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Berichte

13.Dezember 2010

1. Bericht von Annika Schulte und Cosima Hummel

Bericht vom 26.11.2010

Es ist ziemlich genau 2 Monate her als wir hier in St. Clara angekommen sind. Damals war für uns noch alles fremd und neu. Das Verkehrschaos auf den Straßen, der Lärm, die viele Armut mit der wir hier konfrontiert wurden und auch die neue Sprache, die uns forderte. Damals dachten wir noch, wie sollen wir uns hier jemals zurechtfinden bzw. verständigen und leben. Mittlerweile haben wir uns schon gut eingewöhnt und vieles ist zur Normalität geworden. Wir wurden von Allen im Centro herzlich aufgenommen, was dazu beigetragen hat, dass wir uns so schnell eingewöhnt haben und uns hier wohl fühlen.
Wir sind beide Ergotherapeutinnen und behandeln die Kinder und Jugendlichen in Einzel- und Gruppentherapien. Außerdem arbeiten wir mit den Schülern in der Küche. Dort wird das tägliche Frühstück für Lehrer und Volontäre und andere Speisen zum Verkauf hergestellt.
Zu Beginn war es eine echte Herausforderung, mit den wenigen vorhandenen Therapiemitteln in begrenzten Räumlichkeiten zu arbeiten. Da wir aus Deutschland ein anderes Arbeiten gewöhnt sind, wurde unsere Kreativität gefordert. In der Zwischenzeit haben wir einen guten Weg gefunden, die Schüler zu fördern und uns bereitet die Arbeit wirklich Freude. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Fähigkeiten in den einzelnen Kindern stecken und wie viel Freude und Motivation sie mit in die Therapie bringen. In der ”kurzen” Zeit hier in St. Clara haben wir schon so viel erlebt. Zum Beispiel war Mitte Oktober ”dia del niño con discapacidad” (Tag der Kinder mit Behinderung). An diesem Tag haben wir gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, und dem ganzen Personal einen Umzug durch den Ort gemacht. Mit vielen bunten Plakaten bestückt haben wir auf die Rechte für Kinder mit Behinderung aufmerksam gemacht. Außerdem haben wir gelernt, einen peruanischen Turron herzustellen. Ein Turron ist eine typische Süßspeise, die es hauptsächlich im Oktober gibt.
Anfang November haben wir dann den ”dia de la canción criolla” gefeiert.
(Tag des Criolla Song - Anmerkung: Música Criolla ist eine Kategorie der peruanischen Musik, die vor allem afrikanische , spanische und Anden- Einflüsse verbindet.) Die Schüler, Lehrer und Therapeuten haben verschiedene typische peruanische Tänze und Lieder vorgetragen und danach haben wir uns am peruanischen Buffet satt gegessen.
Mitte November wurden wir sogar vom peruanischen Fernsehen interviewt. Es wurde ein Kurzfilm über das Centro gedreht und nachdem uns der Reporter kennen gelernt hatte, lud er uns in das Studio ein. Er war interessiert, warum wir das Volontariat machen und welche Beweggründe dahinter stecken. Total nervös fuhren wir also ins Studio. Gut das uns vorher niemand gesagt hat, dass es eine Liveübertragung war. Sonst hätten wir sicher noch einen Rückzieher gemacht. Aber es war für eine gute Sache, wir konnten so Werbung für das Centro machen.
Neben der Arbeit hier im Centro blieb uns auch Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen und wir haben viele unvergesslich schöne Momente erlebt.
Wir erinnern uns noch gut daran wie wir frierend auf 4300m Höhe in den Anden im Zelt den Morgen und die Sonne herbeigesehnt haben. Oder bei nächtlichen Exkursionen im Dschungel Bekanntschaft mit riesigen Spinnen und leuchtenden Caiman-Augen gemacht haben. Peru ist so facettenreich und wir freuen uns sehr auf die Zeit, die uns noch bevorsteht.
Im Moment sind wir fleißig dabei mit den Kindern Weihnachtslieder einzustudieren. Dank unseren Vorgängern kennen die Kinder noch einige Lieder vom Vorjahr. Es ist schön zu sehen wie viel Freude sie am Singen haben und welche Wirkung die Musik auf sie hat. Uns bleiben nun nur noch wenige Wochen mit den Kindern und Jugendlichen die wir voll auskosten und genießen werden.
Frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage wünschen wir aus Peru.

Cosima und Annika


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