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17.Mai 2007

2.ter Bericht von Jenny, Sandra und 1.ter von Sara-Lonja

Seit Mitte März sind wir nun 3 Ergotherapeutinnen im Centro: Jenny, Sandra und Sara. Zeitgleich hat auch die Schule wieder begonnen. Zwar trudelten die Kinder nach peruanischer Art und auf Grund eines Busstreikes erst nach und nach wieder ein, aber dann füllte sich unser Therapieplan relativ schnell. Dieser befindet sich jedoch bis zum heutigen Tage in einem stetigen Wandel.
Die ”lauen” Zeiten nutzten wir für diverse andere Aufgaben, die eben so anfallen. Eine Lieblingsaufgabe von uns war es, die Pezzibälle von dem Staub Limas zu befreien. Jenny bemühte sich besonders lange und aufopferungsvoll um die Pflege des “Hüpf-Löwen, dessen Rillen in der Mähne besonders viel Staub auffangen. Des Weiteren erstellten wir einen Befundbogen, der sowohl für Ergotherapeuten als auch für Physiotherapeuten gedacht ist, damit sich nachfolgende Volontäre gleich ein Bild von dem jeweiligen Kind machen können. Außerdem wurde der 2. Therapieraum eingerichtet, wodurch es nun möglich ist, parallel 2 oder mehr Kinder zu therapieren.
Auch das Therapiematerial wurde durch die Nähkünste von Sara aufgestockt. In den Abendstunden erstellte sie in liebevoller Kleinstarbeit bunte Stoff-Säckchen, die mit Bohnen, Linsen, Reis, Mais etc. gefüllt sind und in der Therapie u.a. zur Verbesserung der Wahrnehmung eingesetzt werden. Für die weniger stark beeinträchtigten Kinder riefen wir eine Handwerks- und eine Sportgruppe ins Leben.

Zu Beginn des Schuljahres besuchen die Lehrer alle Schüler zu Hause, um über die häusliche und finanzielle Situation der Kinder Bescheid zu wissen. Damit auch wir einen Einblick in das Leben der Kinder bekommen, konnten wir an ein paar Hausbesuchen der Lehrerinnen Karin und Vicky teilnehmen. Viele Kinder leben in sehr ärmlichen Verhältnissen in kleinen Häusern aus Wellblech oder Holz mit einem Strohdach und ohne fließend Wasser. Was für uns selbstverständlich ist, wie zum Beispiel ein eigenes Bett zu haben, stellt hier Luxus dar. Oft schlafen 2 bis 3 Personen der Familie in einem schmalen Bett. Viele Familien können sich kaum das geringe Schulgeld leisten und bezahlen, indem sie zeitweise verschiedene Arbeiten im Centro übernehmen (putzen, Gartenarbeit, streichen, …).
Da es zudem an Spendern mangelt, suchten wir nach einer weiteren Möglichkeit, die Schule finanziell zu unterstützen und kamen auf die Idee, Patenschaften für die Kinder einzurichten. Der Pate soll dadurch einen persönlichen Bezug zu einem Kind bekommen und wird über dieses mit Berichten und Fotos fortlaufend informiert. Das Geld (20 Euro/ Monat) geht jedoch an die Schule, damit es allen Kindern zu Gute kommt und jemand, der keinen Paten hat, nicht benachteiligt wird.

Eine weitere Neuigkeit stellt das wieder zum Leben erweckte Nudel-Projekt dar. Zunächst mussten wir die Nudelmaschine putzen und von Rost befreien, da sie seit geraumer Zeit nicht benutzt worden war.
Nachdem wir durch die Lehrerinnen Olga und Vicky in die Geheimnisse der Nudelherstellung eingeweiht und eingewiesen waren, konnten wir loslegen und gemeinsam mit den Kindern in Produktion gehen. Die Kinder bringen dafür Eier mit und können zum Schluss die frischen Nudeln für ihre Familie mit nach Hause nehmen. Wir waren teilweise erstaunt, wie gut die Kinder bei der Herstellung des Teiges mitarbeiten, Eier aufschlagen, etc. und auch an der großen Maschine mithelfen konnten.
Auch für uns konnten wir 2 kg Nudeln herstellen, welche wir am Wochenende bei einer Nudelparty mit Freunden der Hausmeisterfamilie kochten und verzehrten. Dazu gab es eine leckere Soße und selbstgemixten Pisco Sour. Das war ein Fest! ¡Chévere!

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