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02.Juli 2006

Abschlussbericht von Denise Lange

Ich kann es noch gar nicht fassen, wie schnell die Zeit in VIDA NUEVA vergangen ist. Jetzt sitze ich hier in New York mit 12 Stunden Wartezeit... Als ich vorhin am Flughafen auf's Klo wollte, suchte ich schon ganz automatisch den Mülleimer, um das Papier dort hineinzuschmeißen. In Peru und auch in Ecuador sind die Rohre so klein, das, wenn man das Papier in die Toilette schmeißt, diese zu schnell verstopfen würden... (nach 3 Tagen wieder zurück in Deutschland hab’ ich mich wieder umgewöhnt *smile*.
Oh, ich erinnere mich noch zu gut, wie ich mit dem Bus von Quito in Lima angekommen bin, mit dem einzigsten Wunsch unter eine Dusche zu kommen (nach 24h Busfahrt ohne Stopp + 2 Nächten im Sitzen schlafen)... Marcela (Schwester von Marlene) hatte mich dort vom Busbahnhof abgeholt und nach VIDA NUEVA gebracht. Dort lernte ich dann die Hausmeisterfamilie kennen, die ich in den 3 Monaten sehr lieb gewonnen habe. Die Zwillinge Elicet (Down-Kind) und Geraldine, zwei zuckersüße Kinder von Rosa und Alberto. Ich muss doch immer wieder lächeln, wenn ich an Elicet denke. Eigentlich jeden Tag kam die Frage gleich mehrere Male beim Mittagessen:” Rico!” (“Lecker”).
Oder als ich mit ihr die Hausaufgaben durchgegangen bin... Schreibübungen wie A, E, I, O, U und sie die Buchstaben noch gar nicht unterscheiden konnte. Oft kam sie stolz auf mich zugerannt, streckt mir ihr kleines Händchen entgegen, und zählte mir bis 3 später bis 10 vor. Mittlerweile erkennt sie auch die Buchstaben wieder, und kann ihren Namen schreiben.
Für Rosa fällt mir nur ein Wort ein: “Encantadora”, ein “Schatz” für VIDA NUEVA. Die Schule ist durch sie und durch Mithilfe ihres Lebensgefährten und ihres ältesten Sohnes Alex (16 Jahre alt) immer sauber. Auch ist sie die Köchin für die Volontäre während der Arbeitstage. Wäre ich nicht den ersten Monat so lange mit meinem Durchfall geplagt gewesen, hätte ich sicherlich viel zugenommen, denn das Essen war super lecker! Einige Rezepte habe ich mir dann von ihr Zeigen lassen, und ihr ein paar Rezepte von Deutschland gezeigt, wie z.B. Kartoffelpuffer/Reibekuchen, Marmorkuchen, Pizza, Tiramisu...
Wie oft schaute ich mir abends mit der Familie DVD´s vor dem Fernseher an.
Die Familie hilft dir immer, wenn du mal Fragen oder Probleme hast!

Von den Lehrern hab’ ich Karin am meisten ins Herz geschlossen. Vielleicht hing das damit zusammen, das ihr Klassenraum fast neben dem Therapieraum liegt, und wir ihr dadurch öfters am Tag über den Weg gelaufen sind, und unsere Späße gemacht haben. Es gibt nicht viele Lehrer die so eine Engelsgeduld haben ... morgens mit den ganzen Kinder von VIDA NUEVA (die Kinder die Früh genug kommen) ca. 15min zu singen, zu spielen, zu beten ..., und die Kinder die am häufigsten da waren mit einer Kleinigkeit zu belohnen, wie z.B. einem Kuscheltier (die die Volontäre aus Deutschland mitgebracht haben!)
Wie oft standen Michel und ich morgens mit ihr für ein paar Minuten zusammen, und haben gelacht...

