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05.September 2007

Abschlussbericht von Nora Gerstenberg

Was schreibt man bloß in einen Bericht, der kurz und prägnant wiedergeben soll, welche Eindrücke und Erfahrungen man während des Aufenthaltes bei Vida Nueva gesammelt hat?
Ich habe in meiner Zeit in Peru so viel erlebt und gelernt, dass es unmöglich ist alles niederzuschreiben.
Vorab kann ich sagen, dass es die wertvollste Erfahrung war, die ich bis jetzt in meinem jungen Leben machen durfte und ich froh bin, diese Chance gehabt zu haben! Wenn ich meinen ersten Eindruck von Lima, von Peru mit meiner jetzigen Sichtweise vergleiche, denke ich zurück an die Fahrt vom Flughafen zum Centro mit Sr. Maximo. Meine erste Nacht auf der anderen Seite der Welt! Mitten in der Nacht kamen wir in Lima an - keinesfalls verloren, sondern mit einem herzlichen Lächeln empfangen! Die Fahrt durchs nächtliche Lima verschlug uns die Sprache – schweigend saßen wir nebeneinander und die Tränen stiegen mir beim ersten Anblick der Häuser und Strassen in die Augen. Kaum ein Haus, auf dem ein Dach zu finden war, alles sah so anders aus als Zuhause…der Dreck und die Armut waren auch im Dunkeln nicht zu übersehen! ”Das ist also mein Zuhause für die nächsten 3 Monate!?”, dachte ich bei mir und war froh als wir endlich im Centro ankamen – ein Ort zum Wohlfühlen!
Meine jetzige Sichtweise: Klar, die Häuser stehen noch immer so dort und dreckig ist es auch, aber man hat sich an den Anblick gewöhnt – es ist zur Nebensache geworden. Und ich weiß, dass es weitaus wichtigere Dinge gibt als ein schönes Haus! Natürlich hätte hier jeder gerne ein schönes Haus, doch dafür gibt es einfach kein Geld! Etwas viel Wichtigeres habe ich in meiner Zeit hier erfahren und gelernt! Ich wünsche mir, dass ich etwas von der Herzlichkeit und Liebe, die einem hier jeden Tag begegnet mit nach Hause nehmen kann… Immer wieder wurde mir so viel aufrichtige Dankbarkeit entgegengebracht und ich habe gelernt wie wenig der Mensch doch eigentlich zum Leben braucht! In Deutschland macht man sich über Nichtigkeiten Gedanken und jammert bei jeder Kleinigkeit, die einem gerade nicht passt… Zu sehen, mit wie wenig die Menschen hier auskommen und damit mehr oder weniger zufrieden leben macht einen selbst zu einem zufriedeneren Menschen!
Die Arbeit mit den Kindern war toll und ständig hat man neue Eigenschaften, Eigenheiten entdeckt und kennen und lieben gelernt, was die Therapie immer wieder auf’s Neue interessant gemacht hat. Es war nicht immer einfach, ein erreichbares Therapieziel für jedes Kind zu finden, doch auch die kleinen Vorwärtsschritte muss man erst erkennen lernen. Bei meinem Aufenthalt habe ich jeden Tag gemerkt, WIE WERTVOLL das Centro für die Kinder ist und WIE WICHTIG es ist, dass es erhalten bleibt! Durch die Hausbesuche mit Sra. Karin wurde mir bewusst, dass jedes Kind den geregelten Alltag, den es im Centro gibt, ganz dringend braucht. Dort hat jedes Kind seinen eigenen, wichtigen Platz und wird mit Liebe und Respekt behandelt! Umso mehr hoffe ich, dass die Patenschaftsaktion Anklang findet und somit die Kinder weiterhin jeden Tag freudig zur Schule kommen können. Ich danke allen, die mir eine so schöne Zeit im Centro bereitet haben und hoffe, dass ich von den Eindrücken noch lange zehren kann, wenn mich der Alltag in Deutschland wieder in seinen Klauen hält.

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