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Berichte

09.Juli 2007

2.ter Bericht von Anabel, Nora und Sara-Lonja

In den letzten Wochen konnten wir weiterhin von einer gemischten Zusammensetzung des Therapeutenteams profitieren, welche aus den Physiotherapeutinnen Anabel und Nora und der Ergotherapeutin Sara bestand. Nachdem Sara von ihrer Argentinien-Reise wiedergekommen war, verabschiedeten sich Sandra und Jenny samt Besuch aus Deutschland, um ebenfalls auf große Reise zu gehen.
In Lima konnten wir ein paar letzte Sonnentage genießen, mittlerweile bekommen wir immer mehr den hiesigen Winter zu spüren, der sich durch ziemlich kalte Nächte und nebelverhangene Morgende auszeichnet. Viele Kinder, Lehrer und Volontäre sind verschnupft und frieren…Da ausgerechnet in dieser Zeit die Sicherung unserer Therme kaputt gegangen ist, mussten auch wir etwas leiden. Diese Erfahrung dauerte zum Glück nur ein paar Tage.
Durch die Hilfe einiger Eltern konnte vor kurzem das Gartenprojekt ”Schwimmbecken” abgeschlossen werden. Aus Sicherheitsgründen sollte das Schwimmbecken zugeschüttet und in Rasenfläche umgewandelt werden. Die Eltern brachten Harken und Hacken mit und machten sich motiviert ans Werk. Jetzt muss nur noch der Rasen wachsen und gedeihen.
Das Nudelprojekt hat inzwischen einen festen Termin bekommen. Einmal in der Woche wird im Rahmen der Ergotherapie die Nudelmaschine angeschmissen und mit je 3 Kindern Nudeln hergestellt. So kann jedes Kind einmal frische Nudeln mit nach Hause nehmen. Leider ist die Maschine nicht nur bei den Kindern beliebt, zwischenzeitlich hatte auch eine Maus Gefallen an ihr gefunden. Das führte zu einem ziemlichen Schrecken als sie uns auf einmal entgegenhüpfte und gleichzeitig führte dies zur Belustigung von Oskar, der sich kaum noch einkriegte…
Ein weiteres aufregendes Erlebnis der letzten Wochen war, dass bei einem Geschwisterkind eines externen Therapiekindes Tuberkulose festgestellt wurde. Das Traurige ist, das eigentlich nur die Aufklärung fehlte, sonst hätte die Krankheit verhindert bzw. früher behandelt werden können. Jedoch ist die Oma, die sich theoretisch um die Kinder kümmert, damit überfordert. Zudem vertraut nur sie nur auf Gott, aber keinen Ärzten. Nur weil sich die Pflegemutter und das Centro einschalteten, kommt dem betroffenen Kind jetzt eine Behandlung zuteil. Ungerechterweise hat sich auch die Pflegemutter unseres Therapiekindes angesteckt. Zur Sicherheit wurde mit uns und allen Lehrern ein Sputumtest durchgeführt, wir sind alle gesund. Und die Erkrankten befinden sich zum Glück auch auf dem Wege der Besserung!
Anabel und Nora haben mit Profesora Karin die Häuser einiger Kinder und deren Familien besucht und konnten so einen Eindruck gewinnen wie hart doch die Lebensumstände vieler Familien hier sind. Häufig ohne fließend Wasser und auf sehr beengtem Raum lebt die gesamte Familie. Das zu sehen macht einen einerseits sehr traurig, andererseits ist es wichtig, diese Erfahrungen zu machen, denn man sieht die Kinder hier im Centro immer nur ordentlich angezogen und gewaschen, so dass man sich gar nicht vorstellen kann, aus welch schwierigen Umständen sie kommen.
Von unserer Spende, die wir aus Deutschland mitnehmen konnten und die sich aus dem Rest der Klassenkasse unserer Physioschule und weiteren Spenden von Privatpersonen zusammensetzt, kann man lange zehren und es konnten schon einige Anschaffungen gemacht werden. Es ist schon erstaunlich wie viel man mit nur 200 Euro bewirken kann. Gerade für die Therapie hatten wir einige Ideen: Die alte Sprossenwand, die für viele Kinder zu kurz und deshalb etwas langweilig ist, konnte verlängert werden und reicht nun bis zur Decke. Auch die Idee eines Schwungtuchs konnte schon in die Tat umgesetzt werden. Ein großes zur Benutzung im Garten ist schon fertig und die Kinder freuen sich sehr darüber. Wir werde es unter anderem im Rahmen der Sportgruppe benutzen. Gerade für die Kinder, die schlecht aus sich herauskommen können und einen begrenzten Aktionsradius haben (z. B. Naile) ist ein Schwungtuch sehr sinnvoll. Außerdem gibt es jetzt ein neues Rollbrett, das kleiner und wendiger ist als das alte, und so müssen die Kinder nicht allzu viel Kraft aufwenden. Allerdings ist selbst das für viele der Kinder schwer, da nur die wenigsten von ihnen einen guten Armstütz haben und ihre Arme kraftvoll einsetzen können. Trotz der vielen neuen Anschaffungen ist immer noch Geld übrig und somit kamen wir auf die Idee, eine Art ”Zahnputz-Kampagne” ins Leben zu rufen, da viele der Kinder wirklich schlimm kariöse Zähne haben. In manchen Klassen wurde es schon praktiziert, jetzt haben wir für die restlichen Kinder Zahnbürsten, -becher und -pasta gekauft, damit sie lernen können, wie wichtig die regelmäßige Zahnpflege ist.
Weiterhin haben wir zusammen mit Marlene das alte Infoblatt auf den neuesten Stand gebracht. Um dafür ein Gruppenfoto der ganzen Schule zu bekommen, wurde kurzerhand eine Feier zum ”día de la bandera”(Tag der peruanischen Flagge) organisiert, bei der alle Kinder feierlich in einer Reihe standen und die Nationalhymne und das Lied der Fahne sangen.
Am 21. Mai habe ich, Anabel, hier im Zentrum meinen Geburtstag gefeiert. Sara, Nora und ich haben reichlich Pizza gebacken und abends Lehrer und Freunde eingeladen. Es war sehr lecker und mal wieder eine wunderschöne Erfahrung zu spüren, wie herzlich alle hier sind. Von der Schule habe ich 2 Windspiele geschenkt bekommen, die eigens von den Kindern angemalt worden sind. Und eine Glückwunschkarte, in die alle Klassenlehrer jeweils ein paar Zeilen geschrieben haben und jedes Kind seinen Namen bzw. Fingerabdruck hinterlassen hat. Marlene hat mir diese dann mit so herzlichen Worten überreicht, dass mir vor Rührung die Tränen in die Augen stiegen. An dieser Stelle noch einmal Danke an alle, die mir einen sehr besonderen Geburtstag bereitet haben, den ich wohl so schnell nicht mehr vergessen werde.
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Letztes Wochenende sind die verlorenen Schafe Sandra und Jenny von ihrer Reise zurückgekehrt. Dafür wurde es nun Zeit, sich von Marlene und Joshua zu verabschieden, die zurück nach Deutschland geflogen sind. Dies wurde mit ihrem peruanischen Lieblingsgericht ”Pachamanca” gefeiert.

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