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Berichte

27.Februar 2010

1. Bericht von Steffi Weißer

Nun sind schon wieder einige Wochen vergangen - wie immer hier Zeit, die viel zu schnell vergeht, geprägt von neuen Eindrücken und Emotionen.
Mein erster Arbeitstag im Centro war der 11. Januar. Señora Marcela war so lieb mich einen Tag zuvor vom Busterminal in Lima abzuholen und direkt zum Centro zu begleiten, wo ich von den anderen Volontären in Empfang genommen wurde.
Es waren noch Schulferien im Centro und so kamen nur einige externe Kinder speziell zu den einzelnen Therapien und einige wenige andere, mit denen wir eine Art Ferienprogramm organisierten. Für mich war dies prima, da ich so die Möglichkeit hatte, neben den Therapiekindern auch einige Kinder der Schule kennenzulernen.
In die ersten Therapiestunden musste ich mich erst einfinden. Teilweise ist es schwierig, da viele der Kinder nicht sprechen können bzw. nicht sprechen oder sie sind sehr an ihre Eltern gebunden – etwas, dass ja durchaus auch verständlich ist. Dennoch ist für die Eltern hier auch wichtig zu lernen, ihren Kindern mehr Platz für selbständiges Handeln einzuräumen.
So machte ich langsam meine ersten Schritte, probierte viel aus und versuchte/versuche immer wieder neu, meinen Zugang zu den Kindern zu finden. Es ist nicht immer leicht, da ich noch nie mit behinderten Kindern physiotherapeutisch gearbeitet habe, oft auch einfach, da ich viele Zweifel an meinen Fähigkeiten habe. Etwas, dass ich hier lernen kann, denn ich merke oft, es sind nicht die Kinder die etwas erwarten – ich bin es.
Mit der Zeit nun kenne ich die Kinder besser, auch umgekehrt, ich fasse mehr Zutrauen in meine Arbeit und so macht mir die Arbeit, in der wir alle lernen viel Spaß. Jedes der Kinder ist anders, ein Individuum, benötigt andere Hilfen und Therapieformen. Es ist viel Geduld gefragt – mit mir selbst, als auch mit den Kindern. Schritt für Schritt fasse ich Fuß, ich mag jedes der Kinder mit ihren Eigenschaften und Talenten, sie sind anders als viele – sind echt!
Wenn ich keine Therapiestunden hatte, arbeitete ich zusammen mit den anderen Volontären in der Gruppe der Schulkinder. Wir malten, stempelten und sangen mit ihnen. Zur Erholung spielten wir viel im Garten oder lasen in einem Buch (dass wohl die Kinder meist besser verstanden als wir selbst – aber auch mit dem Spanisch klappt es inzwischen immer besser ). Die Highlights waren sicherlich die gemeinsamen “Kochstunden”, in denen von Vanillepudding über selbstgemachte Marmelade so einige Leckerheiten entstanden. Auch zeigten sich manche der Kinder im Perlenketten herstellen als äußerst begabt. Diese Arbeit soll wiederum dem Centro zu Gute kommen, indem die Ketten in Deutschland verkauft werden sollen.
Seit gestern sind für alle Ferien – auch für uns Volontäre. Es ist ungewohnt ruhig im Centro und mir fehlt meine Arbeit direkt schon ;). Dennoch - angesichts des schönen Wetters hier in Lima ist diese freie Zeit auch Grund zur Freude – Zeit, dass Land noch ein wenig besser kennenzulernen.
Ich bin sehr dankbar hier zu sein. Es ist bereichert eine andere Welt kennenlernen zu dürfen und ich mag die Freude und Gelassenheit die die Menschen hier ausstrahlen sehr gerne. Sie sind die Ruhe selbst mitten im Chaos von Lima – eine Stadt, die für meinen Geschmack einfach viel zu laut und chaotisch ist. Auch schrecken mich die krassen Gegensätze hier, wo arm neben reich wohnt, ab.
Bis auf weiteres melde ich mich bald wieder zu Wort, grüsse die, die diese Zeilen lesen, wie alle Anderen, alle Freunde des Centros VIDA NUEVA – aus dem unüberschaubar großen LIMA.

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