Vida Nueva Logo

Aktuelles

Berichte

28.Dezember 2007

1. Bericht von Franziska, 2. Bericht von Katharina und Monika

1. Bericht von Franziska Kenk
Der Gedanke in einem anderen Land zu arbeiten, ausserhalb Europas hatte ich (Franziska) schon einige Jahre. Jedoch wohl nicht der nötige Einsatzwille in der damaligen Situation. Doch letzten Herbst dachte ich mir dann vamos…jetzt oder nie! Der 28.August sollte der Tag unseres Abflugs sein. Monika und ich hatten den Flug zusammen gebucht. Ca. eine Woche vor der Abreise war dann das Erdbeben in Perú. In den darauf folgenden Tagen dachte ich dann schon, dass meine ganze Vorbereitung und Vorfreude umsonst war, da der Einsatz wegen des Bebens gar nicht stattfinden könne. Zwei Tage vor Abflug bekam ich dann jedoch grünes Licht, und so kamen wir am 29.August nach einer ca.40-stündigen Reise (das Flugzeug von Atlanta nach Lima hatte einen technischen Defekt und musste ausgewechselt werden) mit acht Stunden Verspätung in Lima an. Auf der Fahrt vom Flughafen nach St. Clara war ich zuerst schon schockiert über manche Wohngebiete und den vielen Müll, der überall in den Strassen rumliegt. Mein Eindruck von St. Clara bzw. vom Centro war dagegen positiv. Ich hatte mir die Gegend noch ärmlicher vorgestellt, das Centro selber kam mir wie eine kleine Oase inmitten der staubigen Strassen vor. Auch durch den sehr netten Empfang von Katharina, Sra. Rosa und Sr. Alberto und den Lehrern habe ich mich gleich wohl gefühlt.
Die Kinder bekam ich dann erst 4 Wochen später zu Gesicht, denn ich hatte mich für die ersten drei Wochen für einen Sprachkurs in Cusco angemeldet.
Die erste Woche im Centro verbrachte ich dann erstmal mit Kinder kennen lernen, die vielen neuen Gesichter zu den vielen doch ähnlich klingenden Namen zuzuordnen. Am ersten Tag ging ich in die verschiedenen Klassen und bekam so etwas Einblick in den Unterricht Ich schaute bei den Therapien bei Monika und Katharina zu, half mit bei der Nudelproduktion und lebte mich so ganz gut in meinem neuen Umfeld ein. Insgesamt machen die meisten Kinder auf mich einen sehr fröhlichen und kontaktfreudigen Eindruck(haben schon mein Herz erobert), trotz der schlimmen Verhältnisse in denen sie manchmal leben.

2.ter Bericht von Katharina von Schultzendorff und Monika Müller
Für einen Mittag waren Besuche bei den Kindern geplant. Hausbesuche finden immer wieder mal unangekündigt bei den Familien statt, um sich über die häusliche Situation der Kinder zu informieren. Leider waren die meisten Eltern nicht zuhause. Lediglich die Familie von Edwin, der sich sehr über unsern Besuch freut, noch Tage später erzählte er davon.
Am nächsten Tag wurde von der “Municipalidad” von St. Clara ein Tag veranstaltet, zu dem alle behinderten Kinder des Orts eingeladen wurden. Es fand in einem Sportzentrum in St. Clara statt. Die Kinder konnten sich auf Spielplätzen so richtig austoben, Fussball spielen…. Es war eine grosse Freude auch für uns sie so beim Toben und sich Freuen zu beobachten, auch wenn es nicht immer ganz einfach war alle beieinander zu halten. Wir “Grossen” durften auch mal spielen, Volleyball, der Muskelkater kam am nächsten Tag prompt…..Zum Abschluss durfte jede Schule noch einen Beitrag präsentieren. Unsere Kinder lieben es zu tanzen, so gab’s eine Tanzeinlage.
Da dieser Tag gleichzeitig der Geburtstag von Franziska und Oskar war gab es nach der Rückkehr des Ausfluges eine kleine Geburtstagsfeier mit, wie kann es anders sein, Musik, Keksen und Luftballons. Die Kinder haben Franziska alle gratuliert mit feuchten und weniger feuchten Küssen und haben herzhaft für sie gesungen und getanzt. Es war ihr erster peruanischer Geburtstag und hat auf diese Weise besonders ihr Herz berührt. Wir haben unter uns Franziskas Geburtstag noch auf deutsch-peruanische Weise am Abend gefeiert mit Pisco sour und Zwiebelkuchen.
Für Oskar gab es dann im Rahmen seiner Klasse am Dienstag (Montag ist die Schule ausgefallen, weil die Busse einen Streik angedroht haben, der wohl am Morgen auch stattgefunden hat) eine kleine Geburtstagsfeier mit Torte und von der Klasse selber gekochtem Essen. In dieser Woche hatten noch Andrea und Tamara Geburtstag, so dass unser traditioneller Feierabendkaffee jeweils mit einem Stück Torte verfeinert wurde.

Abgesehen von dem Streik gab es noch einen Tag an dem keine Busse gefahren sind. Letzten Sonntag fand eine Volkszählung statt und keiner durfte zwischen 8 und 18 Uhr sein Haus verlassen bis einer vorbeigekommen ist und einige Fragen z.B. über Bildung und die technische Ausrüstung der Häuser gestellt hat. Ja, ob sie da wirklich zu repräsentativen Ergebnissen kommen bleibt noch dahin gestellt, aber wir haben diesen Tag genutzt um mal ganz gemütlich auf der meist befahrenen Strasse, der Carretera Central, spazieren zu gehen. Es war schon ein seltsames Gefühl.

Nora und Anabel sind auch wieder von ihrer Reise heil und mit vielen Geschichten zurückgekehrt. Nora ist dann gleich am Montag drauf wieder nach Hause geflogen und Anabel hat ihre Zeit in Perú noch etwas verlängert und beglückt uns immer wieder mit Besuchen! So verknüpfen sich die verschiedenen Volontärsepochen etwas, was für die Therapie und auch sonstige Tipps sehr hilfreich ist.
Jetzt wo wir alle drei, Franziska, Monika und Katharina, eingearbeitet sind, behandeln wir einige Kinder auch interdisziplinär, was sowohl uns im Austausch, aber ich denke auch den Kindern hilft.

So fühlen wir uns alle hier weiter sehr wohl, haben viel Spass an den Therapien und geniessen das wärmer werdende Wetter. Und wenn nicht gerade Ratten, die versuchen im Therapieraum Laster zu fahren, oder Läuse auf Monikas Kopf uns alle in Atem und beim Wäschewaschen halten, dann geht es hier sehr ruhig zu.
(Anmerkung:
In der Vergangenheit gab es nie Probleme solcher Art, da in den Therapieräumen weder Volontäre/innen noch deren Gäste übernachtet haben. Des Weiteren wurde auch nicht in diesen Räumlichkeiten gegessen (Kekse o.ä.) und wenn überhaupt, wurden Essensreste direkt entfernt und die Türen nach den Therapien geschlossen gehalten.)

Auch sind wir jetzt langsam in die peruanischen Hits eingeführt, nachdem wir ein Benefizkonzert für den Süden, das Erdbebengebiet, besucht haben. Aber nicht nur peruanisch wird hier gefeiert, um das Heimatgefühl mal wieder etwas aufleben zu lassen haben wir das Oktoberfest hier in Lima besucht, was eine sehr skurrile aber wahnsinnig lustige Veranstaltung war.

___________________________________________________________________________

... mehr Informationen oder Beantwortung von Fragen oder Anregungen
erhalten sie über < Email >

Nach oben