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21.Oktober 2006

3.ter Bericht von Melanie Sennert

...und die nächsten drei Wochen sind um. Eigentlich würde ich ja schon am Freitag den 13. Oktober zurück nach Deutschland fliegen, aber glücklicher Weise kann ich jetzt doch noch bis November bleiben, damit Verena nicht ganz alleine da ist und natürlich vor allem, weil ich noch immer nicht genug habe.
Das Highlight der vergangenen drei Wochen war für mich diesmal ein Wochenende in Huaraz. Am Donnerstag sind wir direkt nach der Arbeit in den Bus gestiegen um am Freitagmorgen nach einer holprigen Busfahrt endlich anzukommen. Hotel suchen, Treckingführer anrufen und den Rest des Tages genießen. Am nächsten Tag ging dann das Abenteuer los. Drei Tage Trecking in den Cordillera Blanca. Schlafen im Zelt, ohne Licht, Wasser oder Klo. Nur wir beide unser Guide und sein 10-jähriger Sohn. Mit drei Pferden einem Esel und zwei Lamas als Packtiere ging es in die unglaublich schöne Landschaft bis auf 4700m. Leider war ich bereits seit dem ersten Tag in Huaraz krank, was sich auch auf dem Weg bis zu den Ruinen in Chavin de Huanta kaum besserte. Trotzdem war es für mich ein unvergessliches Erlebnis auf das ich auf keinen Fall verzichten wollte. Müde aber glücklich kamen wir dann schließlich am Montagmorgen rechtzeitig zur Arbeit an.
In der Woche zuvor kamen dann auch Lea und Julia noch mal vorbei um sich zu verabschieden. Das Ganze wurde natürlich wie immer mit reichlich Kuchen und Inka Cola gefeiert. Anschließend werden die Beiden dann noch mit Freunden auf Reisen gehen.
Die vergangene Woche verlief im Gegensatz zur ersten ausgesprochen ruhig, was vermutlich daran lag, dass kaum Kinder in die Schule gekommen sind. In der ersten Woche gab es dafür umso mehr. Gleich am Donnerstagmorgen verkündete Sadhid in der Therapie sie müsse aufs Klo. Gut dachten wir uns, die hat sicherlich ‚ne Windel an. Leider mussten wir dann sogleich feststellen das dies ein Irrglaube war und um dem ganzen dann noch die Krone aufzusetzen war ihre Mutter verschwunden und Jim wusste auch nicht so recht wie wir das jetzt machen sollten. Nach kurzem Überlegen schritten wir dann also selber zur Tat, was sich allerdings als schwierig erwies, da keine der Toiletten wirklich mit dem Rollstuhl zu erreichen ist. Aber das wichtigste ist ja immer, dass man am Ende noch darüber lachen kann und das konnten wir herzhaft.
Das Lachen verging uns dann allerdings auch schnell wieder als Jim uns mitteilte, dass Albertos Mutter gestorben sei.
Im Allgemeinen läuft aber alles recht entspannt. Für Sadhid singen wir jetzt immer und Yoel hat seine wahre Freude an "La camisa negra von Juanes" gefunden. Man muss sich halt was einfallen lassen. Auch kleine Fortschritte lassen sich feststellen. So fängt Giovanni langsam an seine Zehen zu bewegen und sogar Neile ließ sich ein wenig motivieren. Allerdings mussten wir auch feststellen, dass einige Kinder immer weniger oder gar nicht mehr kommen. So kommt Edo nun gar nicht mehr und auch Marlon war schon lange nicht mehr da.
So gibt es immer wieder schönes und trauriges, lustiges und lehrreiches.... In diesem Sinne blicke ich erwartungsvoll in die nächsten drei Wochen.

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