Vicky bewundere ich, wie sie Ordnung unter ihren 13 Kindern der Morgenstunde bringt. Wenn man bei ihr in der Klasse reinschaut, machen alle brav ihre Aufgaben ... wenn ich an Josué denke, was für mich das schwierigste Kind in der Physiotherapie war und wie Vicky es schafft, ihn so locker dazu zu bringen seine Aufgaben zu erledigen...
Ich stand so oft in der Therapie, und wusste nicht wie ich mit der Kombination von Hyperaktivität und Autismus umgehen sollte. Einerseits ist er so abwesend, und doch so anhänglich, das er zu mir “Mama”, und zu meinem Kollegen “Papa” sagt und mit uns schmusen will.
Womit wir ihr ihn immer locken konnten, war das Trampolin, dort sprang er ca. 20min drauf und lachte. Leider gefiel im das dann so gut, das er nicht mehr runter wollte.
Vicky machte sich Morgens immer eine Teetasse, als sie mitbekam, das Michel und Ich uns immer eine 2,5l Kanne Tee machten, ließ sie uns das gekochte Wasser stehen. So hatten wir immer unseren Tee, auch wenn wir zu spät aufstanden, und uns die Zeit für den Tee nicht mehr gereicht hätte!

Mit Lydia und Olga hatte ich nicht so viel Kontakt. Lydia tat mir immer so leid,... als James (eines ihrer Down-Kinder) es sich zur Gewohnheit machte in der Therapie in die Hose zu machen. Leider hatte er eine Zeit lang Durchfall, das heißt, die Windel hat leider nicht alles aufhalten können... nach der Therapie konnte er dann erst einmal unter die Dusche.
2 ganz Süße aber rotzfreche Knöpfe waren Carla und Tamara (2 Down-Kinder). Sie waren bei den letzten Volontären zusammen in der Therapie, und so führten wir dies weiter. Was mir sehr viel Spaß gemacht hat, war die Fußgymnastik mit ihnen, auf Zehenspitzen / Fersen durch den Raum laufen, den Fuß mit einem Igelball abrollen, Zeitung mit den Zehen zerreißen, oder Strümpfe um die Wette zu werfen... Wenn man den Zwei ein bisschen Freiraum lässt, konnten sie sich super alleine Beschäftigen, zu viel Freiraum darf aber auch nicht sein, sonst kann es wie Michel passieren, das er von Carla angespuckt wird, oder von Tamara “Schimpfwörter”, oder “Beeil dich” hört...

Olga ist die Köchin unter den Lehrern, wenn der “Tag der Eltern”, oder ein Schulfest ansteht, ist sie es, die das Essen organisiert, oder besser gesagt, das Kommando in der Küche übernimmt.

Jim würde ich so beschreiben, das er derjenige ist, der alles was in der Schule passiert miteinander verbindet. Ein Organisationstalent.
Als Psychologe hat er über den Tag verteilt seine Kinder. Auch fragten wir ihn des Öfteren um Rat, wenn es um das Krankheitsbild “Autismus” oder “Hyperaktivität” ging.

Heute Morgen bei der kleinen Verabschiedung der Lehrer standen mir die Tränen in den Augen. So liebe Worte zum Abschied wünscht man sich,... aber es gibt nicht viele Personen, die sie so gut in Worte verpacken können. Ich habe mich mit den Lehrern super verstanden, sie haben mir immer ein gutes Gefühl gegeben, das Gefühl, “Gern gehabt” zu werden... was manchmal doch sehr wichtig ist, da die eigene Familie und Freunde doch sehr weit weg sind.
Sie schenkten mir eine von den Kindern selbst gemachte Kerze und eine wunderschöne Karte, mit den Namen der ganzen Kinder und ganz liebe Worte der Lehrer.
Meine Verabschiedung mit den Kindern hatte ich vor meiner Abreise nach Cuzco “Machu Picchu” + Dschungel “Puerto maldonado” gemacht. Mit Lea fuhr ich zu einem Einkaufszentrum um dort alle Zutaten für ein Tiramisu zu besorgen. Abends bereiteten wir es dann zu. Michel als starker Mann J durfte mit einem Schneebesen ca. 20 Eiweiße zu Schnee schlagen. Danach hat er seinen Arm, bzw. die Muskeln gut gespürt... J
Am Montag war es dann soweit, die ganzen Kinder wurden in der Aula versammelt, es gab “Inka-Kola” (Nationalgetränk was “Gaseosa” angeht, was so ähnlich wie Gummibärchen schmeckt...) und das über eine Nacht gut durchgezogene Tiramisu.

