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14.März 2008

Abschlussbericht von Franziska Kenk

Jetzt bin ich seid fast zwei Monaten wieder Zuhause. Kann’s gar nicht glauben! Das Einleben, das Gewöhnen an Deutschland braucht mehr Zeit als ich gedacht hätte, es ist auf jeden Fall schwieriger als das Einleben vor ein paar Monaten in Peru. Wobei ich beim Thema wäre: Sicher hatte ich in den ersten Tagen die ich in Lima verbrachte mit einem Kulturschock zu kämpfen...die Armut die nicht zu übersehen ist; kleine Kinder die zwischen Autos, Abgasen und Lärm stehen und betteln, junge Mütter mit ihren Säuglingen an der Brust im nie endenden Verkehrschaos in Lima, solche Bilder vergisst man nicht...heruntergekommene Häuserblocks, einpaar Häuserzeilen weiter die Villen von Miraflores... arm und sehr reich leben so eng aufeinander...hab’ am Anfang gedacht man muss hier schizophren sein oder sehr ignorant um hier glücklich und ohne schlechtes Gewissen leben zu können.
Dem allem gegenüber stand die Herzlichkeit mit der ich im Centro empfangen wurde. Ich hab mich von der ersten Minute an dort wohlgefühlt. Überhaupt empfand ich die Menschen die mir begegneten und die ich kennen lernte als sehr herzlich und interessiert ... natürlich nicht zu vergessen; die Kinder von Vida Nueva, oh wie ich sie vermisse! Sie haben mich so begeistert, dass ich ab sofort auch in Deutschland als Physiotherapeutin mit (Behinderten)-Kindern arbeiten möchte. Ihre Spontaneität, ihre Freude an den einfachsten Dingen hat mich überwältigt, ich denke dabei auch an die Verhältnisse in denen sie leben müssen, trotzdem kommt so viel Begeisterung rüber. Es ist gut das es so eine Einrichtung wie Vida Nueva gibt, denn hier dürfen die Kinder noch Kind sein, hier bekommen sie Bestätigung und dadurch Selbstvertrauen und das spürt man wie z. B bei Juan U. der immer sehr fröhlich und anhänglich war, er durfte, als bei ihm Tbc festgestellt wurde nicht mehr zur Schule kommen. Einmal kam er mit seiner Mutter zu einem Gespräch nach längerer Zeit wieder in die Schule und war wie verwandelt; schüchtern, scheu saß er in der Ecke und man kam nicht mehr an ihn ran...deshalb schon mal vorweg; Ihr macht tolle Arbeit! Es lohnt sich für jedes einzelne Kind sich einzusetzen und zu investieren - es kommt so viel zurück ...
Schön fand ich auch die Freiheit die man uns bei den Therapien ließ, so konnte man bereits Gelerntes aber auch ganz neue Sachen ausprobieren...klar man durfte sich nicht zu große Ziele setzen und musste oft seeehr viel Geduld mitbringen, aber es war schon toll zu sehen, wie z. B Guiliana nicht mehr bei jeder Therapie anfing zu weinen, und sich mehr zutraute, oder Bryan C. der eigentlich immer seinen eigenen Kopf durchsetzen wollte, als er plötzlich das von ihm verlangte ohne weiteres machte.... Es war auch herrlich zuzusehen wie viel Spaß die Kinder an der Musik und am wöchentlichen Tanzen hatten, der Hüftschwung stellte sich bei mir da fast schon automatisch ein, na ja... (an den Wochenenden hatten wir dann Zeit ihn zu perfektionieren ;))
Wie gesagt hatte ich am Anfang mit Lima so meine Schwierigkeiten(Größe, Orientierung, Verkehr, Armut) und hätte nie gedacht das ich mich z. B nach oder nach meiner mehrtägigen Bolivientour wieder auf diese Stadt freuen würde, das war dann schon immer wie ein “heim kommen”.
Ich hab’ sehr viel von Peru gesehen und erkundet, und dass nicht “nur” als Tourist. Ich hatte die Möglichkeit peruanische Familien kennen zu lernen, was ich sehr spannend fand, in deren Leben und deren Situation etwas “reinschauen” zu können; ihre Sorgen und Nöte zu sehen aber auch ihre Fröhlichkeit und die Freude Feste zu feiern.
Peru ist ein unheimlich spannendes, schönes, aber auch gegensätzliches Land. Die Lebendigkeit die in den Städten oder auf den Märkten herrscht fasziniert mich - diese vermisse ich hier! Das Leben spielt sich im Gegensatz zu Deutschland vorwiegend auf der Strasse ab, was einem das Gefühl vermittelt man erlebt viel mehr und intensiver.
Wovon ich mir auch eine Scheibe abschneiden kann ist die Gelassenheit der Menschen, auch die Dankbarkeit und Herzlichkeit die einem täglich entgegengebracht wird.
Wir waren ein super Team, wir drei; Moni, Katharina und ich, die wir doch rein räumlich und sprachlich gesehen (badisch, schweizerisch und hochdeutsch) aus ganz verschiedenen Ecken Deutschlands und der Schweiz kamen. Wir hatten eine tolle Zeit, es gab sehr viel zu lachen (da denke ich u.a. an unsere Nikolausaktion oder an die privaten Piscoparties (smile) und das Zusammenleben klappte bestens, einfach so, ohne aufstellen irgendwelcher Regeln, auf engstem Raum und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Eine gute Erfahrung!
Wenn ich nochmals die Zeit, das Erlebte in ein paar Worte zusammenfasse war es für mich eine sehr intensive, spannende, lehrreiche, wichtige und auch lustige Zeit. Ich bin froh und dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte diese Erfahrungen zu machen, und kann nur alle Interessierten auch zu so einem Einsatz ermutigen – es lohnt sich!
Tausend Dank an Alle die dazu beigetragen haben. Diese Zeit wird für mich unvergesslich bleiben.

Muchos Saludos, Franziska Kenk

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