hat Cola besorgt. Zwischendurch hatten wir ein bisschen Bedenken ob nach dem Tiramisu, das ja Kaffe enthält und der Cola, einige Kinder im ”Dreieck titschen” würden ... es sind ja sowieso schon einige etwas hyperaktiv! Aber es hat allen gut geschmeckt und es war schön mal alle so fröhlich zusammen zu sehen!
Ab Mittwoch habe ich dann die Therapien alleine übernommen, da Michel und Denise auf Reisen gegangen sind (um ihr Aufenthaltsvisum zu verlängern). Es hat meist gut geklappt, natürlich gibt es Kinder wie z.B. Yoel bei denen man sich etwas mehr durchsetzen muss und Geduld haben muss, aber das gehört dazu!
Auch mit der Sprache klappt es ganz gut, ich muss mich nur noch daran gewöhnen das man hier schneller spricht als in Guatemala wo ich mein Spanisch gelernt habe!
Das Wochenende war dann sehr ruhig! Ich habe viel geschlafen, Sonne getankt und gelesen.
Mit Rosa war ich wieder mal auf dem Markt um mir Obst zu kaufen. Ich gucke mir das ”Treiben” auf dem Mercado gerne an, die vielen verschiedenen Menschen und vor allem sieht man da einiges was man in Deutschland nicht sieht: Die Peruaner essen sehr viel Hühnchen und diese Hühner hängen dann aufgeschnitten an den Ständen im Markt, so dass man die Eingeweide sieht ... am Stand nebenan gibt es dann alles vom Rind: Pansen, Darm, Herz ...
Und leider sieht man auch wie sich viele kleine Kücken in einem Netz tummeln und bei Bedarf eins raus genommen, schnell den Hals umgedreht kriegt und dann gerupft und aufgeschnitten wird ...!!!

Die dritte Woche begann mit einer guten Neuigkeit: Jim kam vormittags zu mir um mir zu sagen das Julia kommt!
Montag und Dienstag habe ich dann die Therapien noch alleine gemacht. Es war anstrengend 8 Kinder nacheinander zu behandeln, danach war ich ziemlich müde. Aber es hat gut geklappt und vor allem auch richtig Spaß gemacht! So langsam bekomme ich einen Überblick über die Kinder, ihre Defizite und vor allem kenne ich inzwischen auch ihre Namen!
Dienstagabend bin ich mit Geraldine, die Tochter von Rosa zum Flughafen gefahren: 2 Stunden Busfahrt. Geraldine wollte gerne mit, da sie den Flughafen vorher noch nie gesehen hatte und ich hatte so auch eine nette Begleitung!
Julia ist gut angekommen und wir wurden dann von Señor Maximo zurück ins Zentrum gebracht. Am nächsten Tag war sie auch direkt in der Therapie dabei. Wir hatten besonders viel Spaß mit Marlon, der sehr selbstständig und sehr kreativ ist! Er hat viele Ideen und gestaltet die Therapie mit.
Auch Carla und Tamara sind zwei Mädchen, mit denen man schön arbeiten kann. Aber obwohl die kleinen Mädels einen viel zum lachen bringen und man sie sofort ins Herz schließt, stellt man auch schnell fest dass die beiden es Faustdick hinter den Ohren haben!
Der Donnerstag war sehr ruhig. Wegen Elternsprechtag waren keine Kinder vom Centro da, sondern nur Kinder die von extern kommen. Von denen sind aber einige im Moment krank und so hatten wir nur Sadhid und Renzo, für die wir uns dann ein bisschen mehr Zeit genommen haben.
Dann haben wir noch den Bollerwagen aufgebaut, den Julia mitgebracht hat. (Anm.: ein Geschenk von Silke Langweiler, einer ehemaligen Volontärin). Bei Elicet ist er direkt gut angekommen ... mal sehen was die anderen Kinder dazu sagen!
Am Wochenende haben ich Julia Santa Clara gezeigt, wir waren auf dem Markt und haben Gemüse und Obst gekauft ...
Seit Samstag ist auch Denise wieder da, wir haben abends zusammen gekocht und waren dann noch in der Disco in Santa Clara. Irgendwann nachts kam dann auch Michel von seiner Reise zurück und heute Morgen haben wir vier dann erstmal zusammen lecker gefrühstückt!
Jetzt freue ich mich auf die nächsten Wochen, auf die Therapien mit den Kindern und Julia und Michel.
Ich fühle mich hier sehr wohl, was auch an der Hausmeisterfamilie liegt, die immer für einen da ist und jeden herzlich aufnimmt!!! Und trotz Herbst scheint hier jeden Tag die Sonne!!

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