Die Kinder, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt hatte:
Vicky:
- Neile:
Der Anblick vom Wechsel des Schmollmundes zum strahlenden Lächeln in nur wenigen Sekunden ist unvergesslich. Die autistischen Züge machen die Therapie oft sehr schwer. Was bei ihr sehr gut klappte war das Tanzen, sich bewegen oder den Ball zuspielen.
- Bruno:
Ein weiterer Plattfuß von VIDA NUEVA ...
Ich bekomme immer noch ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich mich daran erinnere, wie Michel mit ihm das Ball prellen übte! Auf 5 zählen, und gleichzeitig den Ball 5x prellen lassen. Bis 5 konnte er gut zählen (manchmal nur ohne die 3), aber leider war der Ball dann schon ca. 10x geprellt... 20min oder länger nahm sich Michel dann Zeit, um ihm das regelmäßige Prellen beizubringen.

Karin:
- Marlon:
Ein freches Down-Kind mit einer super dreckigen (rauen) lache. (sehr ansteckend...J ) Der kreativste Junge in der Therapie, wenn wir einen Parkcour vorbereitet hatten, schaffte er es, den Parkcour auf sehr viele verschiedene Weisen zu verändern, wo uns Erwachsenen oft die “Fantasie des Kindes” verloren gegangen ist. Am liebsten versteckt er sich, und will gesucht werden.
- Manolo + Juan-Carlos:
Manolo als Autist und Juan-Carlos als leicht hyperaktiv ergänzten sich blendend. Juan-Carlos lernte sich mehr zu kontrollieren, bzw. ruhiger zu werden, und holte gleichzeitig Manolo aus seiner Starrheit, oder besser gesagt aus seiner Zurückgezogenheit heraus.
Manolo wird von seiner Oma gebracht, die mit der “Bitte” zu uns kam, ob wir mit ihm nicht mehr Sprossenwand üben könnten. Da er zu Hause im oberen Teil des Stockbettes schläft, und morgens von dort nicht runter will, bzw. sich nicht runter traut. Seine Mutter muss ihn dann dort herunterheben, leider wird er nicht kleiner und nicht leichter, so dass dies nicht mehr lange möglich ist. So übten wir mit ihm die Sprossenwand herunter und herauf zu klettern, am Anfang merkte man schon, das er etwas Angst hatte, und anfing sehr stark zu schwitzen, mittlerweile hat sich dies aber gebessert.

Olga:
- Yoel:
Er würde am liebsten die ganze Therapie Küsse verteilen… Das zu machen, was Michel und Ich wollten, gehörte nicht zu seinen Stärken. Michel versuchte mit mehreren Strategien ranzugehen: Freundschaftlich, streng,... ich glaube am Schluss war es ein Mix aus den ganzen Strategien. Ich kann mich noch gut an die erste Therapie erinnern, wo er anfing alle Kuscheltiere aus dem Regal zu räumen... das werde ich nie vergessen...
- Lady:
Ein schüchternes aber immer lächelndes Mädchen. Was bei ihr sehr stark auffällt ist, dass sie kaum auf Michel hören wollte, wenn ich eine Übung mit ihr versuchte, klappte es meistens auf Anhieb. Als wir Jim einmal darauf ansprachen, erzählte er uns, dass sie 4 Schwestern hätte, und zu Hause auch nur von Frauen Aufträge bekommt, und auch in VIDA NUEVA ist ihre Lehrerin eine Frau. So fällt ihr es schwer, auf einen Mann zu hören.
Ihr Lieblingsgerät war der Ball.
- Jhordy:
Unser Hyperaktivstes Kind. Wir konnten mit ihm eine Therapiestunde darauf verwenden, ihn dazu zu bringen 3sec einen Fuß auf einen Pezziball zu stellen...
In einer Stunde wollten wir mit ihm gemeinsam die Pezzi-Bälle aufpumpen. Als er die Pumpe sah, wurde er richtig panisch, schweißig... als wir Olga nach der Stunde dazu fragten, meinte sie, das er Angst vor dem platzen von Luftballons hätte, und somit auch Angst hätte, das die Pezzi-Bälle platzen...
- Juan Espiritus:
Großthema war bei ihm die Pectoralisdehnung (großer Brustmuskel) und Kräftigung der Rücken und Bachmuskeln. Ich denke bei ihm ähnelte die Therapie am meistens der eines Erwachsenen.


