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16.Oktober 2006

2.ter Bericht von Verena Schmalz

...nun dann wollen wir mal wieder, denn drei Wochen sind schon wieder rum und das geht wirklich immer schneller als man meint.

In der ersten Woche ist nichts wirklich Spannendes passiert.
Aber da werde ich einfach mal über etwas schreiben, dass mir jetzt leider schon zweimal passiert ist seit ich hier bin.
Ich habe einen 50 Soles Schein (sind ca. 10 Euro) und möchte den gerne ein bissl kleiner haben und geh’ doch glatt damit zum Alberto und frag ihn, ob er mir wechseln kann... ein großer Fettnapf.
Und man müsste ja aus seinen Fehlern lernen, aber ich in diesem Fall nicht, denn ein paar Wochen später mache ich genau dasselbe bei Julio (Melanies Freund) - völlig ohne Absicht - aber auch ohne Nachzudenken, dass sein Monatsgehalt ca. 400 Soles beträgt.
Für uns sind es ca. 10 Euro, für die Menschen hier sind es völlig andere Dimensionen.
Ich glaube diesmal werde ich nicht dem Spruch "Aller guten Dinge sind drei" folgen, denn es ist einfach schlimm so unsensibel zu sein und erst den Mund aufzumachen und dann nachzudenken.

Am Donnerstag der ersten Woche war dann keine Schule und es wären nur die externen Kinder zur Therapie gekommen. Also haben wir die Eltern der drei Kinder gefragt, ob wir die Termine auf die nächste Woche verlegen dürfen und haben auch mit Sr. Jim gesprochen.
Alles hat geklappt und weg waren wir! Auf nach Huaraz zum viel gelobten Lama Trek...
Es war ein echt tolles Wochenende. Wir sind die meiste Zeit geritten, 2 Lamas, 1 Esel und ein anderes Pferd haben unsere Rucksäcke und alles was wir und unser Führer und sein 10-jähriger Sohn sonst noch brauchten, getragen.
Die Beiden, ich bewundere sie, sind den gesamten Weg gelaufen. Aber die machen das ja öfter. Mir haben die beiden Male, die wir gelaufen sind schon gereicht.
Ehrlich gesagt, bin ich gespannt, wie ich den viertägigen Inka Trail überleben will *grins* - da heißt es wohl - immer dran glauben!
Wir sind dann am 2. Tag bis auf 4700 Meter gekommen, nachdem unsere Nachtlager immer auf ca. 400 Meter waren.
Wir haben dort nicht mehr ganz so sehr gefroren wie Lea oder Julia noch vor ein paar Monaten, denn es wird ja doch langsam wärmer, und das ist auch gut so.
Das Schönste war die Natur und auch die Andenbewohner zu beobachten, die uns mit ihren Eseln bepackt entgegenkamen oder am Wegrand gearbeitet haben.
Der Endpunkt der Reise am Sonntag war Chavin, wo wir dann noch die Ruinen besucht haben und ich mich nach Jahren mal wieder als Student durchmogeln konnte. Ach das waren noch Zeiten.
Und der Pförtner sagt auch noch zu uns: euch Touristen kann man noch eher glauben... na ja!
Wir sind dann am Montagmorgen um 6 Uhr wieder in Lima angekommen und es hieß: An die Arbeit!

Natürlich hatten wir gehofft, dass die Woche nach unserem doch etwas anstrengendem Wochenende etwas entspannter wird, aber das es so schlimm werden würde, konnte ja keiner ahnen.
Es waren an keinem Tag der Woche alle Kinder in der Schule die wir zur Therapie gehabt hätten und bald war auch niemand mehr zum reinschieben da. Dann sind auch noch viele von den externen Kindern nicht gekommen und am Donnerstag hat es dann auch noch geregnet und wir hatten, man will es nicht glauben, niemanden außer Giovanni.
An dem haben wir dann unsere gesamte Energie ausgelassen.
Wie auf Arbeit ist es schön, mal eine Pause zu haben, aber das war zuviel des Guten.

Am Dienstag hatte Freddy (Sra. Vicky's Klasse) seinen 18.Geburtstag und es wurde den ganzen Tag groß gefeiert und vor allem wieder fleißig getanzt. Alle Kinder haben viel Spaß zusammen, nur für die Autisten ist es immer schwierig. Vor allem Sergio sucht sich immer einen ruhigen Platz weit weg von allen. Josué lässt sich noch eher auf ein Tänzchen ein, nachdem er das Radio untersucht hat.

Am Samstag ist mir beim Fortgehen in Miraflores ein "BIERHAUS" aufgefallen. Ich war aber nicht drin, denn ich wollte lieber tanzen gehen und außerdem mag ich ja eh kein Bier. Aber vielleicht können wir uns das irgendwann ja mal anschauen.

Und nachdem ich dann am nächsten Tag ausgiebig geschlafen hatte, war Sporttag angesagt!
Ob Volleyball oder Fußball - es war alles vertreten - und die Mädels werden und werden nicht müde.
Aber es ist eh gut, dass ich etwas tue, denn ich merke wirklich sehr, dass ich nicht mehr jeden Tag Fahrrad fahre.
Und abends habe ich dann mit bei Sra. Rosa und Sr. Alberto gegessen - alle sind einfach so lieb.

Am Montagabend dieser letzten Woche durfte ich Elicet einen Zahn ziehen, der sie schon seit einigen Tagen gequält hat. Sie war sehr tapfer, hat still gestanden und gehofft, dass es schnell vorbei ist... wir haben zwar fünf gebraucht, aber es hat geklappt.
Danach ist sie durch den Garten gehopst und hat "Gracias, gracias, gracias" gerufen.
Man hilft ja wo man kann!

Am Dienstag hatten wir ein kleines Mädchen zum ersten Mal. Sr. Jim war an diesem Tag nicht da, also hat mich Sra. Karin gefragt, ob ich es mir einfach mal anschauen kann. Und da mal wieder jemand nicht gekommen ist - hatten wir Zeit.
Sie ist fast ein Jahr, kann sich aber noch nicht optimal drehen, robbt oder krabbelt nicht und kann dann natürlich auch nicht stehen oder gehen.
Sie nimmt die Zeit von Edu, denn der ist jetzt schon zum dritten Mal nicht gekommen.
Die Kleine hat die ganze Zeit nur gestrahlt - nur als ich sie dann mal in Bauchlage auf meinem Schoss hatte, fand sie das nicht so toll.
Na schauen wir mal, was wir mit ihr so machen.

Auch diese Woche haben wir uns nicht überarbeitet, aber wenigstens war es besser als letzte Woche.

Am Freitag war ich mit den Lehrerinnen die Weihnachtsgeschenke für die Kinder einkaufen - auf dem Gamarra Mercado.

Ich war mit Sra. Lidia und Sra. Karin unterwegs und habe mit für die Kleineren ausgesucht. Die meisten bekommen ja Jeans usw. geschenkt. Hat Spaß gemacht mit den beiden und auch die Spritztour zu fünft und Sr. Maximo im Auto war lustig.

Und heute war ein toller Tag für Elicet, denn ihr Liebling Michel ist nach seinen 2 Monaten im "Kloster" wieder im Centro angekommen und sie ist nur um ihn herumgehopst und auch alle anderen haben sich sehr gefreut.
Er sagt, er bleibt bis Mittwoch hier und dann macht er sich auf die Reise.

Na dann auf in die nächste Woche...

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