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14.März 2009

Abschlussbericht von Stafanie Schumacher

Sooo, nun wird es auch für mich Zeit für meinen Abschlussbericht!
Nach 3 wunderschönen Monaten in VIDA NUEVA und fast 3 Monaten, in denen wir durch Perú und Bolivien gereist sind, hat uns seit 4 Tagen Deutschland wieder. Nach einem halben Jahr in Südamerika fällt es mir schwer, all die Erlebnisse und neuen Erfahrungen die ich sammeln konnte in Worte zu fassen (aber ich werde es versuchen).
Natürlich habe auch ich mich zu Beginn meiner Reise gefragt: Wie wird das wohl ein halbes Jahr so weit weg von Familie und Freunden? Kann man sich in einem wirklich fremden Land jemals zuhause fühlen? Werde ich mich jemals richtig auf Spanisch unterhalten können? ...
Jetzt nach meiner Zeit in Perú wird mir bewusst wie leicht es mir gefallen ist mich in einem neuen Land einzuleben, seine Menschen, Traditionen, das Essen kennen und lieben zu lernen und neue Freunde zu finden! All die Fragen, Gedanken und Zweifel die mir anfangs durch meinen Kopf gingen, waren - einmal angekommen in Perú - sofort vergessen und ich habe mein halbes Jahr in Südamerika total genossen!
Schon bei meiner Ankunft am 1.9.2008 wurde ich so herzlich von Marcela, ihrem Mann und Anabel (einer Freundin und ehemaligen Volontärin im Centro) empfangen, wodurch mir das Ankommen in einem neuen, fremden Land leicht gemacht wurde!
Um meine Spanischsprachkenntnisse zu verbessern, hatte ich vor Beginn der Arbeit 2 Wochen Sprachkurs in Cusco. In diesen 2 Wochen lebte ich in einer netten Familie in Cusco, wurde immer vertrauter mit der spanischen Sprache und hatte hierdurch das Gefühl noch besser ein neues Land und seine Menschen kennen zu lernen!
Nach der schönen Zeit in Cusco, ist dann die Nina zu mir gestoßen und zusammen konnten wir uns langsam mit der Arbeit, den Kindern und den Lehrern vertraut machen. Durch die liebe, hilfsbereite Art besonders von Fanny (der Psychologin vom Centro mit deren Familie wir auch “Perúanische” Weihnachten feiern konnten), von Wilmer (dem Wachmann), von Alex (einem Lehrer der Schule) und natürlich auch von Marcela und den anderen Lehrern wurde uns der Beginn unserer Arbeit und des Lebens in VIDA NUEVA sehr leicht gemacht!
Natürlich darf man die Kinder hierbei nicht vergessen, die einem durch ihre aufgeweckte, fröhliche Art von Anfang an ohne Scheu entgegengetreten sind und uns als neue Therapeuten und Freunde direkt akzeptiert haben. Die anfängliche Überforderung mit all den neuen Namen und Gesichtern (über 50 Kinder) legte sich schnell und man lernte die Kinder, jedes mit seiner eigenen Persönlichkeit und Besonderheit von Tag zu Tag besser kennen!
Gerne erinnere ich mich an die teils verrückten, lustigen und einfach einmaligen Dinge zurück, die uns mit den Kindern in der Therapie passierten. So zum Beispiel Daniel, bei dem Nina und ich den Namen “Mini” besaßen und der uns jede Therapie mit feuchten Küsschen und stürmischen Umarmungen verwöhnte. Oder Joseph und José die uns mit ihrem Lachen ansteckten und immer nur Unfug im Kopf hatten. Carla, die mich “Chica loca”(verrücktes Mädchen) nannte oder mich fragte” Tu estás borracha?” (Bist du betrunken?), wenn wir zusammen Scherze in der Therapie machten. Brayan, mit dem man sich jeden Tag wunderbar über das Wetter unterhalten konnte oder Diego der Spaß daran hatte “Salchicha”(unsere kleine Centrokatze) mit Bauklötzen zu bewerfen, was jedoch eine gute Therapie für seine Skoliose darstellte. Das ist nur ein Bruchteil der Kinder, die mir mit ihrer verrückten, lieben Art im Gedächtnis bleiben werden.
Neben den Kindern, waren da natürlich Wilmer, Luci (Putzfrau und Pflegemama von Renzo), Nina und unsere Freunde in Lima die mir die Zeit so unvergesslich gemacht haben!
Besonders Wilmer, unseren Wachmann, der jede Nacht über das Centro wachte habe ich in dieser Zeit in mein Herz geschlossen. Spannende Geschichten aus dem Regenwald, das leckere Obst was wir immer von ihm geschenkt bekamen und seine liebevolle Art, wenn wir krank waren, werden mir immer in schöner Erinnerung bleiben!
Es ist erstaunlich und schön zu erfahren, wie gastfreundlich besonders die armen Bewohner von Santa Clara sind! So waren wir 2-mal zum Essen eingeladen und konnten hierdurch einen Einblick in die Wohnverhältnisse in den Armenvierteln bekommen. Was beim ersten Anblick erschreckend wirkte und uns traurig machte, wich später der Bewunderung, dass auch solche Familien ihren Alltag meistern und das wenige was sie haben, noch mit uns teilen wollten.
Die 6 Monate zusammen mit Nina und unseren Freunden aus Lima war ebenfalls eine wunderschöne Erfahrung. Mein Leben 24 Stunden mit einer anderen Person zu teilen war für mich anfangs unvorstellbar und im Nachhinein das Beste was mir passieren konnte! Dónde Walter (die besten Fritten und Frozen Limonade aus ganz Perú), feuchtfröhliche Piscoabende, Salsatanzen bis in die Morgenstunden mit Cesar und Erik, Mercado in Miraflores, Salchicha (unsere kleine zugelaufene Katze) und die Halloweenparty in Villa el Salvador mit ca. 10 Deutschen sind nur einige Dinge die meine Zeit in Perú geprägt haben. Ganz zu schweigen natürlich von den 2 Monaten reisen durch Perú und Bolivien, was für jeden Volontär wirklich ein MUSS ist!
Zum einen durch die Arbeit in VIDA NUEVA und zum anderen durch unsere Reise durch Perú habe ich das Gefühl ein Land, mit seiner wunderschönen Natur und seinen Bewohnern richtig kennen und lieben gelernt zu haben.
Jetzt nach nur ein paar Tagen in Deutschland, packt mich schon wieder das Fernweh und ich hoffe mit Nina schnellst möglich wieder nach Südamerika reisen zu können!
Daaaanke an alle, die mir mein halbes Jahr in Perú so wunderschön und unvergesslich gemacht haben und ich werde wieder kommen!!

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