Vida Nueva Logo

Aktuelles

Berichte

04.September 2007

Abschlußbericht von Anabel Lomba

Mit nun ca. 1 Monat Abstand von meiner Zeit im “Centro” also hier mein Abschlussbericht. Es ist fast schwierig ein Resümee über meine Zeit im Centro zu schreiben, weil ich noch auf Reise in Peru/Bolivien bin und somit noch nicht einen richtigen Rückblick habe. Und doch war die Zeit in Santa Clara ein eigener Abschnitt und einzigartig.
Vor 4 Monaten kam ich also in diesem am Anfang doch so fremden Land an. Die Kombination aus anfänglichen Sprachunsicherheiten, weit weg von den Freunden/Familien und die Unsicherheit, ob man je in die Lebensweise rein kommt und ob das alles hier die richtige Entscheidung war? – im Nachhinein ein klares JA!
Selten in meinem Leben wurde es mir so einfach gemacht “neu aufgenommen” zu werden. Das ist ganz klar dem unglaublich herzlichen `Team` von VIDA NUEVA zu verdanken und natürlich nicht zuletzt den Kindern!
Gleich nach den 1en Tagen wurde man von einem häufig doch so feuchten Kuesschen begrüsst und das Lachen und die Begeisterung ihrerseits in der Therapie liessen einen jeden Tag auf`s Neue wissen, dass das genau die richtige Entscheidung war. Nach kurzer Zeit wurde aus der hoffnungslosen Überforderung durch die vielen neuen Namen und Gesichtern (ca. 45 Kindernamen und –gesichter auf die schnelle lernen…)die Erkenntnis, dass jeder einzelne seine unglaublich eigenständige Persönlichkeit mitbringt und jedes Kind seine eigene kleine Besonderheit hat - die mich mit am meisten fasziniert haben…
(Joseph mit dem schönsten Lachen von allen, Manolo der “Stimmenimmitator”, Naile und Denise mit ihren ansteckenden Lachanfällen, Juan E. mit seiner immer höflichen und freundlichen Art, Lucero mit bühnenreifen Schauspieleinlagen mitten in der Therapie mit perfekt inszenierten Filmtod….. – um nur einen Bruchteil zu nennen)
Rosa und ihre Familie, die Lehrer, Marcella und Marlene haben einen grossen Beitrag geleistet, dass man sich immer mit Fragen und alltäglichen Problemen an sie wenden konnte und somit immer eine `Basis` da war, die einem die nötige Sicherheit in der “Fremde” gegeben hat.
Die 3 Monate mit den anderen Volontärinnen (Sandra, Sara und Jenny – die schon vorher im “Centro” waren und uns so viel gezeigt und erklärt haben!!!, Nora – mit der ich zusammen angekommen bin und jetzt noch reise) war ebenfalls eine schöne und wichtige Erfahrung. Die anfängliche Skepsis, nie mal ganz “allein sein zu können” und ob man mit allen unterschiedlichen Charakteren so gut klar kommt in der gesamten Zeit…unsere “WG” war wirklich schön und schon jetzt vermisst man die Zeit und das Zusammensein mit allen!
Es war einfach auch für mich eine wichtige Erfahrung in allen Lebenslagen mit den jeweiligen Eigenschaften der Anderen im Alltag und Therapie umzugehen und sich selbst häufig zu reflektieren, um in der Gruppe der Volontäre und im `Team` des gesamten “Centros” zu harmonieren.
Der gesamte Aufenthalt in Lima, mit der Zeit in Santa Clara und in der Freizeit in Lima selbst und der näheren Umgebung in Form von Wochenendausflügen, haben einen sehr ursprünglichen und puren Einblick in das Leben in Peru gegeben. Gerade jetzt auf der Reise merke ich die Unterschiede zu der doch so untouristischen Zeit in Lima. Ohne die Erlebnisse mit den Kindern, deren Eltern und allen Beteiligten des “Centros” wäre es nie möglich geworden so eine Bindung zu diesem wunderschönen Land mit seinen Einwohnern aufzubauen.
Auch vor allem die Therapie mit den Kindern hat einen viel selbstbewusster werden lassen. Auf einmal die Verantwortung für das Therapiegeschehen zu haben, so viel Freiheiten und doch bei Bedarf so viele “helfende Hände” seitens des gesamten Teams, waren eine perfekte Kombination um jetzt selbstsicherer an neue Situationen ran gehen zu können.
Die 3 Monate gingen im Nachhinein im Flug vorbei. Ich war zwar traurig zu gehen (v.a. als zum Beispiel bei unserer Verabschiedung und einer kleinen Feier für uns, Edwin auf die Aussage von “Professora Karin”: “die Volontäre kehren bald nach Deutschland zurück”, mit einem lauten NO! protestierte und sich jeder einzelne herzlich verabschiedet hat…).
Genauso war ich gespannt auf die Zeit der “Reise durch das Land”, die wirklich ein MUSS für jeden neu kommenden Volontär sein sollte. Nur so kann man Land und Leute besser kennen lernen und man weiss immer einen Platz im “Centro” für einen Zwischenstopp oder dergleichen.
Man könnte noch seitenweise über die gesamte Zeit schreiben – mit sowohl schlechten als auch wunderschönen Erlebnissen. Als Resümee für mich wird immer ein positives Gefühl zurück bleiben; eine unvergessliche Zeit, die unglaublich geprägt hat und ein wunderschönes Projekt “VIDA NUEVA”, das es lohnt unterstützt zu werden!!!!
Danke an alle, die mir diese unglaublich schöne Zeit bereitet haben!

___________________________________________________________________________

... mehr Informationen oder Beantwortung von Fragen oder Anregungen
erhalten sie über < Email >

Nach oben