Vida Nueva Logo

Aktuelles

Berichte

29.Dezember 2007

2. Bericht von Franziska, 3. Bericht von Katharina und Monika

Da der letzte Bericht noch gar nicht veröffentlicht wurde und in der Zeit nicht viel Neues passiert ist, ziehen wir die Monate alle zusammen in einen, diesen Bericht.
(Anmerkung:
Die technischen Probleme sind nun behoben und alle Informationen werden wieder zeitnah eingestellt!)

Nachdem wir im Oktober/November alle jeweils alleine eine Woche gereist sind um unsere Visa zu verlängern und als angenehmen Nebeneffekt noch etwas von Perú und Bolivien gesehen haben, können wir weitere volle drei Monate noch in Perú genießen!

...

So bekamen wir dann den sich langsam ankündigenden Sommer von Lima mit, der sich dieses Jahr extrem viel Zeit ließ. Aber nichts desto trotz kamen die gigantischen Früchte auf den Markt, so dass wir unseren Feierabendkaffee zwar im Schatten, aber dafür mit saftigsten Mangos und Erdbeeren dazu schlürften.
So langsam veränderten sich dann die Schaufenster von Lima und es wurden kitschigste amerikanische Lichterdekorationen hervorgezaubert. Gleich dieser vorweihnachtlichen Stimmung wurde auch hier im Centro alles gegeben. Hier übten die einen ihre Tänze, die an der Weihnachts-Abschlussfeier aufgeführt wurden, da klangen weihnachtliche Gesänge aus dem Klassenzimmer zu denen ein Krippenspiel aufgeführt wurde und jede Tür war mit Papa Noel (=Weihnachtsmann) oder Weihnachtsschmuck verziert. Wenn auch das Wetter für uns so gar nicht adventlich wirkte, so strahlte doch die Liebe und Freude, mit der die Kinder ihre Aufführungen übten, sehr viel Vorweihnachtsgefühl aus.

Etwas getrübt wurde die Freude bei uns durch den Verlauf von Juan Unok, dem Jungen für den wir die Behandlung des chronischen Schnupfens in die Wege geleitet haben. Es hat sich dabei nämlich herausgestellt, dass er zudem noch Tbc hat, wie auch seine ganze Familie. Manchmal ist es schwer zu verstehen wie unachtsam die Leute mit so etwas sein können, wo doch der Vater schon an Tbc gestorben ist. Wie sich jedoch nach einer ziemlich aufgeregten Wartezeit herausgestellt hat, ist er nicht sehr ansteckend, so dass die anderen Kinder nicht in Gefahr waren. Er hat die Behandlung von Tbc, die hier gratis ist, jetzt begonnen und wir hoffen sehr, dass die Mutter sie mit ihm zu Ende führt. So erwarten wir, dass er nächstes Schuljahr gesund und munter (und durch die Nase atmen könnend) wieder zur Schule kommen kann.

Am 9. und 30. November 2007 fanden Elternschultage statt, zu den Themen Gewalt in der Familie und Seguro Integral de Salud (SIS).
Beim Ersten referierte eine Psychologin aus Vitarte und zeigte verschiedene Arten von Gewalt innerhalb und außerhalb der Familie auf.
Mit Gruppenarbeiten bezog sie die Eltern immer wieder in ihren Vortrag mit ein und regte so zum mitdenken an.
Am 30.November wurde über die Krankenversicherung Seguro Integral de Salud (SIS) informiert, welche für Familien oder Kinder aus sehr armen Verhältnissen gratis ist und unter anderem Untersuchungen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder Operationen übernimmt, allerdings nur bis zu einem gewissen Betrag. Zudem wurde darüber informiert, wie man vorgehen muss um eine solche Versicherung abschließen zu können und was für Dokumente dazu nötig sind. Anschließend gab es dann an beiden Elterntagen leckere Anticuchos (Rinderherzspießchen), die von Eltern und Lehrern zubereitet und gegrillt wurden.