Abschlussreise nach Cuzco + Machu Picchu + Puerto Maldonado:

Einen Tag vor Abreise nach Cuzco musste ich noch mein Visum verlängern. Um halb 9Uhr morgens bin ich aus dem Haus gegangen, die erste Busfahrt dauerte 1 1/5 Stunden (3x umsteigen, mit einem kleinen Stopp, um meine Busfahrkarte nach Cuzco zu kaufen). Um dort zu erfahren, das dass die Falsche Stelle ist, und ich zu einer anderen Stelle müsste. Das hieß wieder in den Bus einsteigen, und weiter ins Zentrum von Lima fahren (45min mit 2x umsteigen).
Vor dem Amt warteten schon die Männer, die dir Anträge verkaufen wollen,... normalerweise mache ich einen großen Bogen um diese Menschen, aber leider war ich sehr unter Zeitdruck, und zahlte 10Soles (2,50Euro) für das ausfüllen der Dokumente. Dann ging es ins Amt rein, 3.Stock. Dort stellte ich mich hinter die erste Schlange an, als ich endlich am Schalter ankam, wurde mir aufgetragen, die anfallenden Kosten unten an der Bank zu zahlen. Das hieß runter in den 1.Stock und sich hinter die lange Schlange der Bank anzustellen. Zahlen musste ich 20Dollar für die Verlängerung des Visums und 26Soles Bearbeitungsgebühr.
Danach ging es wieder hoch an die nächste Schlange im 3. Stock mit der Zahlungsbestätigung. Am Schalter gab ich dann diesen Zettel ab, dann hieß es noch einmal hinsetzten und warten bis die Verlängerung bestätigt wurde. Danach konnte ich mich wieder in den Bus setzen, der diesmal direkt nach St. Clara fuhr. Um halb 3 kam ich dann endlich wieder in VIDA NUEVA an.
Am nächsten Tag ging es dann um 2 Uhr los nach Cuzco. 20Stunden Fahrt. Ich weiß nicht, was mir mehr zugesetzt hat... die kurvige Fahrt, oder die Höhe (4.500 m). Kopfschmerzen hatte ich keine, aber ein sehr flaues Gefühl im Magen. So nahm ich dann doch eine Tablette gegen die Höhe, nahm einen Matte de Coca (Tee der da Blut verdünnen, und so gegen die Höhe helfen solle) zu mir. So kam ich am nächsten Tag um ca. 11Uhr in Cuzco an. Dort suchte ich zuerst den “Plaza de Armas”, da dort die ganzen Reisebüros angesiedelt sind. Nach den Infos von 4 Reisebüros suchte ich mir das Beste aus. Eine 8 Tages-Tour...
An diesem Tag (Freitag) konnte ich mir noch die Museen von Cuzco anschauen. Am nächsten Tag ging es dann zur City-Tour. Dies umschloss 4 Ruinen außerhalb von Cuzco und die Kathedrale + Monasterium (Kloster) von Cuzco.
Was in der Kathedrale sehr interessant war, das die Menschen dort die Religion aus der Inka-Zeit und die katholische Kirche vermischen. Jesus der dort in der Kirche auch am Kreuz hängt hat z.B. die Beine nicht überkreuzt, und auch nur durch eine Schnur zusammengebunden. Das Gewand das er um die Hüfte hat, ist ein Inka-Gewand, er schaut nach unten zur “Pacha Mama” (Mutter Erde), die Narbe fehlt, die hier von der Lanze in der Brust vorhanden ist, und die Hände sind weit geöffnet, nicht halb zur Faust zusammen wie hier.
Auch ist es so, das die Leute von Cuzco nach dem Gottesdienst nach draußen gehen, und noch kleine Opfergaben (Essen) der “Pacha Mama” opfern.
Wie ich von einem Cuzqueno (Menschen die in Cuzco leben) erfuhr, war es zu dieser Zeit noch üblich von jeden Essen oder Trinken, ein kleines Stück auf den Boden zu geben, als Segnung des Essens.
Den letzten Stopp machten wir in einem Stoffgeschäft, was alle Arten von Alpaka verkaufte. Dort wurden wir aufgeklärt, wie wir erkennen, welche Art uns verkauft wird:
- Baby-Alpaka (das Beste) -> ist am schwersten, und fühlt sich beim Anfassen kühl an
- Alpaka adulta (2.Beste) -> etwas leichter, aber kratzig
- Alpaka mixta (3.Beste) -> Synthetik + Alpaka, man bekommt einen kleinen Stromschlag beim Anfassen
- Alpaka sintetica (schlechteste) fühlt sich beim Anfassen warm an, und ist am leichtesten
