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30.Juli 2007

Abschlußbericht von Jenny Osthöver

Was kann man nach 8 Monaten in Peru in VIDA NUEVA zusammenfassend sagen? Wie diese ganzen Eindrücke, Erfahrungen und Menschen in Worte fassen?
Eine schwierige Aufgabe, denn vieles hier ist mir zur Normalität geworden. Es gehört zu meinem Alltag, denn das Centro und Peru sind während dieser Zeit ein Zu-Hause geworden und viele Unterschiede werden mir bestimmt erst durch meine ”deutsche Brille” in meiner Heimat bewusst werden.
Trotz allem kann ich mich noch lebhaft an mein erstes Bettelkind und damit das erste Bild, das ich von Peru habe, erinnern. Dieser Anblick nachts um 4h direkt nach meiner Landung hier zerriss mir fast das Herz und zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich überfordert, hilflos und zornig. War es die richtige Entscheidung in ein Land zu gehen, in dem einem die Armut an jeder Ecke begegnet? Heute kann ich diese Frage für mich definitiv mit ”JA!” beantworten und dazu hat auch und vor allem die Arbeit im Centro beigetragen. Durch die Zeit hier konnte ich mehr von dem Leben der Menschen mit solch schwierigen Vorrausetzungen kennen- und verstehen lernen. Es sind nicht nur Menschen, die man bemitleiden muss, ganz im Gegenteil, viele Menschen sind zu bewundern für ihre Stärke, ihre Kreativität, ihre Gastfreundlichkeit und den Willen, das wenige was sie haben, mit einem zu teilen. Von deutscher Depressivität und Verzweiflung bei den kleinsten Problemen nichts zu spüren. An dieser Stelle sei besonders Señora Lucy erwähnt, von der in vielen anderen Berichten die Rede ist.
Natürlich zerreißt mir der Anblick eines kleinen Bettelkindes, eines Mannes ohne Schuhe oder einer 1-Zimmer Wellblechhütte immer noch das Herz, aber durch die Arbeit im Centro fühlte ich mich weniger hilflos. Vielen Kindern aus armen Familien konnten wir schöne Stunden bereiten, was sie uns mit unglaublicher Motivation bei der Therapie und ihrer herzlichen Art zurückgaben. Jedes von ihnen ist für mich zu einer besonderen Person mit Eigenheiten, kleinen Geschichten und Stärken geworden, die ich hoffentlich noch lange in mir trage.
Natürlich ist dies nur eine Seite des Perus, das ich kennenlernen durfte (auch wenn diese Erfahrung die mit Abstand wichtigste für mich war). Besonders auf meiner Reise quer durch das ganze Land ist mir bewusst geworden, wie viele unterschiedliche Welten es zu entdecken gibt. Die Unterschiede sind gewaltig. Ob man nun ein Andendorf, im Urwald oder an der Küste weilt, es ist genauso wie das Klima (mal im Bikini, mal in Winterjacke und doch nur ein paar Stunden voneinander entfernt) einfach unvergleichlich und auf die jeweils ganz eigene Art und Weise wunderschön.
Abschließend kann ich nur sagen, dass die Zeit hier mich persönlich sehr gestärkt hat und ich mit eigenen Augen sehen konnte, welch wichtige Arbeit das Centro hier leistet. Es war wunderbar für eine Zeit ein kleiner Teil des Ganzen sein zu können!

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