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18.März 2007

1.ter Bericht von Jenny Osthöver und Sandra Weber

Nun ist auch unser erster Monat im Centro vorbei und wie auch bei allen anderen Volontären wurde uns die Eingewöhnungszeit durch die Menschen, die im Centro arbeiten und wohnen sehr erleichtert. Allerdings haben wir durch die weiter andauernde Ferienzeit noch längst nicht alle kennengelernt. Wie auch schon bei Iris und Stefanie kommen deshalb zurzeit nur wenige Kinder zur Therapie. Dafür melden sich aber auch immer wieder neue Kinder beim Centro zur Therapie an.
Einige von ihnen sind noch ziemlich klein (ca. 2 Jahre), was uns vor eine ganz neue Herausforderung stellt, da wir in Deutschland noch keine Erfahrung in der Frühförderung sammeln konnten. Zum Beispiel macht die Arbeit mit Christian, einem 2jährigen Kind mit Down Syndrom zwar viel Spaß, gestaltet sich aber teilweise auch schwieriger als mit älteren Kindern.
Er kann sich nur kurze Zeit auf eine Sache konzentrieren und kann Aufgaben noch nicht erfassen. Bei allem was er macht ist er aber immer fröhlich und lacht viel.
Durch Iris' und Stefanies Spendenaktion ist jetzt aber einiges an Therapiematerial vorhanden, das uns die Arbeit sehr erleichtert. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an die beiden und ihre zahlreichen Spender!!!
Besonders beschäftigt hat uns in den letzten Wochen David, ein 4jaehriger Junge dessen Beine durch Kinderlähmung ab dem Knie gelähmt sind. In den Kniegelenken haben sich schon starke Kontrakturen gebildet, so dass er seine Beine nicht mehr vollständig strecken kann. Am Anfang hat er keine Berührung an den Beinen zugelassen. Mittlerweile können wir unter nur noch leichtem Protest (ein gegrummeltes "me molesta!"), seine Beine durch bewegen und gut mit ihm arbeiten. Eigentlich bräuchte David Schienen, um der Kontraktur besser entgegenwirken zu können. Das kann sich seine Familie zurzeit aber leider nicht leisten. Also müssen wir so versuchen best möglichst daran zu arbeiten.
Leider ist David hier kein Einzelfall. Es gibt einige Kinder, die eigentlich Hilfsmittel bräuchten, deren Familien aber nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu haben. Andere haben wiederum Hilfsmittel, können diese aber nicht benutzen, da sie nicht an sie und ihre Umgebung angepasst sind. So hat Erick, ein 16jaehriger Junge mit Tetraplegie, zwar einen Rollstuhl, kann diesen aber nicht gebrauchen, da er viel zu groß für ihn und das Haus in dem er lebt ist. Deshalb wird er weiterhin von seiner Mutter getragen.
Bei unserer Arbeit fällt uns immer wieder auf, dass die Arbeit von Physio- und Ergotherapeuten sich doch unterscheidet und es hier teilweise notwendig ist auch Techniken der jeweils anderen Profession anzuwenden. So haben wir uns z.B. von Sonja, einer Physiotherapeutin und ehemaligen Volontärin, die Grundtechniken der Atemtherapie zeigen lassen, die wir jetzt gut, gerade bei den schwerstbehinderten Kindern, wie Erick oder Renzo, anwenden koennen.
Neben der Therapie planen wir gerade einige therapeutische Spielgeräte in den Garten des Centros zu bauen. Aus einfachem und günstigem Material, wie alten Autoreifen und Holz, wollen wir Schaukeln, eine Balancierstrecke und einen Barren, der auch zum Gehtraining dienen kann, herstellen. Einige Materialien haben wir schon, also hoffen wir bald loslegen zu koennen!
Ansonsten genießen wir natürlich auch unsere freie Zeit, die wir zum Beispiel am Strand verbringen oder damit Lima zu erkunden. Inzwischen ist das auch wieder fast gefahrlos möglich. In der Karnevalszeit musste man nämlich dauernd darauf gefasst sein, Opfer eines Wasserbombenanschlags zu werden! Dafür gab es in dieser Zeit auch schöne Feste, zu denen wir z.B. von Rosa mitgenommen wurden. Da die Peruaner generell gerne feiern wurde auch Sandras Geburtstag ganz peruanisch mit knapp 30 Leuten zu einer ordentlichen Gartenparty!

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