Die Gruppe bestand zum Teil nur aus Latinos. Abends sind wir in einer kleinen Gruppe noch Essen + Tanzen gewesen. Die Gruppe bestand aus 2 Mädels aus Brasilien, 1. Peruanerin, 1. Venezuelaneer, 1. Argentinier und mir. Eigentlich dachten wir am anderen Tag auch wieder alle in einer Gruppe zu sein, da wir alle dasselbe Programm hatten. Aber leider waren wir in 3.Gruppen aufgeteilt. Ich war zwar alleine, traf aber eine neue Gruppe aus Peru und die von der Gruppe vom Vortag bei den anderen verschiedenen Ruinen wieder.
Ein Stopp machten wir auf dem Markt von Pisac, dort gibt es ganz viele Keramiksachen, da diese dort hergestellt werden, aber auch Schmuck, Kleidung und Essen. Wir hatten 40min Zeit diesen Markt zu besichtigen und evtl. etwas zu kaufen. Leider ist der Markt so unübersichtlich, das ich mich verirrt habe. Ich fragte 5 Personen (Einheimische und Touristen) wo die Bushaltestelle wäre, alle zeigten in die gleiche Richtung. Ich befand mich dann auch zur Abfahrzeit um 11:15Uhr an dem Busparkplatz. Leider fand ich meinen Bus nicht. Ich fragte einen Busfahrer, ob es noch eine andere Haltestelle gäbe, er meinte Nein. Nach 5min fragte ich einen Polizisten, der gerade um die Ecke kam. Er erklärte mich dann, dass dies die Haltestelle für die Busse nach Cuzco ist, und dass es noch eine andere für die Ruinen von Pisac gibt. Also befand ich mich doch an der Falschen, und durfte wieder den ganzen Markt durchqueren, und kam dann um 11:40 an dem anderen Busparkplatz an. Mein Bus war natürlich schon weg (er ist um 11:30Uhr gefahren...) So musste ich mir ein Taxi suchen, und so dem Bus hinterherfahren. An den Ruinen von Pisac sah ich dann meinen Bus, aber leider reichte die Zeit nicht, die Ruinen noch zu sehen. Vielleicht hätte die Zeit gereicht, aber ich wollte es nicht riskieren, noch mal ohne Bus da zu stehen. So ging es dann zum Mittagessen nach Urubamba, wo ich überraschend den Venezolaner von der gestrigen Tour traf, und so mit ihm gemütlich Essen konnte. Der letzte Stopp führte uns zu den Ruinen von Ollantaytambo. Dort traf ich dann alle aus der gestrigen Gruppe wieder.
Dort mussten noch 3 Frauen mit mir auf den Zug von Cuzco warten, der uns dann um 9:40 in Agua Caliente absetzte. Von dort ging es einen Tag später nach Machu Picchu rauf. Der Bus fuhr morgens um 6Uhr los, das hieß mit Frühstück um 10min vor 5 aufstehen.
Um 7Uhr ging dann die Führung los, die bis 9:40 dauerte. Von dort aus sind wir (2 mexikanische Pärchen und ich) auf den Waynopichu gestiegen, der Berg liegt genau neben Machu Picchu, und von der Spitze, die wir nach 1h Berg aufsteigen erreichten, war es nur noch ein kleiner Punkt. Machu Picchu liegt auf ca. 2900m. Der Berg liegt auf ca. 3500m.
Ein Freund riet mir zum Mondtempel herunter zu steigen. Das dauerte noch mal 1Stunde, da er auf der anderen Seite lag. Und von dort aus noch einmal 1h um wieder zum Eingang des Berges zu kommen. Danach haben wir erst mal eine Pause gemacht, und unser kleines Mittagessen gegessen. (Es gibt in Machu Picchu nichts zu kaufen, und auch keine Toiletten, man muss aus dem Gelände raus. ... damit sich die Touristen nicht zu lange dort aufhalten...)
Eigentlich waren wir schon ziemlich müde, sind dann aber doch noch zur Inka-Brücke gelaufen, die man nicht mehr betreten konnte, da ein Stück des Weges vor der Brücke abgestürzt ist.
Zum Sonnentempel sind wir dann nur noch zu zweit, der Rest der Gruppe ist im Zentrum von Machu Picchu geblieben. Um ca. 5Uhr sind wir dann wieder zurück nach Agua Caliente, was zu Fuß 1Stunde Berg ab bedeutete. Oh,... ich habe meine Knie an diesem Abend gut gemerkt...
Um die Muskeln zu entspannen, sind wir noch zu den heißen Thermalbädern gegangen.
Am nächsten Tag ging es mit dem Zug wieder zurück nach Ollantaytambo, wo ich dann schon abgeholt wurde, und zu den Ruinen im Süden Cuzcos gebracht wurde. Dort gab es Ruinen, die noch vor der Inka-Zeit entstanden sind.
Auch gab es einen Ort, wo es 2 Wasserstellen gab, der Legende nach konnte man je nach Wasserstelle entscheiden ob man als erstes Kind ein Mädchen oder einen Jungen haben wollte.

