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05.September 2006

Abschlußbericht von Lea Vogler und Julia Pepping

Jetzt sind die 3 Monate Praktikum im Centro schon vorüber und wir können uns noch gut daran erinnern, wie wir vor 3 Jahren, zu Beginn unserer Ausbildung, von der Möglichkeit erfahren haben in einer ”Sonderschule” mit geistig- und körperlich Behinderten Kindern in Peru zu arbeiten.
Für uns war von Anfang an klar, dass wir im Anschluss an die Ausbildung nach Peru gehen wollten.
Ein halbes Jahr vorher erhielten wir die erfreuliche Zusage, die uns gerade in der anstrengenden Examenszeit immer wieder motivierte und Kraft schenkte!
Wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir von ”InWEnt GmbH” finanzielle Unterstützung für das Auslandspraktikum erhielten, so dass wir unsere Flugkosten abdecken konnten.


Zurückblickend hat uns die Hospitation in den einzelnen Schulklassen und die Einarbeitung von Denise und Michel einen guten Überblick über die Schüler und Lehrer verschafft und uns sehr geholfen uns in den Alltag von ”Vida Nueva” einzufinden.
Ab der zweiten Woche wurden wir nach und nach mehr in die Therapien miteinbezogen. Zuerst schauten wir noch bei den Therapien zu, übernahmen aber bald auch eigene Behandlungen.
Um noch einen besseren Überblick zu bekommen und um jedes Kind mit seinen Problemen und Defiziten kennen zu lernen, setzten wir uns Anfangs nach den Therapien noch mal zusammen, um für jedes Kind individuelle Ziele zu sammeln und um uns den Zielen entsprechend passende Maßnahmen zu überlegen.
Bald zeigte sich, zu welchen Kindern man schnell einen Zugang bekam und welche motiviert waren. Aber es gab auch Kinder bei denen man sich durchsetzen musste und die Geduld und Nerven kosteten, weil sie nicht gut hörten, keine Lust hatten oder aber aufgrund der geistigen Behinderung keine verbale Kommunikation möglich war.
Im Grossen und Ganzen konnten wir einen deutlichen Unterschied zwischen den ersten Wochen vor den Ferien und der letzten Zeit im Praktikum feststellen.
Gerade in der zweiten Hälfte unserer Arbeit mit den Kindern konnten wir bei einigen
Kindern kleine Erfolge, wie Fortschritte in der motorischen Entwicklung oder bessere Mitarbeit in der Therapie bemerken. Wir haben den Eindruck das dies vor allem daran liegt, dass sich unsere Sprachkenntnisse etwas verbessert haben und die Kinder Vertrauen in uns gewonnen haben. Und auch wir hatten die Kinder inzwischen gut kennen gelernt und wussten wie wir mit ihnen umgehen müssen, was die individuellen Schwerpunkte in der Therapie sind und so gewannen wir auch mehr Selbstbewusstsein in unsere Arbeit!

Insgesamt gab es keine großen Probleme in der Therapie. Nur bei unseren beiden Sorgenkindern Sadhid und Yoel überwiegten leider die schwierigen Momente.
Auch die Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Jim verlief gut. Allerdings hatten wir zu Vicky und Karin einen engeren Kontakt und wir waren besonders beeindruckt von Karins fachlicher Kompetenz und ihrem liebevollen Umgang mit ihren Schülern.
Lidia lernten wir gegen Ende des Praktikums noch etwas besser kennen, da wir unter anderem mit ihr einige Kindern in ihrem Zuhause besuchten. Dank Marlene wurde uns dieses Erlebnis kurzfristig ermöglicht, um einen Einblick in die sozialen Verhältnisse zu bekommen, in denen die meisten Kinder von ”VIDA NUEVA” leben. Gerade bei diesen ”Hausbesuchen” ist uns wieder einmal aufgefallen, wie zufrieden und fröhlich die Familien in einfachsten Verhältnissen leben.

In Erinnerung bleiben uns kleine ”Fiestas”, wie zum Beispiel ”der Tag des Kindes”, Abschieds- und Willkommensfeiern für die Volontäre, etc. Es war immer schön, die Kinder ausgelassen und fröhlich feiern, tanzen und lachen zu sehen. So kam man auch einmal in Kontakt mit Kindern, die keine Therapie erhalten.
Auch bei den regelmäßigen Elternsprechtagen lernte man die Eltern, aber auch die Lehrer noch besser kennen. Für uns eine gute Gelegenheit uns den Eltern persönlich vorzustellen und uns mit den Lehrern auszutauschen.


Wir konnten im Alltag mit den Kindern viele neue Erfahrungen sammeln und das Land und seine Menschen kennen lernen. Durch sowohl schöne wie auch schwierige Momente in der Therapie haben wir beruflich und zwischenmenschlich einiges dazu gelernt.
Besonders beeindruckt hat uns die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit, die einem hier entgegen gebracht wird. Haben die Menschen auch noch so wenig, geben sie nichts desto trotz gerne. So wird einem oft ein reich gefüllter Teller angeboten, da ein gemeinsames Essen im Kreise der Familie und Freunden den Peruanern sehr wichtig ist. Aufgefallen ist uns besonders auch wie hart und viel die Menschen hier arbeiten, im Vergleich zu Deutschland für einen Hungerlohn. Doch dies ist für die Peruaner kein Grund für schlechte Laune oder Meckerei- sie haben jederzeit ein liebevolles Lächeln auf den Lippen. Wir hoffen, dass wir uns nicht nur davon eine dicke Scheibe abschneiden konnten, sondern auch mit nach Deutschland bringen können.


Wir haben uns vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt, da wir von jedem, egal ob von den Kindern, Lehrern, Eltern und vor allem von der Hausmeisterfamilie sehr herzlich aufgenommen wurden:
Kleine Feiern wie Albertos und Rosas Geburtstag, ein Zirkusbesuch mit ihren Kindern, Waschtage bei Sonnenschein im Garten oder die täglichen ”Plauderstündchen” zum Mittagessen mit allen Volontären und Jim, ließen uns auch im Centro teilhaben am Alltag einer peruanischen Familie.

Wir werden unsere Zeit im Centro nie vergessen und immer in schöner Erinnerung behalten. Wir danken vor allem Marlene, aber auch Dieter und allen Mitarbeitern des Centros und den Kindern von ”VIDA NUEVA” für diese unvergessliche Zeit und für diese Erfahrung!!!
Wir hoffen, dass das Centro noch lange so weiter bestehen kann und dass seine treuen Freunde es weiterhin unterstützen, damit noch vielen Kindern geholfen werden kann!

Wir sagen ”adios” und ”hasta luego”, denn für uns heißt es schon in wenigen Tagen ”vamos a Ecuador”... *lächel*


*Lea& Julia*

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