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Berichte

15.Juli 2006

2.ter Bericht von Lea Vogler

... und schon sind die nächsten drei Wochen rum und ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich schon 6 Wochen hier bin. Die Zeit geht einerseits sehr schnell vorbei, andererseits ist mir hier aber auch schon alles so vertraut und ich fühle mich in Santa Clara und im Centro sehr wohl!
Julia und ich haben ein Wochenende auch schon eine kleine Reise gemacht: Huacachina. Dort kann man prima ein Wochenende ausspannen und die tolle Wüstenlandschaft genießen!

Die WM in Deutschland wurde hier natürlich auch von den Peruanern verfolgt, auch wenn sie nicht qualifiziert waren! So kam es oft vor, dass wir beim Mittagessen in der Küche von Rosa ein Spiel angeschaut haben und natürlich die Spiele der Deutschen Mannschaft! Wenn sie Zeit hatten waren auch Señor Alberto (Hausmeister), sein Sohn Alex, Señor Maximo (Fahrer des Centros) und Jim dabei. Irgendwann hatte uns das WM-Fieber dann doch noch gepackt und wir haben eine Deutschlandflagge, die wir in unserem Zimmer gefunden haben, aus dem Fenster gehangen! Was natürlich auch die Aufmerksamkeit der Eltern und Lehrer weckte, die uns seitdem immer Glück für die Spiele wünschten oder uns gratulierten, wenn Deutschland ein Spiel gewonnen hatte!

Ein anderes Ereignis war letzte Woche Freitag der ”Escuela de Padres”, Elternsprechtag.
Morgens um 10h haben wir uns mit den Lehrern getroffen und es wurden einige Dinge besprochen. Wir nutzten das Treffen auch um mit Jim und den Lehrern einige Dinge zu besprechen, die die Physiotherapie betreffen! Zum Beispiel welche Kinder oft zu spät kommen, wer sich manchmal nicht so gut benimmt und das wir jetzt auch Marisol und Giovannni behandeln!
Da einen Tag vorher in Peru der ”Dia de maestro / Tag der Lehrer” gefeiert wurde, hatten einige Mütter ein sehr leckeres Mittagessen für uns gekocht und es gab für jeden ein kleines Geschenk. Es war schön auch die Lehrer mal ein bisschen privater kennen zu lernen und es war eine sehr nette Runde!
Nach der anschließenden Telefonkonferenz mit Marlene haben Julia und ich uns den Eltern vorgestellt, damit sie wissen wer mit ihren Kindern arbeitet.
Danach hielt eine Krankenschwester einen kleinen Vortrag über Ernaehrung, Hygiene, ... nach dem sich dann auch noch alle Lehrer mit den jeweiligen Eltern in ihren Klassen versammelt hatten trudelte der Tag so langsam aus, während einige Mütter noch Sandwichs und Kaffe verkauften und die Kinder die mitgekommen waren vor allem mit dem neuen Bollerwagen spielten!

Die Therapie verläuft sehr unterschiedlich. An manchen Tagen ist man richtig zufrieden und freut sich, wenn eine Behandlung mit einem Kind gut geklappt hat und man etwas erreichen konnte, an anderen Tagen kommt es schon mal vor das gar nichts funktioniert. Die letzte Woche zum Beispiel war wie verhext: Entweder hatten die Kinder keine Lust, haben nicht richtig mitgemacht, nicht zugehört, waren unruhig,... Das kostet Nerven und bringt mich auch manchmal an meine Grenzen, obwohl ich eigentlich Geduld habe!
Aber andere, manchmal auch nur kleine schöne Momente in der Therapie gleichen die schwierigen Behandlungen wieder aus. Außerdem sind die schwierigeren Behandlungen Herausforderungen und trotzdem irgendwo gute Erfahrungen die wir hier machen und die ich nicht missen will!!!
Letzte Woche zum Beispiel hatte Sadhid Geburtstag und da sie so gerne Shakira hört, hatten wir eine CD von ihr und einen CD-Spieler besorgt und haben mit ihr ”getanzt”. Das heißt Sadhid lag auf dem Rücken und hat zu der Musik ihre Arme bewegt, gesungen und gelacht, normalerweise weint Sadhid mindestens die Hälfte der Behandlungszeit und es ist schwierig sie zu beruhigen.
Ein anderes schönes Beispiel ist Josue. Er ist Autist und wir haben alle 3 noch nicht wirklich Erfahrung in der Arbeit mit Autisten und wussten am Anfang nicht so richtig was wir mit ihm machen könnten und mussten viel ausprobieren. Inzwischen freut sich Josue jedes Mal so auf die Therapie, dass er immer aufspringt, wenn wir in die Klasse von Vicky kommen und fragt ob er jetzt an der Reihe ist!
Weiterhin schwierig ist es mit Neile. Es ist so schwierig sie überhaupt dazu zu bringen sich mal zu bewegen. Heute haben wir es zu dritt das erste Mal geschafft, dass sie mal ein bisschen aus sich heraus kam und mitgemacht hat und das nicht nur für 1 Minute, sondern ein paar Minuten lang und dabei gelacht hat!

So vergeht hier die Zeit, leider ist es im Moment sehr kalt hier und wir hoffen das sie Sonne bald wieder kommt! Aber ansonsten geht es mir hier sehr gut und auch zusammen mit Julia und Michel habe ich eine schöne Zeit, wir lachen viel und ergänzen uns auch in der Therapie gut!

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