Mein Führer erzählte mir sehr viel von der Inka-Zeit:
Er erzählte mir z.B., dass es falsch ist zu allen Menschen Inkas zu sagen. Es gab eigentlich nur 10 Inkas, die so genannten Könige. Die Untertanen hatten einen anderen Namen, der leider 3 Worte beinhaltete, die ich nicht behalten konnte.
Zu der Geschichte sind 4 Legenden bekannt, wie die Menschen zu dieser Zeit entstanden sind:
1. Legende und wahrscheinlichste:
Aus der Erde wurden 4 Brüder erschaffen. Ihnen wurde aufgetragen, sich nicht umzudrehen bis sie in Cuzco (wo die Stadt entstehen sollte) ankamen. Der erste der Brüder drehte sich um, und wurde zum Stein, der 2. der sich umdrehte wurde zum Kondor, der 3. zur Schlange, der Letzte kam in Cuzco an und begann das Inka-Imperium aufzubauen.

Das Kreuz der Inka-Zeit ist nicht das gleiche wie das katholische Kreuz.
Die vier Ecken bedeuteten die 4 Elemente, und die Hälfte des Kreuzes bedeuteten die Lebewesen, die in der Luft leben, die die auf der Erde, und die die unter der Erde leben.


2. Legende
Ein Mann und eine Frau geboren aus dem Tici-Taca See wurden vom Vater Sonne beauftragt das Inka-Imperium aufzubauen.

3. Legende
Von der Erde “Pacha Mama” entstand ein Mann und von der Sonne entstand ein Mann, die sich Frauen suchen sollten und so einer im Norden und einer im Süden das Inka-Imperium aufbauen sollten.

4. Legende
Der Sonnengott erschuf eine schwangere Frau, die Zwillinge gebar, eine Frau und ein Mann, diese sollten als König und Königin über das Inka-Reich herrschen.

Die Inka-Herrscher durften so viele Frauen haben, wie sie wollten. Eine war die Ehefrau, und am höchsten von allen gestellt, der Rest waren seine Konkubinen.
Unter den ganzen Kindern entschied der Inka-Herrscher welcher sein Reich nach ihm übernehmen würde. Die Töchter wurden verheiratet, und die Söhne bekamen Provinzen zugesprochen, die sie in seinem Namen regieren sollten.
Die höher gestellten so genannten Adligen durften den Inka-Herrscher anschauen, was für das niedriger gestellte Volk nicht erlaubt war.
Dann gab es noch die Nustas. Die so genannten Nonnen. Sie wurden vom Inka-Herrscher zu ihrem 10.LJ ausgewählt, und lebten dann in besonderen Häusern. Sie wurden von diesem Zeitpunkt als Frauen des Gottes angesehen. Die Familien die eine Nusta in der Familie hatten, wurden gleich als höher gestellte Personen angesehen.
Leider wurden diese Frauen zu Festen z.B. der Pacha Mama oder des Sonnengottes geopfert, bzw. das Herz herausgerissen.
Einer der letzten Inka-Herrscher wollte nicht mehr das Menschen geopfert werden, und befahl, nur noch Tiere, bzw. Lamas zu den Festen zu opfern.

