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14.Mai 2007

1. Bericht von Anabel und Nora

Nach 4 Wochen Aufenthalt im Centro wird nun auch endlich Zeit für unseren ersten Bericht. Schon unsere Anreise war mit viel Hektik verbunden, da wir beim Umsteigen in New York nur sehr wenig Zeit hatten. Im Endeffekt bekamen wir den Anschlussflieger doch, nur unsere Koffer schafften es nicht. Nach 17 Stunden Flug standen wir nachts in Lima übermüdet am Flughafen und warteten natürlich erstmal auf unsere Koffer, leider kamen sie erst 2 Tage später an. Sr. Maximo erwartete uns schon herzlich und brachte uns sehr schnell nach Santa Clara. Während der Fahrt konnten wir trotz Dunkelheit die ersten Eindrücke von Lima erhaschen und plötzlich wurde uns bewusst, dass wir nun endlich dort angekommen waren, worauf wir uns solange vorbereitet hatten.
Auch mitten in der Nacht wurden wir von der Hausmeisterfamilie und von Jenny und Sandra, den Volontärinnen, herzlich empfangen und konnten endlich unseren Jetlag ausschlafen.
Da wir an einem Sonntag ankamen, ging der Schulalltag am Montagmorgen direkt mit uns weiter. Wir wurden den Kindern und Lehrern vorgestellt; was sehr viele neue Namen und viel Spanisch mit sich brachte. Zunächst war es zwar etwas schwierig das südamerikanische Spanisch zu verstehen, doch schon nach ein paar Tagen klappte das schon viel besser. Dank der Herzlichkeit der Kinder fiel uns der Einstieg gar nicht schwer, da sie uns sofort mit Kuesschen und Umarmungen begrüßten. In der ersten Woche schauten wir in den Klassen und bei Jenny und Sandra bei der Ergotherapie zu, um uns einen ersten Eindruck von den Kindern zu verschaffen.
Für uns als Physiotherapeutinnen ist es sehr interessant, die Ergotherapie naher kennenzulernen: in der Ergotherapie werden die Kinder insbesondere in den Bereichen der Konzentration, sozialen und kognitiven Fähigkeiten gefördert, was für die Kinder sehr wichtig ist. Mit der Physiotherapie können wir gezielt auf die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, wie Gleichgewicht und Koordination eingehen, was ebenfalls für den Grossteil der Kinder von großer Bedeutung ist. Wir sind sehr froh, dass hier beide Therapieformen für die Kinder zugänglich sind und dass auch wir als Therapeuten interdisziplinär arbeiten können, da sich die Arbeit mit Kindern in beiden Therapieformen oft überschneidet. Ab der 2. Woche ging auch für uns der Arbeitsalltag nach dem neu überarbeiteten Therapieplan los. Wir lernten die Kinder Tag für Tag besser kennen und mussten uns auch erstmal als frischgebackene Therapeuten an das selbstständige Arbeiten gewöhnen und mussten lernen, unserer Kreativität freien Lauf zu lassen. Gerade bei der Arbeit mit behinderten Kindern ist es wichtig sehr flexibel zu sein, da es zum Beispiel bei den autistischen Kindern sehr schwierig ist, die geplante Therapie in die Tat umzusetzen. Auch sehen wir es als Herausforderung an, Kinder mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, die wir auch zum Teil noch nicht kennengelernt haben, zu behandeln.
Da am Ende der 2. Woche der 14. Geburtstag der Schule gefeiert werden sollte, halfen wir in den Klassen beim Basteln der Laternen mit. Beim Fest war es schön, zahlreiche Eltern kennenzulernen, die Kinder mit ihrem unglaublichen Rhythmusgefühl tanzen zu sehen und am Abend mit einem Laternenumzug durch Santa Clara zu marschieren. Auch die Eltern empfingen uns mit viel Herzlichkeit und Dankbarkeit für unsere Arbeit, was einem sehr dabei hilft sich hier wohlzufühlen und über aufkommendes Heimweh besser hinwegsehen zu können. Am Tag darauf war der Elternsprechtag, wo es am Morgen zunächst eine Teambesprechung mit Marlene gab. Dies war eine gute Gelegenheit, bessere Einblicke in die Organisation der Schule zu bekommen. Dabei wurden uns die hiesigen alltäglichen Probleme erklärt und uns wurde bewusst, wie viel Energie in ein solches Projekt gesteckt werden muss, damit es funktioniert.
An den Wochenenden unternahmen wir viel mit den anderen Volontärinnen, die uns in das Leben in Lima mit den verbundenen Schwierigkeiten einführten, zum Beispiel: wie kommt man mit dem Bus von A nach B, was kostet wirklich wie viel…etc.
Heute ist Muttertag, der hier in Peru als sehr wichtig angesehen wird. Deshalb gab es schon am Donnerstag eine weitere Schulfeier, zu der die Familien eingeladen wurden und die Kinder vorbereitete Tänze, Gedichte und Geschenke präsentierten. Wieder einmal wurde klar wie liebevoll die Kinder in den Alltag eingebunden und individuell gefördert werden, so dass am Ende wirklich jedes Kind seinen eigenen Beitrag zum Gelingen des Festes zusteuern konnte.
Wir freuen uns auf unsere weitere Zeit hier und die Eindrücke, die sie mit sich bringen werden…

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