Am 10/11 Dezember fand dann endlich der lang geplante und immer wieder verschobene Ausflug in die Milchfabrik LAIVE statt. Die liegt ganz in der Nähe des Centros, sodass es für die Kinder nur eine kurze Fahrt mit dem Bus war. Die Freude und Aufregung der Kinder war deutlich zu spüren, so dass ein fröhliches durcheinander im Bus herrschte.
Am ersten Tag machten sich Karins und Olgas Klasse auf, Katharina begleitete sie dabei. Am zweiten Tag war dann Vickys Klasse und die Kleinen von Lydia an der Reihe. Monika und ich (Franzi) begleiteten sie dabei. Da hatten wir “alle Hände voll zu tun” (an jeder Hand ein oder zwei Kinder) um die Kleinen beisammen zu halten, denn einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen ist es auszubüchsen.
Zuerst gab’s einen Film in einem Raum der mit lauter Kühen bemalt war. Daraufhin kam natürlich prompt die Frage eines Kindes (Kenyi): “Und wann gehen wir zu den Kühen?”
Es ging weiter mit der Besichtigung der Herstellung der Produkte, wir durften bei der Würstchenherstellung zuschauen, sahen wie Milch und Apfelsaft verpackt wurde. Zum Schluss durften wir das ganze Sortiment probieren, mmmmhhh lecker! Und jedes Kind bekam noch eine Geschenktüte mit Laiveprodukten mit.

Nun war es dann nur noch eine gute Woche bis zur Zeugnisvergabe und bis zur Clausura, auf die schon so viel geprobt und vorbereitet wurde.
Um 10.30 war offizieller Beginn der Clausura (Weihnachtsfeier). Sie fand draußen im Garten statt. Wir präparierten uns dafür reichlich mit Antimückenspray (es gibt hier unzählige fiese kleine Blutsauger, deren Stich dann mindestens zwei Wochen juckt!)
Es kamen sehr viele Kinder mit ihren Eltern und Geschwister. Zuerst gab’s eine kurze Ansprache von einem Pfarrer über die Bedeutung von Weihnachten. Dann waren die Kinder dran. Mit tollen, witzigen Kostümen. Da gab es eine Piratentanzgruppe (die Grossen), tanzende Küken (Lydias Kinder), drei orientalischen Tänzerinnen (Liseth, Anni, Lady), eine sehr authentische Playbacksängerin (Lucero), die Tanzgruppe von Vicky, mit der Gaby mittanzte (die Tochter von Sra. Marcella und Nichte von Sra. Marlene Pérez Brockert), wir Volontärinnen waren als Mama Noelas verkleidet und hatten uns zu den Kindern einige Eigenschaften notiert und trugen diese mit gleichzeitiger kleiner Geschenksübergabe vor. Auch die Lehrer hatten wir dabei nicht vergessen, die bekamen auch ein Geschenk ab. Dazwischen gab’s eine Verlosung und die Geschenkübergabe vom Centro an die Kinder. Außerdem bekam jedes Kind ein Lamakuscheltier, welche von einer anderen Einrichtung hergestellt wurde, geschenkt.
Zum Abschluss kam noch eine “richtige” Mama Noela: im roten Minirock...nah da hatten die Väter doch auch ihren Spaß (Lydias Meinung)! Aber es wäre natürlich keine Weihnachtsfeier gewesen, hätte es nicht noch Trinkschokolade und natürlich Paneton für alle gegeben.
Gleichzeitig war die Clausura für Moni und für mich (Franzi) die Abschiedsfeier von den Kindern und Lehrern und wir bekamen liebe Dankesworte und ein Present überreicht (schnief..).
Für unsere Freunde, Bekannte und Angestellte von Vida Nueva gaben wir am Samstag zuvor ein Abschiedsfest. Es gab deutsche Küche(verschiedene Salate), und Würstchen, natürlich von Laive! Passte wunderbar zum peruanischen Bier und zum Pisco sour… so wurde es ein langes, schönes Fest …

___________________________________________________________________________

... mehr Informationen oder Beantwortung von Fragen oder Anregungen
erhalten sie über < Email >

Nach oben