So kam ich abends wieder zurück nach Cuzco. Als ich mich in meinem Reisebüro über die nächsten Tage informieren wollte, wurde mir erzählt, dass ich nicht mit dem Bus wie eigentlich vorgesehen nach Manu fahren könne, da es Probleme auf der Strecke gäbe. Aber ich könnte nach “Puerto Maldonado”, müsste aber noch Geld draufzahlen, da der Flug nicht in dem Preis enthalten war, den ich gezahlt hatte.
Ich überlegte lang, und beschloss dann, das Angebot anzunehmen.
So ging es am nächsten Morgen zum Flughafen (erst dort wurde mein Ticket gekauft…), und weiter in den Dschungel.
Nach einer kleinen Stadttour durch Puerto Maldonado ging es dann weiter (1h Bootsfahrt) zur “Amazoning-Loge”, wo ich die nächsten Tage verbringen sollte.
Gleich am ersten Tag ging es noch auf die Affeninsel. Ich hatte noch nie in meinem so viele Affen so nah gesehen.
Abends ging es noch mit dem Boot auf Alligatorsuche. Und wirklich sahen wir 2 ganz kleine am Ufer liegen.
Am nächsten Morgen mussten wir schon um 5Uhr aufstehen, um 5:30 gab es Frühstück, und dann ging es zur “Cocha perdida” (Lost lake).
Der Weg führte uns durch den Dschungel, wir sahen verschiedene Arten von Lianen, ich hatte nie verstanden, wie sie von oben nach unten (auf den Boden) wuchsen. Unser Führer erklärte uns, dass die Lianen Früchte besitzen, die die Vögel aßen, und zu ihren Nestern brachten. Von dort aus setzten sich die Samen an den Bäumen fest, und so wachsen die Lianen zum Boden herunter.
Auch sahen wir Würgebäume, die Parasiten unter den Bäumen. Es sind Bäume, die andere Baumstämme umschließen, und sie immer mehr zusammendrücken, und sie so weit erwürgen, dass sie absterben.
Auch sahen wir Bäume, die durch Parasiten total ausgehöhlt waren, oder Bäume die mit Ameisen zusammen leben. Die Ameisen beschützen den Baum, und der Baum gibt Heim und Nahrung für sie.
Die Cocha perdida ist ein See mitten im Urwald. Dort fuhren wir mit dem Boot herum. Ein sehr geheimnisvoller Ort. Eine Gruppe die gestern dort war, sah eine Anaconda. Wir sahen leider keine, aber Alligatore, kleine Schildkröten…
Zum Mittagessen waren wir wieder in der Longe.
Nachmittags ging es zu einer einheimischen Familie, die leider nicht zu Hause war. Die Familie besaß eine Baby-Schlange als Haustier, die ich in die Hände nehmen durfte. Ich würde das Gefühl so erklären, als hätte man einen Riesen-Regenwurm in der Hand… kühl, nicht ganz klitschig und nicht ganz trocken und unheimlich wendig.
Abends sahen wir noch einen Tapir. Ein interessantes Tier…
Der nächste Tag bestand nur aus Angeln gehen, und nachmittags den Botanischen Garten besichtigen.
Dann ging es schon wieder zurück zum Flughafen. Und dort fingen die Probleme an. Mir wurde von der Reiseagentur in Cuzco gesagt, dass ich das Ticket in Puerto Maldonado am Abflugtag erhalten würde. Leider war es nicht da. Wir riefen vom Flughafen in Cuzco an. Als erstens stellten sie sich dumm, dann sagten sie, sie hätten kein Geld. Fast eine Stunde telefonierten wir immer wieder mit ihnen. Am Schalter wurde uns zwar gesagt, dass eine Karte reserviert, aber nicht bezahlt wurde…
Die Argentour sagte uns, dass sie das Ticket jetzt bezahlen würde, und wir in 10min dieses am Schalter abholen könnten. 3x standen wir vor dem Schalter, aber immer ohne Erfolg.
Dann sprach der Führer noch einmal mit der Frau vom Schalter, sie ging weg, und schaute nach meinen Daten. Ich weiß nicht, ob das Reisebüro jetzt mein Ticket bezahlt hatte, oder es eine gutmütige Handlung vom Flughafen war…
Jedenfalls konnte ich mich dann doch auf die Reise nach Lima begeben.
So kam ich dann wohl behalten wieder in St. Clara, bzw. VIDA NUEVA an.
Am Sonntag rief ich dann am Flughafen an, um meine Flug zu bestätigen. Aber meinen Flug gab es nicht mehr. Mir wurde erst gesagt, ich müsste sonntags fliegen, dann montags… ich telefonierte so lange, bis ich mit einer Person sprechen konnte. Die mich erst fragte, ob ich denn mein Ticket überhaupt bezahlt hätte, da er noch eine Reservierung sähe… ich dachte nur an Puerto Maldonado. Aber am Schluss war der Flug nur um einen Tag verschoben worden. So begann ich meine Reise schon am Montagabend.

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