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06.September 2006

1.ter Bericht von Melanie Sennert

Jetzt sind schon die ersten drei Wochen im Centro um und es ist so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Eigentlich habe ich sogar schon Halbzeit, den immerhin bin ich schon am 3. Juli in Peru gelandet und erst mal auf Reise gegangen.
Am 07. August war dann auch endlich mein erster Arbeitstag in der Klasse von Karin und ich habe die Kinder kennen gelernt. Ein fröhlich bunt gemischter “Sack Flöhe”.
Für den ersten Freitag war dann auch sogleich meine erste "Escuela de Padres" geplant. Eine Informationsveran-staltung für die Eltern der Kinder, bei der die Aktivitäten der kommenden Monate besprochen wurden. Dort habe ich mich dann kurz den Eltern vorgestellt und erklärt was ich hier mache und wie lange ich bleibe. Anschließend wurden dann noch Hamburger und Inca Cola verkauft um den Tag ausklingen zu lassen.
Am Donnerstag war dann der lange erwartete Ausflug in den Zoo von Huanchipa für die Kinder von Karin. Allerdings musste jedes der 10 Kinder einen Elternteil mitbringen. Es war schön zu beobachten wie sich die Kinder freuen und wie selbst sonst so stille Kinder wie Manolo vor lauter Reizen und Freude aufgeregt hin und her trippelt und gar nicht wissen was sie zu erst anschauen sollen. Und auch Marisol ist zusammen mit Karin das Klettergerüst rauf geklettert und hatte das ein oder andere Lächeln auf dem Gesicht. Für mich war es faszinierend zu sehen, dass die sonst so stille Marisol sich traute über eine Hängebrücke zu klettern. Auch wenn Kenyi nach der Mittagspause verschwand um in das Giraffengehege zu klettern und wir ihn mühsam wieder einfangen mussten ist doch alles sehr schön gewesen.
In der letzten Woche war Karin krank und ich habe mir endlich auch mal die verschiedenen Klassen angeschaut. So war ich einen Tag in der Klasse von Vicky und habe Alejandro und Anny ein Diktat abgenommen, Leseübungen gemacht und Rechenaufgaben gestellt. Ein willkommener Kontrast zu den Kindern in Karins Klasse, die bis auf ihren Namen noch nicht schreiben und rechnen können.
Am nächsten Tag habe ich dann den Mädchen bei der Therapie zugeschaut und war doch überrascht wie anstrengend das manchmal sein kann. Besonders, wenn die Kinder auch mal keine Lust haben und sich dann weigern mitzumachen. Andererseits ist es häufig auch sehr lustig und die Kinder haben anscheinend so viel Spaß an der Therapie, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten.
Donnerstag war Sporttag mit Vickys Klasse und wir sind zum nahegelegenen Sportplatz gelaufen. Dort wurde dann Fußball gespielt, gerannt, Gleichgewichts- und Ausdauerübungen gemacht, Seilchen gesprungen und Purzelbäume geschlagen. Selbst die sonst so zurückhaltenden Neile kam ab und zu aus sich heraus und hat fröhlich die verschiedenen Hüpfübungen mitgemacht.
In der zweiten Woche wurde der Unterricht dann für einen Tag durch eine kleine Feier zum Tag des Kindes unterbrochen. Mit fröhlicher Salsamusik und allerlei Knabbereien hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß in dem mit bunten Luftballons geschmückten Vorraum und auch der von Olgas Klasse vorbereiteten Milchreis schien allen köstlich zu schmecken.
Mit den Kindern in der Klasse und mit dem Spanischen fühle ich mich mittlerweile so wohl, dass es mir manchmal schwer fällt auf Deutsch zu antworten und eigentlich will ich auch gar nicht daran denken, dass meine Zeit hier bald schon um ist. Nach und nach lernt man jedes einzelne der Kinder besser kennen und weiß was man erwarten kann und was nicht. Deshalb freut es einen dann umso mehr, wenn man klein Fortschritte sieht und man arbeitet mit mehr Enthusiasmus auf ein Ziel hin. Besondere Freude hat es mir z.B. bereitet, als Marisol endlich ein Wort gesprochen hat oder wenn sich alle, besonders Kenyi, gut benehmen und von alleine die Tische in die richtige Reihenfolge stellen oder ihr Essen teilen. Mit Manolo üben wir im Moment Bilder aus zu malen oder an gestrichelten Linien entlang Kreise und Striche zu zeichnen. Da er Probleme hat den Stift richtig zu halten und sich auf etwas zu konzentrieren und die Aufgaben die er erledigt auch anzuschauen fällt ihm das nicht immer leicht. In diesem Sinne gibt es hier zwar die eine oder andere Hürde zu überwinden, aber die schönen Momente überwiegen und man lernt eine Menge Dinge dazu, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.
Im Moment genieße ich noch die Erfahrungen und atemberaubenden Eindrücke meiner Reise und bin fasziniert von einem Land das so reich an Landschaft ist. Ich habe hier den Dschungel und Wüste, Sierra und Puna, Costa und den Titicacasee gesehen und es ist schwer zu sagen was nun das Schönste gewesen sein soll. Eine Woche ohne Licht und Strom im Dschungel waren ebenso eindrucksvoll wie die Islas Ballestas oder der Cañon de Colca bei Arequipa und Machu Picchu. In Trujillo habe ich eine Woche "the perubian way of live" kennen gelernt als ich meine Freundin besucht habe und hier in Lima lerne ich die Familie von Rosa und Alberto jeden Tag mehr schätzen und kann gar nicht so viel von dem so wahnsinnig leckeren Essen von Rosa auf einmal essen.......

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