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14.Juli 2008

2. Bericht von Nora Hözer

Dies ist der zweite Versuch meinen zweiten Bericht zu schreiben. Leider ist mir gestern der Computer abgestürzt, bevor ich den Bericht speichern konnte. Hoffe, dass ich dann nicht entsprechend drei Versuche für den dritten Bericht brauche!

Also gut. Auf ein Neues:
Heute ist Freitag der 11.07.08. Normalerweise wäre ich jetzt bereits zurück in Deutschland, aber da mir die Arbeit im Centro so gut gefällt, habe ich für zwei weitere Monate verlängert. Jetzt werde ich noch bis Ende August hier bleiben.

Seit einer Woche bin ich von der Reise mit meinem Freund durch den Norden und Süden Perús zurück. Die Befürchtungen, dass es mir schwer fallen wird, wieder in die Arbeit reinzukommen, haben sich nicht bestätigt. Mit den meisten Kindern war es so, als sei ich nicht weg gewesen. Es war wieder richtig schön mit ihnen zu arbeiten. Da Margitta gerade auf Reisen ist, bin ich für die nächsten drei Wochen wieder die einzige Therapeutin. Daher habe ich einige ”ihrer” Kindern übernommen, die ich bis dahin kaum oder gar nicht kannte. Ich hatte mir vorgestellt, dass es möglicherweise für die kleinen und großen Autisten nicht leicht sein wird, sich umzustellen. Aber bereits nach kurzer Zeit des Kennenlernens, konnte ich eine kleine Beziehung zu ihnen herstellen. Auch mit den ganz kleinen, 1-3 jährigen, externen Kinder habe ich jetzt ein besseres und sicheres Gefühl bei den Therapien, als noch zu der Zeit als ich das erste mal allein im Centro war. Die Kleinen, Ela und Melanie, beide vom Katzenschreisyndrom betroffen, oder Rodrigo, der mit 8 Monaten eine Enzephalitis hatte, sind sehr stark in ihrer sensomotorischen und geistigen Entwicklung beeinträchtigt. Da ich bisher noch keine Erfahrung mit solchen Behinderungen und mit Kindern dieses Alters hatte, war ich mir in der ersten Zeit als ich alleine war, manchmal etwas unsicher, was ich tun kann, um sie zu fördern. Von Margitta, die ja sehr viel Erfahrung in der Frühförderung hat, konnte aber Gott sei Dank viel lernen, so dass ich das Gefühl habe, jetzt besser arbeiten zu können.

Im letzten Bericht habe ich ja bereits Sra. Fannys Kinder erwähnt. Sie arbeitet verhaltenstherapeutisch mit jeweils 1-2 Kindern, für die es noch schwer ist, in die anderen Klassen eingegliedert zu werden. Erfreulicherweise haben sich zwei ihrer Jungs, Jason und Benjamin, so gut entwickelt, dass sie in eine Klasse integriert werden konnten. Besonders bei Jason, ein 10-jaehriges Down- Kind, welches bisher noch keine Schule besucht hat, noch nie Therapie bekommen hat und auch sonst wenig Kontakt zu anderen Menschen hatte, sieht man wie gut ihm die neue Situation tut. Er wirkt viel wacher und teilnehmender, an dem was um ihn herum passiert, er lacht viel und scheint das Zusammensein mit den anderen Kindern zu genießen., auch wenn er nach wie vor sehr für sich ist und von sich aus kaum Kontakt zu anderen aufnimmt. Als ich ihn kennengelernt habe, hat er außerdem den Menschen oft noch völlig unvermittelt in den Hals gekniffen. Dieses Verhalten beobachte ich nur noch ganz selten.

Auch wenn es jetzt schon was länger her ist, möchte ich noch von der Muttertags- und gleichzeitig der Geburtstagsfeier des Centros im Mai berichten. Die Kinder hatten anlässlich dessen im Tanzunterricht kleine Tänze einstudiert, die sie dann PÜNKTLICH zu Beginn der Feier den Eltern präsentierten. Ich betone die Pünktlichkeit so, da die Schule sich bereits seit einiger Zeit bemüht, den Eltern nahezulegen, wie wichtig dies für die Kinder und den Schulalltag ist. Leider scheinen die Bemühungen noch nicht allzu große Früchte zu tragen, da die Kinder traurigerweise überwiegend vor den Lehrern und den anderen Kindern tanzten und die Stühle für die Eltern, bis auf ein paar Ausnahmen, noch weitestgehend leer waren.
Zu den Wettkampfspielen waren dann aber fast alle da. Von Dosenwerfen übers Eierlaufen zum Schubkarrenrennen wurde alles geboten. Schön war, dass nicht immer die vermeintlichen Favoriten gewannen, sondern auch schon mal die die Nase vorn hatten, mit denen eigentlich niemand gerechnet hatte. So zog plötzlich Josué mit seiner Hemiparese beim Eierlaufen an allen vorbei - gut, er durfte auch das Ei auf dem Löffel in seinem Mund mit einer Hand festhalten- und der oft etwas tollpatschige und unbeholfen wirkende Axel ließ die motorisch überlegende Konkurrenz beim Krabbelwettrennen hinter sich.

Was gibt es sonst noch?
Vor meinem Urlaub wurde mit den Bauarbeiten für das neue Schulgebäude begonnen. In diesem soll es einen Versammlungsraum und Räumlichkeiten für die ”Talleres” geben. Die ”Talleres” sind in etwa vergleichbar mit einer arbeitstherapeutischen Einrichtung bei uns. Hier haben behinderte Erwachsene die Möglichkeit zu arbeiten. Sie stellen bspw. Postkarten her, die dann in Deutschland verkauft werden. Diese Woche wurden die ersten Mauern hochgezogen und ich bin sehr gespannt, wie weit die Arbeiter noch bis zu meiner Abreise kommen. Vielleicht werde ich es ja noch erleben.

Was ich sonst noch so erlebe, erzähle ich dann das nächste Mal. Bis dahin, viele Grüsse aus Santa Clara.

Nora

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